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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. Februar 2015

SABCS 2014

Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms

Eribulin mit Capecitabin wirksam und sicher kombinieren

Eribulin, das bislang als Monotherapie für mit Anthrazyklinen und Taxanen vorbehandelte Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom zugelassen ist, erweist sich in einer Phase-II-Studie auch in Kombination mit Capecitabin als eine sichere Therapieoption bei gleichzeitig höherer objektiver Ansprechrate.

Auf dem letzten San Antonio Breast Cancer Symposium wurden verschiedene Poster vorgestellt, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Eribulin als Therapieoption für Patientinnen mit Mammakarzinom unterstreichen, erläuterte Prof. Chris Twelves, St. James’s Tumorzentrum, Leeds/GB. Er verwies auf eine Phase-II-Studie (P3-13-04), in der sich die Kombination Eribulin/Capecitabin als wirksame und sichere Option für mehrheitlich intensiver vorbehandelte Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom erwies. Die Patientinnen waren mit bis zu 3 Chemotherapien - u.a. mit Anthrazyklinen und Taxanen - vorbehandelt, durften aber kein Capecitabin erhalten haben. Die in der Studie eingesetzte Eribulin-Dosierung betrug 1,4 mg/m² (i.v. bolus, Tag 1+8) in Kombination mit Capecitabin 1.000 mg/m² bid (p.o., Tag 1-14). Die Dosierung war in einer Phase-Ib-Studie ermittelt worden. Ziel der Phase-II-Studie war es, Wirksamkeit und Sicherheit dieser Dosierung/Kombination zu bestätigen.

Vergleichsweise hohe Ansprechrate

Trotz der zum Teil intensiven Vorbehandlung erreichten 18 der 42 Studienpatientinnen (42,9%) eine objektive Tumorremission (CR/PR), darunter 2 komplette Remissionen. Zusätzlich stabilisierte sich bei 16 Patientinnen die Erkrankung vorübergehend, davon bei 6 Patientinnen für mindestens 6 Monate, was eine 'clinical benefit rate' (CBR; CR/PR + SD ≥ 6 Monate) von 57,1% ergibt. Median blieben die Patientinnen 7,2 Monate ohne Progress. Die Ansprechrate von fast 43% unter Eribulin/Capecitabin liegt im historischen Vergleich deutlich höher als unter der jeweiligen Monotherapie (1, 2).

Von den 16 Patientinnen mit triple-negativem Mammakarzinom (TNBC) erreichten 6 eine partielle Remission (37,5%) und weitere 5 Patientinnen eine vorübergehende Stabilisierung (SD). Bei 3 der 5 Patientinnen hielt die Stabilisierung mindestens 6 Monate an. Von 33 Patientinnen mit HER2-negativem und beliebigem Hormonrezeptor-Status erreichten 15 Patientinnen eine partielle Remission (45,5%) zuzüglich 12 vorübergehende Stabilisierungen (36,4%). Die CBR betrug 63,6% (21/33).

Phase-III-Studie gerechtfertigt

Median hatten die Patientinnen 8 Zyklen erhalten. Häufigste Grad 3-4 Nebenwirkung war die Neutropenie (69,0%). Febrile Neutropenien traten bei 3 Patientinnen (7,1%) auf. Dosis-reduktion bzw. Therapieunterbrechung wegen Nebenwirkungen waren bei 33,1% bzw. 45,2% der Patientinnen notwendig. Laut Twelves sollten die Ergebnisse unter randomisierten Phase III-Studienbedingungen weiter validiert werden.

Eribulin/Capecitabin auch adjuvant?

In einer zweiten Phase-II-Studie wurde die Kombination adjuvant bei Patientinnen mit frühem Östrogenrezeptor(ER)-positivem Mammakarzinom eingesetzt (P3-09-09). Nach Aussage der Autoren zeigte sich für die Dosierung mit 1,4 mg/m² Eribulin (Tag 1+8) in Kombination mit 900 mg/m² Capecitabin (bid, Tag 1-14) ein akzeptables Sicherheitsprofil bei einer relativen Dosisintensität von im Mittel 90,6% für die Kombination. Hauptnebenwirkungen waren Alopezie bei fast 80% der Patientinnen, Fatigue bei knapp 60% und Übelkeit bei gut der Hälfte der Patientinnen.

Lebensqualität im Fokus

Gerade in der metastasierten Situation und fortgeschrittener Therapielinie spielt die Lebensqualität der Patientinnen unter der Behandlung eine große Rolle. Zwei Untersuchungen mit Eribu-lin als Firstline-Monotherapie (P5-17-02) bzw. in Kombination mit Trastuzumab beim metastasierten (HER2-positiven) Mammakarzinom (P5-17-03) deuten darauf hin, dass Eribulin die Lebensqualität der Patientinnen nicht beeinträchtigt. Die Auswertungen wurden anhand validierter Fragebögen wie dem EORTC QLQ-C30 durchgeführt.

Eribulin auch für lobuläre Karzinome eine Option

Dass Patientinnen mit invasivem lobulären Mammakarzinom (ILC) von Eribulin in einem ähnlichen Ausmaß profitieren wie Patientinnen mit invasiv duktalem Mammakarzinom (IDC), zeigt eine explorative gepoolte Auswertung bei über 1.100 Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom, darunter 110 ILC-Patientinnen (P3-13-06). Die Auswertung basiert auf den Daten der experimentellen Arme (Eribulin-Monotherapie) zweier Phase-III-Studien sowie einer Phase-II-Studie mit Eribulin. Alle Patientinnen waren mit Anthrazyk-linen und Taxanen vorbehandelt und hatten mehrheitlich bereits mehrere Therapielinien erhalten.

Die objektive Ansprechrate der ILD-Patientinnen betrug 15,5% vs. 14,8% für die IDC-Patientinnen; jeweils gut die Hälfte der Patientinnen erreichte eine vorübergehend Stabilisierung der Erkrankung (53,6% bzw. 52,7%). Die mediane Überlebenszeit betrug 13,4 Monate (ILC) bzw. 13,6 Monate (IDC) bei einer progressionsfreien Zeitspanne von 4,1 Monaten (ILC) vs. 3,6 Monaten (IDC). Nach Aussage der Autoren ist dies ein Hinweis darauf, dass die in der Regel weniger therapiesensiblen ILC auf Eribulin genauso gut ansprechen wie die IDC.

bp

Halaven® (Eribulin) Translational Medicine European Media Roundtable, SABCS, 11.12.2014 , Eisai

Literaturhinweise:
(1) Vahat L et al. JCO 2009, 27: 2954-61.
(2) Blum JL et al. Cancer 2001, 92: 1759-68.

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