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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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14. November 2013

Fortgeschrittenes, nicht-plattenepitheliales NSCLC

AVAPERL: Erhaltungstherapie mit Pemetrexed und Bevacizumab

Interview mit Dr. Andreas Jakob, Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach.

Aktuelle, beim diesjährigen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellte Daten der AVAPERL-Studie bestätigen ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben bei einer Zugabe von Pemetrexed zur Erhaltungstherapie mit Bevacizumab. Was diese Studiendaten bedeuten, erläutert Dr. Andreas Jakob, Chefarzt am Ortenau Klinikum, St. Josefsklinik.

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JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Dr. Jakob, im Rahmen der Jahrestagung der ASCO in Chicago, USA, wurden aktuelle Ergebnisse der AVAPERL-Studie präsentiert (1): Wie sieht das Studiendesign aus?

Jakob:
In der AVAPERL-Studie wurden Patienten mit unbehandeltem, lokal fortgeschrittenem (Stadium IIIb) oder metastasiertem (Stadium IV), nicht-platten-epithelialem NSCLC (nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom) nach einer Erstlinien Chemotherapie mit Pemetrexed, Bevacizumab und Cisplatin im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder eine Erhaltungstherapie mit Bevacizumab allein oder mit Bevacizumab plus Pemetrexed. Weiterbehandelt wurden die Studienteilnehmer, die nach den 4 Zyklen der Induktionstherapie nicht progredient waren. Die Erhaltungstherapie wurde bis zum Krankheitsprogress oder bis zum Erreichen einer unakzeptablen Toxizität fortgesetzt.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Fragestellung steht hinter der Studie?

Jakob: Mit einer Erhaltungstherapie soll bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC zum einen die in der Initialtherapie erreichte Tumorremission aufrechterhalten werden, zum anderen wird eine Lebensverlängerung bei erhaltener Lebensqualität angestrebt. Sowohl für eine kontinuierliche Weiterbehandlung mit Pemetrexed (Alimta®) als auch für eine Erhaltungstherapie mit Bevacizumab (Avastin®) nach einer Induktionschemotherapie liegen positive Daten vor. Eine Erhaltungstherapie ist mittlerweile mit beiden Substanzen jeweils als Monotherapie etabliert. Damit lag der Gedanke nahe, auch die Kombination von Pemetrexed und Bevacizumab in der Erhaltungstherapie zu prüfen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Was zeigen die Ergebnisse, die auf dem diesjährigen ASCO vorgestellt worden sind?

Jakob: Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14,8 Monaten ergab sich ein signifikanter Vorteil für die Dublett-Therapie: Gemessen ab Beginn der Erstlinientherapie, überlebten Patienten unter der zusätzlichen Gabe von Pemetrexed zu Bevacizumab 10,2 Monate ohne Fortschreiten der Erkrankung, die Patienten unter Bevacizumab allein 6,6 Monate (HR=0,58; p<0,0001). Auch für das progressionsfreie Überleben (PFS), gemessen ab dem Zeitpunkt der Randomisierung in die Erhaltungstherapiearme, konnte ein signifikanter Vorteil nachgewiesen werden. Erreicht wurden hier 7,4 vs. 3,7 Monate progressionsfreie Überlebenszeit (HR=0,57; p<0,0001). Durch die Hinzunahme von Pemetrexed zu Bevacizumab verlängerte sich darüber hinaus das Gesamtüberleben (OS) der Patienten gegenüber der Erhaltungstherapie mit Bevacizumab allein numerisch um fast 4 Monate, gerechnet ab dem Beginn der Induktionstherapie (19,8 vs. 15,9 Monate; HR=0,88; p=0,32). Die Verlängerung des PFS und des OS konnte in allen Patientensubgruppen nachgewiesen werden.

JOURNAL ONKOLOGIE: Was wurde hinsichtlich der Verträglichkeit in der aktuellen Studie zur Erhaltungstherapie festgestellt?

Jakob: Die Sicherheitsdaten aus der Studie waren bereits zuvor publiziert worden (2). Im Rahmen der aktuellen Auswertung wurden keine neuen sicherheitsrelevanten Signale beobachtet, und es traten keine unerwarteten oder neuen Toxizitäten auf. Diese Beobachtungen sind deshalb sehr wichtig, weil sie für die Lebensqualität der Patienten in einer palliativen Behandlungssituation von großer Bedeutung sind.

JOURNAL ONKOLOGIE: Bei Betrachtung der Daten und Ihrer Erfahrungswerte: Welches Fazit würden Sie für die Behandlung von NSCLC-Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie im klinischen Alltag ziehen?

Jakob: Durch die kombinierte Erhaltungstherapie mit Pemetrexed und Bevacizumab konnte eine erhebliche Reduktion des Progressionsrisikos erreicht werden. Für Patienten in dieser palliativen Behandlungssituation ist ein Überleben ohne Krankheitsfortschritt von über 10 Monaten ein herausragender Wert. Aber auch der nicht signifikante Vorteil im Gesamtüberleben von fast 4 Monaten ist äußerst bemerkenswert.

Vielen Dank für das Gespräch!


Literaturhinweise:
(1) Rittmeyer A, et al. J Clin Oncol 31, 2013 (Suppl), Abstr. #8014.
(2) Barlési F, et al. J Clin Oncol 29, 2011 (Suppl), Abstr. #7562.

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