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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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07. Dezember 2017 Seite 1/3

Komplementärmedizinische Optionen unter antihormoneller Therapie

H. Meden, Swiss Institute for New Concepts and Treatments (SINCT), Zürich.

Das Mammakarzinom ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. Die antihormonelle Behandlung ist ein etabliertes Konzept bei Rezeptor-Positivität. Bis zu 75% der Frauen haben Tumoren, die Östrogen-Rezeptoren und/oder Progesteron-Rezeptoren exprimieren. Die unerwünschten Wirkungen bei antihormonellen Behandlungen sind ein zentrales Problem und können zur Einschränkung der Lebensqualität sowie zur vorzeitigen Beendigung der Therapie führen. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien im Bereich der komplementären Medizin veröffentlicht, mit denen neue Konzepte und Optionen zur Behandlung bei unerwünschten Wirkungen aufgezeigt werden. Ein Teil der Patientinnen, die unter Nebenwirkungen antihormoneller Therapien leidet, kann von komplementärmedizinischen Behandlungsoptionen profitieren. Auf diese Weise kann die Lebensqualität der betroffenen Frauen verbessert und ein vorzeitiger Abbruch der antihormonellen Behandlung vermieden werden. Somit kann die Komplementärmedizin dazu beitragen, dass schulmedizinische Therapien konsequenter umgesetzt werden können.
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WHO: Mehr Anerkennung für Komplementärmedizin und Naturheilverfahren
 
Im Jahr 2002 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr Anerkennung für Komplementärmedizin und Naturheilverfahren gefordert und ein entsprechendes Programm entwickelt, das die Sammlung von Nachweisen zur Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit von Naturheilkunde und Komplementärmedizin umfasst. Ziel dabei war es, Schulmedizin mit Komplementärmedizin zu ergänzen. Wege zum Ziel sollten bewährte Alternativen zu konventionellen Behandlungen sein, die vom staatlichen Gesundheitssystem der einzelnen Länder anerkannt und gefördert werden.
 
Dies hat dazu beigetragen, dass Naturheilverfahren und Komplementärmedizin intensiver beforscht wurden, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der präklinischen und klinischen Forschung – mit einem deutlichen Anstieg wissenschaftlicher Publikationen in diesem Bereich. Ergänzend zur Quantität ist auch die Qualität der durchgeführten Studien, die zunehmend nach den Kriterien der Evidenz-basierten Medizin durchgeführt wurden, angestiegen, unter anderem erkennbar an der wachsenden Platzierung der Veröffentlichungen in peer-reviewed-Journalen mit hohen Impact-Faktoren.
 
Lange wurde der sogenannten Evidenz-basierten Medizin (EBM) die komplementäre und alternative Medizin (CAM) als Gegenpol gegenübergestellt. Dann hat man erkannt, dass komplementäre Medizin auch Evidenz-basiert sein kann und dadurch die Grundlage für die Polarisierung zwischen EBM und CAM entfällt. Des weiteren wurde erkannt, dass Komplementärmedizin und Alternativmedizin 2 verschiedene Dinge sind und nicht in einem Sammelbegriff (CAM) zusammengefasst werden sollten.
 
Als Konsequenz hieraus hat die WHO im Jahr 2014 den Sammelbegriff CAM verlassen und statt dessen folgende Nomenklatur neu eingeführt: T & CM=Traditional and Complementary Medicine. Zur Weiterentwicklung dieses Themenbereichs hat die WHO ein entsprechendes Programm mit dem Titel „WHO Traditional Medicine Strategy 2014-2023“ (1) veröffentlicht.
 
Gleichzeitig haben sich die Inhalte der onkologischen Therapiekonzepte in der Schulmedizin innerhalb der letzten 15 Jahre deutlich verändert. Dies gilt insbesondere für die antihormonelle Therapie bei Patienten mit Hormon-abhängigen Tumoren, und hier insbesondere für Patientinnen mit Mammakarzinom mit Nachweis von Östrogen- und/oder Progesteron-Rezeptoren im Tumorgewebe.
 
