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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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28. August 2012

Axitinib – eine weitere Option in der Zweitlinientherapie des mRCC

Interview mit PD Dr. med. Michael Staehler, Urologische Klinik und Poliklinik, Ludwig-Maximilians-Universität, Klinikum Großhadern, München.

Die Angiogenesehemmung ist beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) ein wirksames Behandlungsprinzip. Dies bestätigen auch die Daten zu Axitinib, einem oralen, selektiv wirkenden Inhibitor der VEGF-Rezeptoren 1, 2 und 3, der in der Studie AXIS in der Zweitlinientherapie im Vergleich zu Sorafenib zu einem signifikant längerem progressionsfreien Überleben und einer höheren Ansprechrate geführt hat.

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JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Dr. Staehler, wie bewerten Sie den Vorteil im progressionsfreien Überleben, der sich mit Axitinib im Vergleich zu Sorafenib gezeigt hat?

STAEHLER: Die Werte sind geringer als erwartet und stimmen auch nicht mit den progressionsfreien Überlebenszeiten überein, die wir am Zentrum gesehen haben.

Man darf diese Zahlen aber auch nicht überbewerten. Es handelt sich bei der AXIS-Studie um die erste Phase-III-Studie in der Zweitlinie des metastasierten Nierenzellkarzinoms, in der gegen eine aktive Substanz getestet wurde. Primäres Ziel war es, einen 30%igen Unterschied im progressionsfreien Überleben (PFS) zu zeigen, und damit wurde das Studienziel erreicht. Der Mechanismus der Angiogeneseinhibition deutet darauf hin, dass man die Angiogeneseinhibition nicht abbrechen, sondern im Progress weiter behandeln sollte.

JOURNAL ONKOLOGIE: War das PFS abhängig von der Vorbehandlung?

STAEHLER: Der Unterschied im PFS zwischen Sorafenib und Axitinib war bei Sunitinib-vorbehandelten Patienten kleiner als bei Zytokin-vorbehandelten Patienten. Bei den mit Sunitinib vorbehandelten Patienten betrug das PFS im independent Review 3,4 Monate mit Sorafenib versus 4,8 Monate mit Axitinib und im investigator Review 4,5 Monate mit Sorafenib und 6,5 Monate unter Axitinib. Klinische Relevanz haben immer die investigator assessed Ergebnisse, die in der täglichen Praxis ermittelt werden. Wir haben schon öfter die Erfahrung gemacht, dass im zentralen Review kleinste Schwankungen in der Lymphknotengröße als Progression gedeutet wurde, die gar keine war.

Zytokin-vorbehandelte Patienten sind in der Selektion häufig die Patienten mit besserer Prognose. Sie haben sehr gut abgeschnitten, sowohl mit Axitinib als auch mit dem Sorafenib.

JOURNAL ONKOLOGIE: Die Ansprechraten waren mit Axitinib etwa doppelt so hoch wie mit Sorafenib. Welche Bedeutung hat das?

STAEHLER: Die partiellen Remissionen waren unter Sorafenib etwa 10%, unter Axitinib etwa 20%. 20% partielle Remissionen in der Zweitlinie sind enorm viel. Diese partielle Remission bringt für die Patienten, die sie erreichen, einen echten Benefit. Wahrscheinlich hat Axitinib einen anderen Wirkmechanismus als die anderen Tyrosinkinaseinhibitoren, so dass es auch nicht ganz sicher ist, wann Axitinib am besten einzusetzen ist. Wahrscheinlich ist Axitinib in der früheren Therapie effektiver und erhält alle anderen Therapieoptionen aufrecht.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie beurteilen Sie das Nebenwirkungsprofil von Axitinib?

STAEHLER: Axitinib hat sein eigenes Nebenwirkungsprofil. Es treten andere Nebenwirkungen auf, die man jedoch gut kontrollieren kann. Relativ früh werden z.B. Schilddrüsenveränderungen beobachtet, die üblicherweise unter anderen TKI erst verzögert auftreten.

JOURNAL ONKOLOGIE: Die Zulassungsempfehlung für Axitinib ist ausgesprochen worden nach Vorbehandlung mit Sunitinib und Zytokinen. Warum nicht nach Bevacizumab-Vorbehandlung?

STAEHLER: Die Behörden halten sich immer enger an die Studienprotokolle und an die Subgruppenanalysen. Es waren nur wenige mit Bevacizumab vorbehandelte Patienten in der AXIS-Studie und man hat sich auf die beiden großen Subgruppen – die Sunitinib- und die Zytokin-vorbehandelten – beschränkt. Warum das so ist kann ich aber auch nicht verstehen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wann würden Sie Axitinib einsetzen und wie gehen Sie mit der Substanz um?

STAEHLER: Je mehr Medikamente für die Behandlung zur Verfügung stehen, um so relevanter wird die Zulassungssituation. Wir werden Patienten somit v.a. zulassungskonform therapieren. Wenn Axitinib für die Zweitlinie zugelassen ist, werden wir es in der Zweitlinie in diesem entsprechenden Setting einsetzen. Wenn man Axitinib ins Spiel bringen will, müssen die Patienten in der Erstlinie entweder mit Zytokinen behandelt werden – die aber kaum noch eingesetzt werden – oder man muss die Behandlung mit Sunitinib beginnen. Etwa 60% werden in der Erstlinie derzeit mit Sunitinib behandelt.

Die Einschränkung des Zulassungsstatus macht die Situation sicher nicht einfacher, aber es ist erfreulich, dass eine weitere Option der Therapie vorhanden ist. Damit können wir sicher weiterhin daran arbeiten, das Gesamtüberleben unserer Patienten zu verlängern.

Vielen Dank für das Gespräch!

as

Ergebnisse der AXIS-Studie

In der randomisierten, offenen Phase-III-Studie AXIS wurde Axitinib im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit gegen Sorafenib in der Zweitlinientherapie bei 723 Patienten mit mRCC getestet (1). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) war mit 6,7 Monaten unter Axitinib signifikant länger als unter Sorafenib (4,7 Monate; HR=0,665; p<0,0001). Die objektive Ansprechrate (ORR) war im Axitinib-Arm mit 19,4% ebenfalls signifikant verbessert gegenüber 9,4% unter Sorafenib (p=0,0001). Das Nebenwirkungsprofil war in beiden Gruppen akzeptabel. Unerwünschte Ereignisse, die unter Axitinib häufiger auftraten als unter Sorafenib, waren Bluthochdruck (40% vs. 29% alle Grade), Fatigue (39% vs. 32%), Dysphonie (31% vs. 14%) und Hyperthyroidismus (19% vs. 8%). Unter Sorafenib-Behandlung kam es dagegen häufiger zu Hand-Fuß-Syndrom (27% vs. 51%), Rash (13% vs. 32%), Alopezie (4% vs. 32%) und Anämie (4% vs. 12%)

Literaturhinweis:
(1) Rini BI, et al. J Clin Oncol 2011;29 (suppl; abstr. 4503)

 

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