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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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26. September 2014

Editorial

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Prof. Dr. Andreas Dietz
 
Prof. Dr. Rainer Fietkau
 

In dem nachfolgenden Themenheft haben Ihnen ausgewiesene Experten aus den verschiedenen Disziplinen einen breiten aktuellen Blick auf das Thema der Kopf-Hals-Tumoren zusammengestellt. Nicht zuletzt wegen steigender Fallzahlen insbesondere im Bereich des Oropharynx, assoziiert mit dem HPV16-Virus und der damit zusammenhängenden diversifizierten Tumorbiologie rückte auch der Krebs im Kopf-Hals-Bereich in den vergangenen Jahren zunehmend in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit hoch komplexen tumorbiologischen Zusammenhängen. Kann man den Tumor durch mittlerweile gut eingrenzbare Diagnostik auf DNA- und RNA-Ebene in die beiden HPV16-abhängigen Schubladen aufteilen, sieht sich das interdisziplinäre Behandlungsteam mit zwei völlig unterschiedlichen Tumorentitäten konfrontiert. Besteht ein HPV16-Bezug, ist die Prognose auf jeden Fall erheblich günstiger, fast egal, ob operiert oder bestrahlt wird. Genetisch sind diese Tumore homogener, weisen ein intaktes p53-Tumorsuppressorgen auf und sind weniger mit höherem Konsum von Tabak/Alkohol assoziiert. Ist HPV16-negativ, haben wir es mit einer deutlich schlechteren Prognose und deutlich höherer genetischer Alterierung bzw. Heterogenität zu tun. In Deutschland sprechen wir aktuell von ca. 25% HPV16-positiven Kopf-Hals-Karzinomen.

Da diese Diversität enorme Fragen in der klinischen Betrachtung aufwirft, werden weltweit in höheren Zahlen als jemals zuvor klinische Studien zur Therapie der Kopf-Hals-Tumoren auf den Weg gebracht. Über das EGFR-Targeting, neue Chemotherapeutika und Entwicklung transoraler Operationsroboter hat auch die Industrie diese Tumorentität entdeckt und investiert in massiv zunehmendem Maße in neue, teilweise kompetitive Therapieentwicklungen. Der Krebskongress der DKG bot dieses Jahr erstmals ein sehr gut angenommenes Plenum für die Darstellung der unterschiedlichen Therapieoptionen von Kopf-Hals-Tumoren an. Nach Maßgabe des nationalen Krebsplans schwingt sich eine wachsende Zahl von Kliniken auf, interdisziplinäre Kopf-Hals-Tumorzentren zu bilden und zertifizieren zu lassen. All dies sind großartige Entwicklungen, die hoffen lassen, dass durch höhere zentrumsbedingte Behandlungsqualität und die Neuentwicklung molekularer Therapieansätze zukünftig die seit 30 Jahren stagnierende 5-Jahres-Überlebensrate von 42% dieser Tumore sukzessive verbessert werden kann.

Neben unseren beiden Beiträgen, die zur aktuellen operativen und radioonkologischen Therapie berichten, konnten wir zu unserer Freude Herrn PD Dr. Dr. Freudlsperger für einen hoch interessanten Beitrag zu modernen Rekonstruktionsverfahren, Herrn Prof. Dr. Lell zu den neuen Bildgebungsverfahren, Frau Dr. Heckl zum sehr wichtigen Thema der Psychoedukation mit Krebspatienten, Frau Prof. Dr. Egerer zu einem neuen Ansatz in der Therapie der metastasierenden Weichteilsarkome und schließlich Herrn Wettlaufer als frisch gewählten Vorsitzenden des Bundesverbands der Kehlkopfoperierten e.V. mit einem Beitrag aus den Reihen der Betroffenen gewinnen.

Wir wünschen Ihnen viele gute Anregungen und vor allem Spaß bei der Lektüre dieses aus unserer Sicht gelungenen Themenhefts.

Mit herzlichen Grüßen,
Prof. Dr. Andreas Dietz und Prof. Dr. Rainer Fietkau

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