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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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25. Januar 2018

Metastasiertes Prostatakarzinom

Chemotherapie: Essentielle Option im Krankheitsverlauf

Als essenzieller Bestandteil der medikamentösen Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms kann die Taxan-basierte Chemotherapie die Prognose bestimmter Patienten bei weitgehend erhaltener Lebensqualität verbessern. Wichtig ist aber, dass sie anhand definierter Kriterien zum individuell besten Zeitpunkt im Krankheitsverlauf und vor allem nicht zu spät eingesetzt wird.
Die Taxan-basierte Chemotherapie kann schon im hormonsensitiven, aber auch im kastrationsresistenten Stadium die Prognose von Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom verbessern, ohne die Lebensqualität nachhaltig zu beeinträchtigen, berichtete Prof. Dr. Jan Roigas, Berlin. Das ist in Studien wiederholt und konsistent gezeigt worden. Man weiß heute, dass das metastasierte Prostatakarzinom histologisch und klonal ein sehr heterogener Tumor ist und vermutlich schon bei der Diagnosestellung hormonsensitive und hormonresistente Klone enthält. Über alle Stadien hinweg wird deshalb multimodal mit individuell abgestimmten Therapiekonzepten einschließlich der Chemotherapie behandelt. Wichtig sei, den Zeitpunkt für die lebensrettende Chemotherapie nicht zu verpassen, da ihr Einsatz mit fortgeschrittener Therapielinie unwahrscheinlicher werde, so Roigas.

Als Kriterien für den Erst- und Zweitlinieneinsatz der Chemotherapie nannte er eine hohe Tumorlast, viszerale Metastasen und Tumor-bedingte Symptome, d.h. Schmerzen. Bei asymptomatischen Patienten empfehle sich eine Chemotherapie zudem bei kurzer PSA-Verdoppelungszeit und/oder einem initial hohen Gleason-Score (als Hinweis auf ein entdifferenziertes Karzinom (1)). Endokrin-vorbehandelte Patienten sollten in der metastasierten Situation primär eine Chemotherapie erhalten, wenn sie nur kurz auf eine Androgendeprivation (ADT) angesprochen haben (2, 3). Eine verkürzte Ansprechdauer und ein vermindertes biochemisches Ansprechen unter einer weiteren AR-gerichteten Therapie sind hier wahrscheinlich. Im kastrationsresistenten Stadium des Prostatakarzinoms (mCRPC) benötigt ein Viertel bis ein Drittel der Patienten bereits initial aufgrund einer primären endokrinen Resistenz eine Taxan-basierte Chemotherapie, erklärte Roigas. Zuerst sollte Docetaxel (Taxotere®) und beim Progress das speziell für diese Situation entwickelte und zugelassene Cabazitaxel (Jevtana®) eingesetzt werden. Beider Vorteil bestehe u.a. darin, dass sie Androgen-Rezeptor (AR)-abhängige und AR-unabhängige Zellprozesse hemmen (4, 5).

Cabazitaxel hatte in der Zulassungsstudie TROPIC nach Docetaxel-Versagen das relative Sterberisiko statistisch signifikant um 30% gesenkt (HR=0,70; p<0,0001), ohne die Lebensqualität der Patienten signifikant zu beeinträchtigen (6). Die Effektivität der Taxan-Sequenz und damit verbundene kontinuierliche prognostische Vorteile konnten inzwischen durch retrospektive Studien untermauert werden: So überlebten Patienten, die nach Docetaxel-Versagen Cabazitaxel erhalten hatten, im Median länger als Patienten, die nach Docetaxel zunächst mit einer AR-gerichteten Substanz behandelt worden waren (7).


Regelmäßige Bildgebung deckt Resistenzen auf

Da unter einer endokrinen Therapie neben der primären endokrinen Resistenz auch sekundäre Resistenzentwicklungen eine wichtige Rolle spielen, müssen sie frühzeitig erkannt und bei Therapieentscheidungen berücksichtigt werden, erklärte Prof. Dr. Axel Merseburger, Lübeck. So könnten AR-gerichtete Substanzen u.a. auch eine AR-unabhängige Progression begünstigen und der Tumor könne auch bei stabilem PSA unter endokriner Therapie progredient sein (8). Nach europäischem Konsens sollte eine Bildgebung zur Detektion einer Primärresistenz gegenüber AR-gerichteten Therapien (Abirateron oder Enzalutamid) in jedem Fall erfolgen, frühestens jedoch 3 Monate nach Therapiebeginn (9). Bei einer Bildgebung vor 3 Monaten können sog. „Bone Flare“-Effekte zu einer Missinterpretation der Krankheitssituation führen. Da in der Phase-IV-Studie PLATO Kreuzresistenzen zwischen AR-gerichteten Substanzen aufgedeckt wurden (10), riet Merseburger, nach Versagen einer AR-gerichteten Therapie auf die Chemotherapie zu wechseln.


Mit  freundlicher Unterstützung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin
Ute Ayazpoor
Quelle: Satellitensymposium „Aktuelle Therapieoptionen beim mCRPC und mCRC“, DGHO, 29.09.2017, Stuttgart; Veranstalter: Sanofi Genzyme
Literatur:
(1) Maroto P et al. Crit Rev Oncol Hematol 2016;100:127-36.
(2) Loriot Y et al. EJC 2015;51(14):1946-52.
(3) Huillard O et al. J Clin Oncol 2013;31 no. 15_suppl 5075.
(4) Jordan MA et al. Nat Rev Cancer 2004;4: 253-65.
(5) Zhu ML et al. Cancer Res 2010;70:7992-8002.
(6) Hofheinz R et al. BJU Int 2017;119(5):731-40.
(7) Maines F et al. Crit Rev Oncol Hematol 2015;96(3):498-50.
(8) Bryce AH et al. Prostate Cancer Prostatis Dis 2017; 20(2):221-27.
(9) Fitzpatrick JM et al. EJC 2014;50:1617-27.
(10) Attard G et al. J Clin Oncol 2017;35:5004a.
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