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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. März 2009

ASCO GI 2009: Interview/ Neue Aspekte zur Therapie des kolorektalen Karzinoms

Interview mit Dr. med. Dirk Arnold, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale): Herr Dr. Arnold, welche Daten zum Einsatz von Bevacizumab bei verschiedenen Patientengruppen wurden in San Francisco auf dem diesjährigen Symposium über Gastrointestinale Karzinome (ASCO GI) gezeigt, die die konsistente Wirksamkeit dieses Angiogenese-Hemmers bestätigen?
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Auf dem ASCO GI wurden zwei neue Studien vorgestellt, die die zuverlässige Auswirkung des Angiogenese-Hemmers auf das Gesamtüberleben bestätigen. Bei der einen handelt es sich um eine Nachbeobachtung von 125 Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom, die im Jahr 2006 an sämtlichen 45 privaten und öffentlichen Kliniken Westfrankreichs in der First-Line das Chemotherapieregime FOLFIRI + Bevacizumab erhalten hatten. Etwa 20% dieser Patienten waren über 70 Jahre alt. Auch diese Patienten haben die Bevacizumab-haltige Therapie gut vertragen. Insgesamt wurde ein medianes progressionsfreies Überleben von 15,4 Monaten und ein medianes Gesamtüberleben von sogar 29 Monaten erreicht.
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Die zweite Studie, eine Kohortenstudie, stammt aus der kanadischen Provinz British Columbia und untersuchte alle Patienten, bei denen in den Jahren 2003/04 und 2006 ein metastasiertes kolorektales Karzinom diagnostiziert worden war und die daraufhin im Rahmen des Krebsnetzwerks der Provinz (BCCA) behandelt worden waren. Wie sich zeigte, war das mediane Gesamtüberleben der Patienten innerhalb dieser 2 Jahre signifikant um volle 5 Monate angestiegen. Denn während das mediane Gesamtüberleben derjenigen Patienten, die in den Jahren 2003/04 eine systemische Therapie erhalten hatten, nur 18,6 Monate betrug, so lag es im Jahr 2006 bei 23,6 Monaten. Gleichzeitig hatte sich das Gesamtüberleben der Patienten, die nicht systemisch therapiert wurden, nicht verändert und betrug in beiden Zeiträumen nur rund 6 Monate. Wie der zentralen Apotheken-Datenbank entnommen werden konnte, war der entscheidende Unterschied in der systemischen Therapie zwischen 2003/04 und 2006 aber der deutlich häufigere Einsatz von Bevacizumab im Jahr 2006 gewesen. So hatten in den Jahren 2003/04 nur 9,6% der Patienten Bevacizumab erhalten, im Jahr 2006 dagegen 45,2% (p<0,001). Der Einsatz von Cetuximab war in beiden Zeiträumen gleich (2,4% vs. 1,7%), eine bessere „Salvage“-Option hat hier also keine Rolle gespielt.

Decken sich diese Ergebnisse mit den bisherigen Daten zu Bevacizumab?

Es ist in der Tat so, dass Bevacizumab in allen Studien, in denen es bisher eingesetzt wurde, zu konsistent langem progressionsfreiem Überleben von zumeist 10 bis mehr als 12 Monaten und zu langen Überlebenszeiten geführt hat. Dies gilt für die Phase-II-, die Phase-III- und die Phase-IV-Studien. Fast immer betrugen die Gesamtüberlebenszeiten 2 Jahre oder mehr. Sind diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar? Wir sehen solche Überlebensverlängerungen natürlich auch bei uns – und zu einem großen Teil sind sie auf den Einsatz von Bevacizumab zurückzuführen. Bei uns kommt aber hinzu, dass die Patienten heute insgesamt mehr Therapie erhalten als früher, also auch aktive Zweit- und Drittlinientherapien, und dass heute auch wesentlich häufiger Lebermetastasen in kurativer Absicht operiert werden. Somit gibt es mehrere Aspekte, die zur Überlebensverlängerung von Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom beitragen. Aber Bevacizumab trägt sicher auch bei uns einen großen Anteil dazu bei.

Wie würden Sie einen Patienten mit einem K-RAS-Wildtyp-Tumor heute behandeln?

Bevor ich entscheide, welche Medikation ich wähle, muss ich zuerst entscheiden, welche Therapiestrategie für diesen Patienten die beste ist. Also – handelt es sich um einen potenziell resektablen Patienten? Oder um einen Patienten mit multiplen Metastasen, bei dem ich nur möglichst optimal palliativ behandeln kann? Wie aggressiv ist der Tumor? Erst wenn ich diese Fragen geklärt habe, denke ich über die Medikation nach.

Wenn ein Patient einen aggressiven Tumor hat und sicher keine Option für einen sekundär kurativen Ansatz durch Metastasenresektion hat, brauche ich für die Entscheidung zur First-Line-Therapie zunächst nicht zwingend auf K-RAS zu testen, denn in so einer Situation würde ich im Regelfall eine Bevacizumab-haltige Dreifachtherapie bevorzugen – auch bei K-RAS-Wildtyp-Patienten. Denn hier geht es um ein möglichst langes Überleben mit möglichst wenigen Nebenwirkungen. Bei potenziell resektablen Patienten ist die Situation derzeit noch offen. Bei Patienten in der palliativen Situation, denen eine Kombinations-Chemotherapie nicht zumutbar ist oder die einen weniger aggressiven Tumor haben, kann Bevacizumab sehr gut mit einer 5-FU- oder Capecitabin-Monotherapie kombiniert werden. Dies ist eine sehr gut verträgliche Therapie, mit der sich ein langes progressionsfreies Überleben erzielen lässt und die noch alle weiteren Optionen offen lässt.
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