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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Mai 2011

Aktuelle Standards in Supportivtherapie und Rehabilitation in der Onkologie

Im März dieses Jahres fand in Berlin der 2. Jahreskongress der Arbeitsgemeinschaft für Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS) der Deutschen Krebsgesellschaft statt. Anhand aktueller Studien, Publikationen und Therapieempfehlungen von Experten verschiedener Fachrichtungen wurden aktuelle Herausforderungen und Kontroversen in der onkologischen Supportivtherapie und Rehabilitation vorgestellt.
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„Ziel einer adäquaten Supportivtherapie ist es, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern“, so ASORS-Vorsitzende Prof. Petra Feyer, Berlin. Der zweite Vorsitzende, Dr. Hans Helge Bartsch, Freiburg, betonte die Wichtigkeit der Rehabilitation onkologischer Patienten. „Derzeit nehmen nur 30% der Krebspatienten an Rehabilitationsmaßnahmen teil, obwohl oft Folgeerkrankungen und eine spätere Pflegebedürftigkeit verhindert werden könnten.“

Nebenwirkungsmanagement

Ein Weg, die Lebensqualität erheblich zu bessern, besteht darin, die therapiebedingten Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Prof. Martin Wehling, Heidelberg, berichtete dazu von den aktuellen Daten zu Interaktionen und Nebenwirkungen von Bisphosphonaten. Er wies darauf hin, dass bei Tumorpatienten, die mit dem Bisphosphonat Ibandronat behandelt wurden, seltener Kieferosteonekrosen und Nierenfunktionsstörungen auftraten. Einen weiteren Vorteil in der Verwendung dieses Bisphosphonats sieht er darin, dass es auch in oraler Darreichungsform zur Verfügung steht.

„Für das Management von Hautreaktionen gibt es derzeit keine valide Therapiemöglichkeit“, so Dr. Timo Behlendorf, Halle, „wobei ein hoher Bedarf besteht, da die Lebensqualität durch Hauttoxizitäten, wie das Hand-Fuß-Syndrom, zum Teil erheblich leidet.“ Im Gegensatz dazu lassen sich die Symptome anderer Komplikationen, die bei Chemo- und Strahlentherapie auftreten können, wie die Diarrhö, meist gut behandeln. Dies wird nach genauer Anamnese je nach Bedarf durch Flüssigkeitsausgleich, parenterale/enterale Ernährung, Ursachen-Therapie (bei bakteriellen, viralen oder Pilz-Infektionen) und Krampflöser bewerkstelligt, so Dr. Jürgen Körber, Bad Kreuznach.

Prof. Axel Matzdorff, Saarbrücken, stellte Daten zur Prävention und Therapie von Thrombosen vor. Als Tumorentitäten mit besonders hohem Thromboserisiko gelten Ovarial-, Lungen-, Pankreas-, ZNS-Karzinome sowie Lymphome. Außerdem haben immobile, stationäre Patienten ein erhöhtes Thromboserisiko. „Einer von sieben stationären Patienten stirbt an einer Thrombose oder Embolie.“ Bei Tumorpatienten wird präventiv niedermolekulares Heparin eingesetzt. Als neue Substanzen werden derzeit orale Antikoagulanzien getestet.

Komplementärmedizin

Die neuesten Daten zur Komplementärmedizin wurden von Dr. Matthias Rostock, Zürich/Schweiz, vorgestellt. Dabei standen drei Extrakte im Fokus von Studien, Weihrauchextrakt (Bosweliasäure), Mistelextrakt und Grüntee-Extrakte. Weihrauchextrakt, der in einer Pilotstudie parallel zur Strahlentherapie bei Hirntumoren gegeben wurde, erhöhte im Gegensatz zu Placebo signifikant die Tumorresponse und führte zur Ödemreduktion. Es bedarf aber der weiteren Untersuchung in Phase-III-Studien. Beim Mistelextrakt gab es eine Studie zum Mammakarzinom, bei der ein positiver Trend im Hinblick auf therapiebedingte Nebenwirkungen und Überlebenszeit beobachtet wurde. Die Untersuchungsergebnisse mit grünem Tee fielen unterschiedlich aus. Bei der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) wurde Polyphenon E, ein Extrakt aus grünem Tee, in hohen Dosen über einen langen Therapiezeitraum gegeben, was zum Teil zu einer guten Tumorresponse führte, aber mit starken Nebenwirkungen (Übelkeit, Transaminasen-Erhöhung, abdominellen Schmerzen) verbunden war. Rostock wies darauf hin, dass grüner Tee bei Patienten mit Prostatakarzinom-Vorstufen das Risiko der Entwicklung eines Karzinoms verhindern könne, beim hormonrefraktären, fortgeschrittenen Prostatakarzinom würde er aber zum Auftreten erheblicher Toxizitäten führen. Auch sei es in Studien zu Interaktionen mit anderen Substanzen gekommen. So inhibierte grüner Tee z.B. orales Sunitinib. Diese Gefahr bestehe jedoch bei allen Phenol-haltigen Lebensmitteln, so Rostock.

Rehabilitation

Prof. Manfred Heim, Bad Sooden-Allendorf, erklärte, dass Patienten in der Rehabilitation als Hauptproblem Müdigkeit und Erschöpfung angeben. Die chronische Fatigue kann zu starken Beeinträchtigungen führen. „Im Rahmen verschiedener klinischer Studien hat sich das Psychostimulanz Methylphenidat als wirksames Medikament gegen tumorassoziierte Fatigue erwiesen“, sagte Heim.

Dr. Tilmann Steinmetz, Köln, berichtete von der Korrektur der tumorassoziierten Eisenmangelanämie bei Krebspatienten mit Eisencarboxymaltose. „Eine tumorassoziierte Anämie kann häufig sehr erfolgreich mit parenteraler Eisengabe behandelt werden. Eisencarboxymaltose ist ein sehr gut verträgliches und wirksames Medikament zur parenteralen Eisentherapie“.

Die Fachärztin für Strahlentherapie, Dr. Grit Welzel, Mannheim, berichtete über kognitive Störungen nach Strahlentherapien. Vom Kind im Mutterleib bis zum Erwachsenenalter wird das Gehirn immer weniger strahlenempfindlich. „Obwohl das Hirn eines Erwachsenen als strahlenrobust gilt, werden bei 11% nach Hochdosisstrahlentherapien Demenzfälle berichtet“, so die Expertin.

sr

2. ASORS-Jahreskongress „Supportive Therapie und Rehabilitation bei Krebs – State of the Art 2011“, 25.-26. März 2011, Berlin
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