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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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29. Dezember 2012

Auch die Therapie mit Eribulin wird sich immer weiter nach vorne schieben

Interview mit Prof. Dr. med. Nadia Harbeck, München.

Eribulin (Halaven®) ist seit März 2011 für Frauen mit lokal fortgeschrittenem und metastasiertem Brustkrebs zugelassen, bei denen die Erkrankung nach mindestens zwei Vortherapien, die ein Taxan und ein Anthrazyklin enthalten haben sollten, weiter fortgeschritten ist. Eribulin ist inzwischen in die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) und die aktuelle S3-Leitlinie aufgenommen worden. Frau Prof. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums der Universität München (Standorte: Frauenkliniken Großhadern und Maistraße-Innenstadt) sprach mit JOURNAL ONKOLOGIE über die praktischen Erfahrungen, die sie mit der Substanz bisher sammeln konnte und auf welche zukünftigen Entwicklungen man gespannt sein darf.

Prof. Nadia Harbeck, München
 

JOURNAL ONKOLOGIE: Frau Prof. Harbeck, welche praktischen Erfahrungen konnten Sie mit Eribulin bisher sammeln?

HARBECK:
An meiner alten Klinik, der Uniklinik in Köln, haben wir Eribulin relativ rasch nach der Zulassung eingesetzt und haben gute Erfahrung damit gesammelt. Die Patientinnen haben die Substanz gut vertragen. Die Wirksamkeit von Eribulin entsprach dem, wie man es in der Drittlinie erwarten kann. Nicht jede Patientin hat einen Nutzen davon, aber die Patienten, bei denen Eribulin die Krankheit stabilisiert, profitieren auch länger davon.

JOURNAL ONKOLOGIE:
Gibt es Patientinnen, denen die Substanz besondere Vorteile bietet oder bei denen man eher zurückhaltend sein muss?

HARBECK: Dass bestimmte Subgruppen von Patientinnen profitieren, haben wir nicht beobachtet. Aus meiner Erfahrung lässt sich z.B. kein Vorteil bei einem speziellen Metastasierungsmuster ableiten.

Ganz wichtig ist, dass die Patienten noch eine Knochenmarkreserve haben müssen. Bei einer Patientin, die z.B. sehr intensiv im Bereich der Wirbelsäule bestahlt wurde, kann eine Behandlung mit Eribulin problematisch sein, insbesondere wenn man es in der Drittlinie einsetzt. Auch bei Patientinnen mit präexistierender Neurotoxizität, z.B. durch Anthrazykline und Taxane, kann eine Behandlung schwierig werden. Kontraindikationen ergeben sich durch die Vorbehandlung, und die stark vorbehandelte Letztlinienpatientin ist sicher nicht diejenige, die von diesem Medikament profitiert, weil doch eine gewisse Hämatotoxizität zu erwarten ist. Insgesamt ist Eribulin bequem einzusetzen, weil man keine spezielle Prämedikation braucht.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie beurteilen Sie die Benefit/Risk-Ratio?

HARBECK: Je früher man eine wirksame Substanz einsetzt, um so bessere Erfolge kann man erzielen und um so besser vertragen die Patienten die Substanz. Heute sind Patientinnen schon in der Adjuvanz zum Teil mit Anthrazyklinen und Taxanen vorbehandelt. Wenn dann z.B. Capecitabin in der Erstlinie noch versagt hat, kommt Eribulin auch in der Zweitlinie zum Einsatz.

JOURNAL ONKOLOGIE: Eribulin schiebt sich der Therapielinie also immer weiter nach vorn?

HARBECK: Heutzutage schiebt sich alles weiter nach vorne, dadurch dass Anthrazykline und Taxane Standard in der adjuvanten Therapie sind.

JOURNAL ONKOLOGIE: Mit welchen Entwicklungen können wir rechnen?

HARBECK: Wir werden Eribulin neoadjuvant einsetzen im Rahmen einer Phase-II-Studie zusammen mit der spanischen Studiengruppe SOLTI, die ich in Deutschland auch leite. Darauf sind wir alle schon sehr gespannt. In Deutschland werden 5 Zentren teilnehmen. Unser Brustzentrum wurde gerade als Zentrum initiiert und wir warten auf den Einschluss der ersten Patientinnen. Es handelt sich um eine offene, einarmige phamakogenomische Phase-II-Studie zum Einsatz von Eribulin als Einzelwirkstoff in der neoadjuvanten Therapie von operablem Stadium I-II Brustkrebs ohne HER2-Überexpression. Die Studie enthält also auch ein Biomarkerprogramm, so dass wir dann sehen können, welche Patienten besonders von Eribulin profitieren. Wir wissen, was wir mit Taxanen allein in der Neoadjuvanz erreichen können, so dass sich aus dieser Studie ein interessanter Vergleich ergeben kann.

In der adjuvanten Situation gibt es eine ganze Reihe von Studien im Vergleich zu anderen Substanzen, deren Ergebnisse noch ausstehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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