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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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26. April 2016

BNGO stellt Daten zur Patientenzufriedenheit beim Deutschen Krebskongress vor

Auf onkologischen Kongressen werden neben Daten zur Effektivität und Toxizität von Therapien immer häufiger auch Daten zum „patient reported outcome“ präsentiert. Zulassungsbehörden fordern diese Daten zunehmend ein, und auch für die Kostenerstattung und Preisgestaltung von neuen Arzneimitteln spielen diese Informationen eine wichtige Rolle. Ende Februar 2016 fand in Berlin der 32. Deutsche Krebskongress (DKK) statt. Neben Neuigkeiten aus dem Bereich der aktiven Tumortherapie standen zunehmend Fragen zur Versorgung onkologischer Patienten im Fokus des Interesses. Bei Chemotherapien trägt besonders ein gutes Nebenwirkungsmanagement zur Patientenzufriedenheit bei. Dies zeigen die Daten der in 2015 erneut durchgeführten Patientinnenbefragung in den Praxen des BNGO. Im Rahmen der Qualitätssicherung in den BNGO-Praxen wurden die dort ambulant behandelten gynäkologischen Tumorpatientinnen befragt. Der BNGO-Vorsitzende Dr. Jörg Schilling stellte die Ergebnisse als exemplarisches Beispiel für „patient reported outcome“ bei gynäkologischen Patientinnen beim DKK als Poster vor.
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Nebenwirkungen der Tumortherapie und Patientinnenzufriedenheit in gynäkoonkologischen Praxen des BNGO – eine Umfrage bei 2.104 Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren

Ein Qualitätssicherungsprojekt des Berufsverbandes Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen in Deutschland e.V. (BNGO). Jörg Schilling, Petra Ortner, Alexandra Hansen.


Zielsetzung

Zur Qualitätssicherung der ambulanten Betreuung gynäkologischer Tumorpatientinnen sowie zur Kontrolle der Lebensqualität während ihrer Behandlung führt der Berufsverband niedergelassener gynäkologischer Onkologen (BNGO) regelmäßig Umfragen zur Zufriedenheit der Patientinnen und Belastung durch die Erkrankung und Therapie durch.


Materialien und Methoden

Von Januar bis November 2015 wurden 2.104 in 48 BNGO-Praxen behandelte Patientinnen mittels eines Fragebogens zur Zufriedenheit mit der Praxis und dem Arzt sowie zu durch die Tumorerkrankung und die Tumortherapie hervorgerufenen belastenden Symptomen befragt. Symptome und Chemotherapie-assoziierte Nebenwirkungen wurden schriftlich abgefragt und von den Patientinnen auf einer Skala von 1 (am wenigsten belastend) bis 10 (am meisten belastend) bewertet.


Ergebnisse

Mindestens 96% der Patientinnen befanden Ausstattung, Organisation und Personal der Praxis als sehr gut oder gut bewertet. Die Aufmerksamkeit ihres behandelnden Arztes war für 99% sehr gut oder gut. Die Kompetenz des Arztes bewerteten nahezu 100% (99,6%) der Patientinnen als sehr gut oder gut. 99% würden sich wieder in derselben Praxis behandeln lassen. Häufigstes Symptom der Erkrankung oder Behandlung bei allen Patientinnen war Erschöpfung, das am meisten belastende Symptom Hitzewallungen. 71% der Patientinnen erhielten zum Befragungszeitpunkt eine Chemotherapie. Die allgemeine Beeinträchtigung durch die Chemotherapie wurde von 66% der Befragten als hoch bis extrem hoch empfunden. Das am häufigsten genannte Symptom war Haarausfall, gefolgt von Fatigue. Nur bei wenigen Patientinnen kam es zu Übelkeit und Erbrechen. 72% der Patientinnen (908/1.261 Patientinnen) mussten am Tag der Chemotherapie niemals erbrechen, an den Folgetagen waren es 67%. Am meisten belastend war für die meisten Patientinnen unter Chemotherapie Haarausfall, gefolgt von Fatigue, Müdigkeit und verzögerter Übelkeit. Knapp 33% aller befragten Patientinnen griffen zusätzlich zu alternativmedizinischen Medikamenten.

 
Tab. 1a: Ergebnisse der Umfrage bei 2.104 Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren.
Tab. 1a: Ergebnisse der Umfrage bei 2.104 Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren.
 
Tab. 1b: Ergebnisse der Umfrage bei 2.104 Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren.
Tab. 1b: Ergebnisse der Umfrage bei 2.104 Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren.


Zusammenfassung

Patientinnen in BNGO-Praxen sind mit Behandlung und Betreuung sehr zufrieden und fast alle würden sich wieder in derselben Praxis behandeln lassen, wie die Umfrage zeigt. Hitzewallungen empfinden die Patientinnen als am meisten belastend, Patientinnen unter Chemotherapie empfinden Haarausfall als störendstes Symptom. Erbrechen ist nur selten und gehört zu den am wenigsten belastenden Nebenwirkungen.


Fazit

Diese Befragung von 2.104 Patientinnen aus 48 gynäkoonkologischen Praxen in Deutschland hat gezeigt, dass die Mehrheit der Patientinnen mit der Arbeit und den Bedingungen in den gynäkoonkologischen Praxen sehr zufrieden ist. Fast alle Patientinnen würden sich laut dieser Umfrage wieder in derselben Praxis behandeln lassen. Erbrechen, früher gefürchtete Nebenwirkungen einer Chemotherapie, ist eine der seltensten Nebenwirkungen der Chemotherapie. Haarausfall ist die häufigste und auch als am meisten belastend empfundene Nebenwirkung einer Chemotherapie.

Diese Ergebnisse sind ein Qualitätsindikator für die Versorgung von Patientinnen mit gynäkologischen Tumorerkrankungen in niedergelassenen gynäkoonkologischen Spezialpraxen. Als abschließendes Urteil äußerten 99% der Studienteilnehmerinnen, dass sie sich wieder in derselben Praxis behandeln lassen würden.



 
Kontakt
BNGO e.V.
Geschäftsstelle
Friedenstraße 58
15366 Neuenhagen
Tel.: (03342) 42 68 9 – 70
Fax: (03342) 42 68 9 – 80
E-Mail: info@bngo.de
Internet: www.bngo.de
Neues aus dem Verband

Im Februar 2016 wurde Frau Dr. rer. nat. Petra Ortner, München, zur Pressereferentin des BNGO e.V. ernannt. Sie steht allen Verbandsmitgliedern gerne für Fragen rund um Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen zur Verfügung. Sie erreichen sie unter der E-Mail-Adresse ortner@pomme-med.de oder telefonisch unter 089/45456625.
Literatur:
(1) Schilling J et al. Oncol Res Treat 39(suppl 1) VII-191 (2016), P314.
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