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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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05. September 2014

B-Zell-Lymphome: MabThera SC vereinfacht und verkürzt die Applikation

Die Behandlung von Lymphom-Patienten wird mit einer subkutanen Darreichungsform von MabThera® (Rituximab, Roche) bei unveränderter Wirksamkeit und Sicherheit erheblich einfacher und kürzer. Statt 5-6 Stunden wie bei der intravenösen Applikation benötigt die subkutane Gabe des Anti-CD20-Antikörpers nur etwa 5 Minuten. Von Patienten wird sie aus diesem Grund gegenüber der intravenösen Darreichung klar favorisiert. Im Vordergrund stehen die deutlich kürzeren Klinik-/Praxisaufenthalte und der damit verbundene Gewinn an therapiefreier Zeit und Lebensqualität. Zudem profitieren auch Ärzte und medizinisches Personal durch freiwerdende Ressourcen. Die europaweite Zulassung von MabThera SC wurde im März 2014 zur Erstlinienbehandlung des follikulären Lymphoms (FL) und des diffus-großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) in Kombination mit Chemotherapie erteilt. Bei Patienten mit FL beinhaltet die Zulassung auch die Erhaltungstherapie im Anschluss an die Induktionstherapie.

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Bei der Behandlung von Patienten mit B-Zell-Lymphomen ist MabThera aufgrund der dokumentierten Vorteile - Langzeitüberleben bei indolenten Lymphomen bzw. höhere Heilungsraten bei aggressiven Lymphomen - seit Jahren als Standardtherapie etabliert. Der CD20-Antikörper wurde in den letzten Jahren klinisch mit dem Ziel weiter entwickelt, die Therapie deutlich zu vereinfachen und damit auch die Lebensqualität für die Patienten relevant zu verbessern. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass eine subkutane Applikation eine wertvolle Weiterentwicklung darstellt: Hierdurch werden deutliche Zeiteinsparungen bei der Applikationsdauer möglich, die Patienten unter anderem eine raschere Rückkehr in den Alltag ermöglichen.

SABRINA-Studie: MabThera SC genauso wirksam und ebenso sicher wie i.v.

Die Basis für die Zulassung von MabThera SC sind die Resultate der SABRINA-Studie, einer offenen randomisierten Studie der klinischen Phase-III. Zulassungsrelevant war hier der Nachweis, dass subkutanes MabThera intravenös appliziertem MabThera in Bezug auf pharmakokinetische Parameter nicht unterlegen ist (1). Insbesondere wurde in der Stage-1-Analyse der Studie mit 127 Patienten gezeigt, dass nach Verabreichung der beiden Darreichungen mindestens vergleichbare mittlere Talspiegel resultierten (CthroughSC: CthroughIV: 1,62, 90% Konfidenzintervall: 1,36-1,94).

Weitergehende Aussagen zur Wirksamkeit und Sicherheit von MabThera SC ermöglicht die beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) vorgestellte, erweiterte Stage-2-Analyse von SABRINA, für die zusätzlich 283 Patienten randomisiert wurden (2). Die gepoolten Daten aus Stage-1 und Stage-2 am Ende der Induktionstherapie umfassten somit insgesamt 410 Patienten. Von diesen erhielten jeweils 205 Patienten nach Randomisierung auf zwei Gruppen eine Therapie mit entweder subkutanem oder intravenösem MabThera plus Chemotherapie (Abb. 1). Primärer Endpunkt dieser Analyse war die Abschätzung der Raten für das Gesamtansprechen der Patienten (komplette Remissionen bzw. unsichere komplette Remissionen (CR/CRu) sowie partielle Remissionen (PR) zum Ende der Induktionstherapie).

 

Abb. 1:  Therapieschema der Erstlinienbehandlung mit MabThera SC.
 


In der Stage-2-Analyse fanden sich weder Unterschiede bei den Raten für das Gesamtansprechen (ORR; 83,4% nach subkutaner Applikation vs. 84,4% nach intravenöser Applikation) noch bei den Raten für komplette Remissionen (CR/CRu; 32,7% für die subkutane- und 31,7% für die intravenöse Darreichung).

Auch in Bezug auf die Verträglichkeit unterschieden sich die Gruppen nicht: Die Raten für unerwünschte Wirkungen (alle Grade) waren 93% nach subkutaner Darreichung vs. 92% im Vergleichsarm, wobei in beiden Studienarmen überwiegend und vergleichbar häufig Nebenwirkungen ≤Grad 2 berichtet wurden. Als einziger relevanter Unterschied zwischen den Gruppen fand sich eine mäßig erhöhte Rate an Lokalreaktionen nach subkutaner Darreichung (47% vs. 33%). Diese höhere Rate war wesentlich durch eine häufigere Entwicklung von Erythemen (Grad 1) begründet. Mit einer Häufigkeit von 10% nach dem Wechsel von der intravenösen auf die subkutane Applikationsroute lag diese Nebenwirkung in einem von den Autoren erwarteten Bereich.

