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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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29. September 2017 Seite 1/4

Aktuelle Diagnostik und Therapie des Hodenkarzinoms

S. Herdegen, M. Gierth, Caritas Krankenhaus St. Josef, Klinik für Urologie der Universität Regensburg.

Keimzellkarzinome des Hodens sind die häufigsten Tumorerkrankungen bei Männern im Alter von 20-35 Jahren. Insgesamt ist der Hodentumor mit 1-2% aller Tumorerkrankungen jedoch selten. Durch die Anwendung konsequenter Stadien-gerechter Behandlungskonzepte kann eine Heilungsrate von mehr als 90% erzielt werden. Die folgende Abhandlung soll einen Überblick über die aktuellen Standards in der Diagnostik und die Leitlinien-gerechte Behandlung des Keimzelltumors geben.
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Pro Jahr werden in Deutschland etwa 4.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Die Inzidenz ist in den letzten Jahren bis auf 10/100.000 Männer angestiegen. Dabei treten bei 95% der Männer die Tumoren ausschließlich im Hoden auf und nur in Ausnahmefällen extragonadal. Für die Entstehung eines Keimzelltumors gibt es nur wenige gesicherte Risikofaktoren. Ein Kryptorchismus geht stets mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einher, die Gefahr der Tumorentwicklung ist ca. 10-20x größer als beim normal deszendierten Hoden. Beim Leistenhoden zum Beispiel wird eine maligne Entartung in 1 von 80 Fällen (1-2%) angegeben. Patienten mit einem Hodentumor bereits in der Vorgeschichte weisen ein besonders erhöhtes Risiko auf, ebenso familiär vorbelastete Patienten (Hodentumor bei Vater oder Bruder). Bei Tumorpatienten mit einer Hodenatrophie oder einem Kryptorchismus sollte eine Nadelbiopsie des kontralateralen Hodens erfolgen, da das Risiko für das Vorliegen einer testikulären intraepithelialen Neoplasie (TIN) erhöht ist. Bei Nachweis einer TIN kann in 50% der Fälle innerhalb von 5 Jahren ein invasiver Keimzelltumor entstehen (1-3,14,15).


Einteilung und Diagnostik

Keimzelltumoren kann man prinzipiell in 2 Gruppen, die auch insbesondere in therapeutischer Hinsicht relevant sind, einteilen: etwa 55% der Keimzelltumoren stellen reine Seminome, 45% Nicht-Seminome und Mischtumoren (mit Seminom-Anteil) dar. Die Nicht-Seminome kann man histologisch gesehen nochmals in Dottersacktumoren, Teratome, Chorionkarzinome und embryonale Karzinome einteilen.

Der erste diagnostische Schritt, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen, ist neben der klinischen Untersuchung mit Palpation die Durchführung einer Hodensonographie. Zudem sollten Tumormarker (AFP, ß-HCG und LDH) bestimmt werden und ein Staging mittels CT Thorax/Abdomen erfolgen. Die Freisetzung des Tumormarkers AFP schließt das Vorliegen eines reinen Seminoms aus. Die Durchführung einer bildgebenden Untersuchung des Schädels sollte nur bei Nachweis multipler pulmonaler Metastasen oder klinischen Symptomen empfohlen werden. Im Anschluss erfolgt die inguinale Hodenfreilegung zur Histologie-Gewinnung. Bei kleinen isolierten Tumoren (< 30% des Hodenvolumens) oder unsicherer Tumordiagnose kann zunächst eine Organ-erhaltende Enukleation des Tumors erfolgen und die Entscheidung zur Ablatio testis Schnellschnitt-gesteuert getroffen werden. Sollte aufgrund des Tumorstadiums eine systemische Therapie notwendig sein, muss der Patient auf die Möglichkeit der Kryokonservierung hingewiesen werden (1, 3, 14, 15).


Stadien-Einteilung

Anhand des Metastasierungsmusters kann eine klinische Stadien-Einteilung erfolgen. Auf den Hoden begrenzte Tumoren werden dem Stadium I zugeordnet. Infradiaphragmale Lymphknoten-Metastasen entsprechen Stadium II, während supradiaphragmale oder hämatogene Fernmetastasen zum Stadium III zählen (Abb. 1). Zur genaueren Prognose-Beurteilung wird im Stadium II und III die Klassifikation der International Germ Cell Cancer Collaborative Group (IGCCCG) herangezogen. Je nach Höhe der Tumormarker AFP und ß-HCG kann eine Zuordnung in 3 verschiedene Prognose-Gruppen erfolgen (Tab. 1 und 2). Ungefähr 56% der metastasierten Patienten haben ein günstiges Risikoprofil mit einer Überlebensrate von über 90%. Die Klassifikation der Ausdehnung des Primärtumors und der Metastasierung erfolgt auf Basis der UICC-TNM-Kriterien (Tab. 3) (1, 14)
 
Abb. 1: Anatomische Stadien-Einteilung des Keimzelltumors nach der Lugano-Klassifikation (20).
Abb. 1: Anatomische Stadien-Einteilung des Keimzelltumors nach der Lugano-Klassifikation (20).


 
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