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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. November 2013

DGHO 2013

Bendamustin - attraktiver Kombinationspartner in der Therapie indolenter Lymphome und des Multiplen Myeloms

Das Alkylanz Bendamustin wurde bereits in den 1960er Jahren in der früheren DDR entwickelt. Heute hat sich die Substanz international breit etabliert. Prof. Matthias J. Rummel, Gießen, spricht inzwischen von einem Meilenstein in der Therapie indolenter Lymphome und auch in der Therapie des Multiplen Myeloms (MM) bietet sich Bendamustin als gut verträglicher Kombinationspartner für neue Substanzen an. In der Therapie indolenter Lymphome gibt es wichtige Meilensteine. Diese sind aus Sicht Rummels Rituximab, die "watch-and-wait"-Strategie, die Erhaltungstherapie und schließlich Bendamustin.

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Die "watch-and-wait"-Strategie spielt nach wie vor eine Rolle. Eine Indikation für den Therapiebeginn bestehe erst bei Vorliegen einer B-Symptomatik, Versagen der Hämatopoese, großer Tumorlast, schneller Progression und Komplikationen aufgrund der Erkrankung.

Rituximab ist ein fester Bestandteil in der Therapie indolenter Lymphome. Doch was ist der beste Kombinationspartner? In einer italienischen Studie (1) waren R-CHOP und R-FM dem R-CVP signifikant überlegen. R-FM war zwar gleich wirksam wie R-CHOP, hatte aber den schlechteren therapeutischen Index - unter R-FM traten mehr Nebenwirkungen und Zweitmalignome auf.

In der kürzlich in "The Lancet" publizierten Studie der StiL (2) erwies sich Bendamustin-Rituximab (B-R) im Vergleich zu R-CHOP als die besser verträgliche Therapie. Unter B-R waren Leukozytopenie und Neutropenie signifikant seltener als unter R-CHOP, auch musste G-CSF im B-R-Arm signifikant seltener als im R-CHOP-Arm unterstützend gegeben werden. Rummel betonte, dass unter B-R eine Alopezie kaum vorkommt.

Die Ansprechraten unterschieden sich in beiden Armen nicht signifikant (B-R: 92,7%, CHOP-R: 91,3%). Gleichzeitig wurde aber das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im B-R-Arm von 31,2 auf 69,5 Monate mehr als verdoppelt und auch im Gesamtüberleben war ein Vorteil von Bendamustin zu erkennen, der jedoch nicht signifikant war (75,9 vs. 59,5% nach 7 Jahren).

In der amerikanischen Studie BRIGHT (3), in der ebenfalls B-R gegen R-CHOP geprüft wurde, waren beide Regime hinsichtlich des Ansprechens (CR) vergleichbar, Bendamustin war jedoch bei der Lebensqualität signifikant überlegen.

In den NCCN-Guidelines wird B-R inzwischen als Erstlinientherapie indolenter Lymphome empfohlen. Rummel: "B-R kann als eine bevorzugte Erstlinientherapie für das follikuläre, indolente und Mantelzell-Lymphom betrachtet werden."

Rituximab plus Chemotherapie gefolgt von einer Rituximab-Erhaltungstherapie scheine die beste Option für Patienten mit follikulärem Lymphom zu sein, insbesondere nach Rezidiv. Aktuell prüft die StiL, ob eine 4-jährige Erhaltungstherapie mit Rituximab einer 2-jährigen überlegen ist bei Patienten, die auf eine Erstlinientherapie mit B-R angesprochen hatten.

Multiples Myelom - viel Bewegung in der Therapie

Über die Jahre hat sich die Prognose von Patienten mit MM kontinuierlich verbessert. Zu verdanken ist dies der Stammzelltransplantation, der Einführung neuer Substanzen, einer verbesserten Supportivtherapie und den Sequenztherapien, so Prof. Monika Engelhardt, Freiburg. Ein wichtiges Therapieelement bleibe die autologe Stammzelltransplantation. Günstige Induktionstherapien sind Bortezomib-, Lenalidomid- und Thalidomid-haltige Schemata wie VCD, CTD, VTD, VRD, RAD, oder Rd. Schwierig, so Engelhardt, sei die Rezidivtherapie, bei der viele Kombinationen und Regime zum Einsatz kommen können. Zur Zeit werden mehrere Kombinationen mit neuen Substanzen in internationalen und nationalen Studien beim MM geprüft, die sich auch bei stark vorbehandelten Patienten als hoch wirksam erwiesen haben. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit und der fehlenden Kreuzresistenz mit anderen alkylierenden Substanzen bietet sich Bendamustin als ein Kombinationspartner an.

Das epidemiologische Tumorregister "Lymphatische Neoplasien", das die "Real-life-Situation" abbildet, zeigt, dass das Rückgrat der Erstlinientherapie des MM in der täglichen Praxis Bortezomib und Steroide bilden: VMP steht als Therapieregime an 1. Stelle. MPT spiele nur noch eine untergeordnete Rolle und VAD würde kaum noch eingesetzt, berichtete Prof. Wolfgang Knauf, Frankfurt. Nur 50% der MM-Patienten erhalten laut Tumorregister eine 3er Kombination, hier bestehe Verbesserungsbedarf. In der Zweitlinientherapie rückt Bendamustin als Reservemedikation nach vorn, sagte Knauf. Mit der Kombination Bendamustin/Bortezomib/Steroid lassen sich ersten Studiendaten zufolge Ansprechraten von 67-69% erzielen - ein sehr gutes Ergebnis für die 2. Therapieline, so Knauf.

as

Literaturhinweise:
(1) Federico M et al. J Clin Oncol 2013; 31: 1506-13.
(2) Rummel MJ et al. Lancet 2013; 381: 1203-10).
(3) Flinn IW et al. Hematol Oncol 2013; 31 (Suppl 1): 124.

Quelle: Satellitensymposium: "Individuelle Therapiestrategien in der Hämatologie - gibt es noch Standards?" Wien, 20.10.2013; Veranstalter: Mundipharma
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