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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. März 2014

Wissenschaftlicher Hintergrund und Diskussion zu Kasuistik I

Taxane sind heute Standard in der Therapie des metastasierten Mammakarzinoms und werden bei Hochrisikopatienten auch bereits beim frühen Brustkrebs im Rahmen der adjuvanten Chemotherapie eingesetzt. Mit nab (130-nanometer albumin-bound)-Paclitaxel wurde vor einigen Jahren eine lösungsmittelfreie Formulierung von Paclitaxel für die Behandlung des metastasierten Brustkrebs zugelassen, die sich in der Zulassungsstudie durch eine höhere Effektivität bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit im Vergleich zu konventionellem Paclitaxel auszeichnete (3). In der aktuellen Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) ist nab-Paclitaxel mit dem hohen Empfehlungsgrad ++ nach Anthrazyklin-Vorbehandlung (adjuvant oder first line) für die pallia-tive Chemotherapie aufgeführt (1).

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In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie wurden nab-Paclitaxel und das Referenz-Taxan als dreiwöchiges Regime verabreicht. Mittlerweile liegen auch positive Daten zu wöchentlich verabreichtem nab-Paclitaxel vor, die für die hohe antitumorale Aktivität dieses Schemas sprechen (5, 6). So verglichen Gradishar et al. in einer Phase-II-Studie dreiwöchentlich verabreichtes nab-Paclitaxel (300 mg/m²) mit wöchentlich verabreichtem nab-Paclitaxel in zwei Dosierungen (100 mg/m² oder 150 mg/m²) und mit Docetaxel (100 mg/m² alle 3 Wochen) (6).

Unter dem wöchentlichen Regime mit 150 mg/m² nab-Paclitaxel wurde das progressionsfreie Intervall im Vergleich zu Docetaxel in der unabhängigen radiologischen Bewertung und in der Auswertung durch die Prüfärzte signifikant verlängert (12,9 vs. 7,5 Monate; p=0,0065 bzw. 14,6 vs. 7,8 Monate; p=0,012). Auch wurden mit beiden wöchentlichen Regimen laut unabhängiger Auswertung tendenziell höhere Ansprechraten als mit Docetaxel erreicht (150 mg/m²: 49%; 100 mg/m²: 45%; Docetaxel: 35%). Die Tumorkontrollraten waren mit 59% (150 mg/m²) und 57% (100 mg/m²) ebenfalls höher als mit Docetaxel (43%). 

Trotz der höheren Effektivität waren schwere Neutropenien und Fatigue (Grad 3/4) sowie febrile Neutropenien in allen Armen mit nab-Paclitaxel seltener als unter Docetaxel. Häufigkeit und Schweregrad sensorischer Neuropathien waren in allen Behandlungsgruppen vergleichbar.

Bei dieser Patientin wurde nab-Paclitaxel als Viertlinientherapie eingesetzt. Die Wahl des Taxans war einmal darin begründet, dass die Patientin bereits auf das im Rahmen der neoadjuvanten Therapie eingesetzte Docetaxel gut angesprochen hatte. Zum anderen hielten wir die wöchentliche Gabe von nab-Paclitaxel sowohl wegen der dokumentierten hohen antitumoralen Aktivität als auch wegen der Möglichkeit zur häufigen regelmäßigen Kontrolle der Patientin für besonders geeignet. Sie sprach in der Tat mit einer Regression der Leberfiliae und einer ausgesprochen raschen Rückbildung der sehr ausgeprägten Hautmetastasen auf die Therapie an, die bei jedem der wöchentlichen Termine stärker ausfiel. Bei Therapieende waren die Läsionen nur noch als leichte narbenartige Veränderungen vorhanden. Eine Regression kutaner Läsionen unter Gabe von nab-Paclitaxel ist meines Wissens nach in der Literatur bislang nicht dokumentiert, sodass es sich hier um eine eindrucksvolle Erstbeschreibung handelt. Erfreulich ist auch das erneute Ansprechen der kutanen Metastasierung bei Reinduktion von nab-Paclitaxel. Zudem vertrug die Patientin die Therapie mit diesem Taxan ausgesprochen gut und war während des gesamten Behandlungsverlaufs in gutem Allgemeinzustand.

Zusammenfassend ist die Behandlung mit nab-Paclitaxel bei dieser postmenopausalen Patientin aufgrund der hohen und lang anhaltenden Wirksamkeit bei gleichzeitig guter Verträglichkeit und verbesserter Lebensqualität als erfolgreich zu bewerten.

Dr. med. Ina Wöllner

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