Die zunehmende Etablierung der endokrinen Therapie mit Aromatasehemmern und der wachsende Einsatz von GnRH-Analoga sind Ausdruck veränderter Behandlungskonzepte. Auch die Strategie der erweiterten adjuvanten antihormonellen Therapie um weitere 2 Jahre nach 5-jähriger antihormoneller Therapiedauer (EAT) sowie das bei der letzten St. Gallen-Konsensuskonferenz zur adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms vorgestellte Konzept einer Verlängerung der Behandlung mit Tamoxifen von 5 auf 10 Jahre belegt, dass die antihormonelle Therapie an Bedeutung gewonnen hat und eine wachsende Verbreitung findet.
 
Ebenso ist das Switch-Konzept der sequentiellen Behandlung von Tamoxifen und Aromatasehemmern in unterschiedlichen Sequenzen Ausdruck der weiteren Ausdifferenzierung antihormoneller Therapien.
 
Die genannten konzeptionellen und inhaltlichen Entwicklungen und die damit verbundenen Konsequenzen für die individuell behandelten Patienten sind die Grundlage für die nachfolgenden Ausführungen.
 

Antihormonelle Therapien
 
Das Mammakarzinom ist eines der häufigsten Karzinome der Frau weltweit und eine der häufigsten onkologisch bedingten Todesursachen (2).
 
Bis zu 75% der Patientinnen mit Mammakarzinom haben einen Tumor, der positiv für Östrogen-Rezeptoren und/oder Progesteron-Rezeptoren ist. Dies ist die Basis für die antihormonelle Therapie dieser Frauen. Hierbei werden, abhängig vom Alter, vom Menopausen-Status und der individuellen onkologischen Befunde der Patientin bei Rezeptor-Positivität unterschiedliche endokrin wirksame Substanzen eingesetzt. Am bekanntesten ist das Tamoxifen, mit dem bisher die längsten Erfahrungen existieren, sowohl bei prä- als auch bei postmenopausalen Patientinnen.
 
Seit mehr als 10 Jahren sind die Aromatasehemmer Anastrozol, Exemestan und Letrozol in Gebrauch, zugelassen für postmenopausale Patientinnen mit Mammakarzinom. Des weiteren werden zur antihormonellen Therapie, in Abhängigkeit von der klinischen Situation, GnRH-Analoga zur ovariellen Ablation eingesetzt.
 
Die meisten Patientinnen mit Mammakarzinom sind zum Zeitpunkt der Diagnose postmenopausal oder kommen durch die systemische onkologische Therapie in die Wechseljahre. Aromatasehemmer wurden in prospektiven randomisierten klinischen Studien untersucht und mit Tamoxifen verglichen. Dabei zeigten sich hinsichtlich der onkologischen Resultate der Behandlung Vorteile, insbesondere bei Risikopatienten, wenn anstelle von Tamoxifen ein Aromatasehemmer eingesetzt wurde (3-6).
 
Somit haben sich Aromatasehemmer zu einem Standard der antihormonellen Therapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom in der Postmenopause entwickelt und Tamoxifen in dieser Situation fast vollständig ersetzt. Mit dem zunehmenden Einsatz von Aromatasehemmern anstelle von Tamoxifen hat sich eine Verschiebung der unerwünschten Wirkungen infolge der endokrinen Therapie ergeben. Dies ist in den letzten Jahren in den Sprechstunden zunehmend deutlich geworden.
 
Als unerwünschte Wirkungen der Aromatasehemmer können muskuloskelettale und urogenitale Beschwerden auftreten. Diese Beschwerden können die Lebensqualität der Patientin stark einschränken und zu einem Abbruch der Therapie führen. Im Vordergrund steht dabei die Arthralgie.
 
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