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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. September 2015

Bevacizumab beim Zervixkarzinom zugelassen

Erstmals für Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom zugelassen, folgten die Indikationen Mamma-, Ovarial-, nicht-kleinzelliges Bronchial- und Nierenzellkarzinom – und seit Kurzem ist Bevacizumab (Avastin®)auch für die Therapie des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms verfügbar.

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Seit März 2015 ist Bevacizumab (Avastin®) in Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin oder mit Topotecan zur Behandlung von Frauen mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom zugelassen. „Es besteht hoher medizinischer Handlungsbedarf beim fortgeschrittenen Zervixkarzinom, denn das Ansprechen auf die Chemotherapie ist meist kurz und verlängert das Überleben oft nur um 6 bis 8 Monate“, so Prof. Matthias Beckmann, Erlangen.

Die EU-Zulassung für die neue Indikation stützt sich auf die Ergebnisse der Studie GOG-0240 (1, 2), an der 452 Frauen teilnahmen. Die Patientinnen überlebten mit dem Bevacizumab-Regime im Median 3,7 Monate länger als unter alleiniger Chemotherapie (17,0 vs. 13,3 Monate). „Dieser Zeitgewinn ist die größte Steigerung beim Zervixkarzinom in den letzten 10 Jahren“, kommentierte Beckmann. Bei vorbestrahlten Patientinnen bestehe unter der Therapie ein höheres Risiko einer Fistelbildung, allerdings sei dies in der Regel kein Grund für einen Therapieabbruch. Frauen mit Plattenepithelkarzinomen profitierten am meisten von der zusätzlichen Bevacizumab-Gabe.

Beckmann glaubt, dass bald nicht mehr die Lokalisation des Tumors, sondern der genetische Subtyp die Therapie vorgebe: „Künftig werden wir das genetische Profil eines Tumors behandeln, das sich in Eierstock, Mamma, Zervix, Colon oder Lunge manifestiert und für die Therapie den besten Ansprechpartner im Wirkprinzip wählen.“

Susanne Pickl
Pressegespräch „Gestern – heute – morgen: 10 Jahre Therapie mit Avastin“, 22.05.2015, Berlin; Veranstalter: Roche
Literatur:

(1) Tewari K et al. NEJM 2014; 370:734-743.
(2) Tewari K et al. JCO 2013; 31(suppl): Abstr. 3.

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