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12. Februar 2020 Eine Welt ohne Krebs schaffen

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Am 4. Februar fand zum 20. Mal der Welt-Krebstag statt. Das Motto der Union for International Cancer Control /UICC) ist “Create a future without cancer. The time to act is now.”: Eine Welt ohne Krebs schaffen – jetzt handeln. An diesem Tag stehen Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen im Mittelpunkt. Der Berufsverband der Frauenärzte greift das Motto auf und informiert über hochwirksame Strategien, die jede Frau persönlich im Rahmen von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, Mammografie Screening, Darmkrebsscreening und dem Screening auf Gebärmutterhalskrebs umsetzen kann.
Gebärmutterhalskrebs – so hat die Krankheit keine Chance
 
Etwa 4.300 Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einem Krebs des Gebärmutterhals (der Fachgebriff lautet „Zervixkarzinom“). Jede 3. von ihnen wir an dieser Erkrankung sterben. Die Gefahr, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken und zu sterben, kann durch 2 Maßnahmen um mehr als 90% reduziert werden.
 
Zum einen sollte jede Frau ab 20 Jahren die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt bis ins hohe Alter wahrnehmen. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich über mehrere Jahre aus typischen Vorstufen. Werden diese Vorstufen frühzeitig erkannt und behandelt, so kann die Krebserkrankung selbst verhindert werden: 9 von 10 Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, sind in den 5 Jahren vor der Erkrankung nicht oder unregelmäßig zur Krebsfrüherkennung gegangen und haben deshalb diese Chance verstreichen lassen. „Gebärmutterhalskrebs tritt - neben dem Vulvakarzinom des äußeren Genitales - bereits bei jungen Frauen unter 30 Jahren auf, und leider auch bei Frauen über 60 oder über 70 Jahre“, erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Deshalb ist es wichtig, die Krebsfrüherkennungsuntersuchung in jedem Alter in Anspruch zu nehmen.“ 
 
Die erste und grundlegende Maßnahme, um Krebs des Gebärmutterhalses und an vielen anderen Körperregionen zu vermeiden, ist die Impfung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV) bei Mädchen und Jungen auch schon ab 9 Jahren. Die meisten Typen dieser Viren können die befallenen Zellen so verändern, dass im Lauf der Zeit Krebszellen entstehen; über 90% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch solche langfristigen Zellveränderungen ausgelöst. Durch die Impfung wird ein nachhaltiger und sehr wirksamer Schutz gegen HPV-Infektionen erreicht. Idealerweise sollte die Impfung schon im Alter von 9 bis 14 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen, kann aber auch später gegeben werden. Die Kassen finanzieren die Impfung bis zum 18. Geburtstag, manche auch in höherem Alter.
 
Die 2. wesentliche Maßnahme, um Gebärmutterhalskrebs, das so genannte Zervixkarzinom, zu verhindern, ist eine Teilnahme am Zervixkarzinom Screening. Dieses Screening wird auch nach Impfung empfohlen. Beides zusammen kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, um über 90 % senken.
 
„Keine andere Krebserkrankung könnte durch einfache Maßnahmen so stark reduziert werden. Die Möglichkeiten für jedes Mädchen und für jede Frau sind in Deutschland vorhanden, die Kosten werden durch die Krankenkassen übernommen“, so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Es liegt einzig an den Frauen, diese Chancen zu ergreifen, für sich selbst und für ihre Töchter.“
 
Früherkennung von Brustkrebs ermöglicht schonende Behandlung
 
Gegen Brustkrebs, mit etwa 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, gibt es keine Impfung. Aber wenn ein Krebs frühzeitig entdeckt wird, kann die Behandlung weniger invasiv erfolgen, immer mit einer Operation, bei der die Brust und die Lymphknoten in der Achselhöhle weitgehend erhalten bleiben können. Auch die Bestrahlung kann gewebeschonender erfolgen, wenn der Krebs bei seiner Entfernung noch klein war und keine Lymphknoten mit einbezogen hat. Eine genetische Untersuchung des Tumorgewebes, die seit kurzem von den Kostenträgern bezahlt wird, kann darüber hinaus feststellen, ob die Krebszellen eher „aggressiv“ oder nicht sind, ob eine Chemotherapie sinnvoll ist und sie ohne Nachteile weggelassen werden kann.
 
Bei der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung tasten deshalb die Frauenärztinnen und -ärzte ab dem 30. Lebensjahr auch die Brust ab, um knotige Veränderungen auszuschließen. Auch die Frau selbst sollte alle 2 Monate ihre Brust abtasten. Vom 50. bis 69. Lebensjahr bezahlen die Krankenkassen zusätzlich seit 2006 jeder versicherten Frau die Teilnahme am Brustkrebs-Screening mit Hilfe der Mammographie. Dadurch stieg die Zahl der Brustkrebs-Erkrankungen, die in einem sehr frühen Stadium entdeckt wurden, deutlich an, und die Zahl der Brustkrebserkrankungen, die erst in einem späten Stadium entdeckt wurden, sank von 56% vor dem Start des Screenings auf 21%.
 
Darmkrebs – ein Tumor, der verhindert werden kann
 
Darmkrebs ist nach Brustkrebs mit über 30.000 neuen Krankheitsfällen die zweithäufigste bösartige Erkrankung der Frau. Aber auch bei diesem Krebs gilt: 7 von 10 Erkrankungen könnten vollständig verhindert werden, wenn das Angebot des Screenings auf Darmkrebs wahrgenommen würde. Das Screening erfolgt ab dem 50. Lebensjahr mit einem Stuhltest und ab dem 55. Lebensjahr mit der Dickdarmspiegelung, der Koloskopie. Dickdarmkrebs entwickelt sich wie das Zervixkarzinom sehr häufig aus typischen Vorstufen, die bei einer Spiegelung entfernt werden, so dass sie nicht krebsig entarten und in die Darmwand eindringen können. Wird der Krebs nicht frühzeitig entdeckt, muss bei der Operation ein großer Teil des Darmes entfernt und oft ein künstlicher Darmausgang angelegt werden. Den Stuhltest erhält jede Frau bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt anlässlich der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung, ebenso wie eine Überweisung zur Darmspiegelung.
 
Insgesamt könnten durch die Teilnahme an den Früherkennungsprogrammen jedes Jahr tausende Krebserkrankungen verhindert und ebenso viele frühzeitig erkannt und schonend behandelt werden. „Eine Welt ohne Krebs schaffen – jetzt handeln“, diese Weiche kann damit jede Frau selbst stellen.

Berufsverband der Frauenärzte (BVF)


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