 

Wirkmechanismus
Co-Formulierung mit Hyaluronidase bringt Volumeneffekte bei der Applikation

MabThera SC besteht aus einer neuen Formulierung mit erheblich gesteigerter Konzentration der Antikörper im Präparat sowie einer Co-Formulierung von MabThera mit Hyaluronidase. Dieses rekombinant hergestellte Enzym (rHuPH20) begünstigt die (physiologische) Spaltung von Hyaluronfibrillen im Bereich der Injektionsstelle. Hierdurch verbessern sich die Verteilung von MabThera im Unterhautfettgewebe und dessen Absorption so deutlich, dass die subkutane Gabe praktikabler Volumina möglich wird. Der Effekt von rhHuPH20 ist innerhalb von 24 Stunden reversibel.


PrefMab-Studie zeigt klare Präferenz für MabThera SC


Inwieweit die neue Darreichung aus Sicht der Patienten klinisch relevante Vorteile bringt, hat die Studiengruppe indolente Lymphome (StiL) unter Leitung von Prof. Mathias Rummel, Gießen, in einer eigens konzipierten Studie zur Patientenpräferenz untersucht (3). In der ebenfalls beim Kongress der EHA in Mailand vorgestellten PrefMab-Studie wurde mit einem Cross-over-Design gewährleistet, so dass alle behandelten Patienten beide Darreichungsformen von MabThera vergleichen und in einem Fragebogen (Patient Preference Questionnaire) beurteilen konnten. Alle Patienten erhielten im ersten Zyklus MabThera als intravenöse Applikation (375 mg/m2). Im Studienarm A wurden 3 weitere Zyklen MabThera SC verabreicht (1.400 mg) sowie daran anschließend 4 Zyklen mit intravenöser Applikation. Patienten im Studienarm B wechselten nach initial vier Zyklen mit intravenöser Applikation auf 4 Zyklen mit der subkutanen Darreichungsform. Als Chemotherapie waren 6-8 Zyklen CHOP, CVP oder Bendamustin vorgesehen.

Die StiL fand in dieser Studie eine klare Präferenz zugunsten von MabThera SC: Von 190 bislang ausgewerteten Patienten mit CD20-positiven Lymphomen, davon 62% mit DLBCL und 38% mit FL, nannten 83% MabThera SC als Präferenz. Als wichtigster Grund hierfür wurde die mit der neuen Darreichung verbundene deutliche Zeitersparnis in der Klinik angegeben. Zusätzlich empfand ein größerer Anteil der Patienten die Behandlungssituation bei subkutaner Applikation insgesamt angenehmer und fühlte sich im Vergleich zur mehrstündigen intravenösen Applikation auch emotional weniger belastet. Vor dem Hintergrund der günstigen Resultate erwarten Experten der StiL, dass sich die subkutane Darreichungsform im klinischen Alltag als neuer Standard etabliert. Auch für zukünftige Studienprotokolle sind Empfehlungen zur Applikation von MabThera SC als Standard geplant.

Entlastung auch für Personal

Ein positiver Effekt der subkutanen Applikation ist, dass im Klinik- bzw. Praxisalltag auch Ärzte und medizinisches Personal entlastet werden. MabThera SC wird unabhängig von der Körperoberfläche des Patienten als Fixdosis verabreicht (1.400 mg/11,7 ml). Daher entfällt die bei der intravenösen Gabe erforderliche Dosisberechnung. In Verbindung mit der erheblich verkürzten Infusionszeit - und dem entsprechend geringeren Überwachungsaufwand nach Applikation - werden somit personelle Ressourcen für andere Aufgaben frei. Zudem besteht die Möglichkeit, im gleichen Zeitraum mehr Patienten zu behandeln.
 

Neue Tablet-App zu MabThera

Unter dem folgenden Link sind in der neuen App für Tablet-PCs Kurzfassungen von wichtigen MabThera-Studien als Download verfügbar. Angeboten werden zudem u.a. Informationen zu Wirksamkeit, Sicherheit und Anwendung der neuen subkutanen Darreichungsform von MabThera. 

http://www.3k-kommunikation.de/ebook

 


Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG



Literaturhinweise:
(1) Davies A et al. Lancet Oncol. 2014; 15(3):343-352.
(2) Davies A et al. 19. EHA, Mailand, 12.-15. Juni 2014; Abstract #S652.
(3) Rummel M et al. 19. EHA, Mailand, 12.-15. Juni 2014; Abstract #P467.

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