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13. Januar 2020 Supportivmaßnahmen: Kreatives und heilsames Schreiben

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Die Diagnose Krebs verändert trotz deutlich gebesserter Behandlungsmöglichkeiten meist grundlegend die Lebensperspektive erkrankter Patienten und ihrer Angehörigen. Die Gesprächsinhalte zwischen Patient und Arzt werden wesentlich von Beratungen über diagnostische und therapeutische Prozeduren bestimmt. Existenzielle Fragen werden nur selten thematisiert, sind für die Patienten jedoch von elementarer Wichtigkeit. An dieser Stelle setzt das neue Angebot „Kreatives und heilsames Schreiben“ am Krankenhaus Nordwest an.
 
Das Tagebuch der Anne Frank, die Briefwechsel von Hannah Arendt, die Blog-Einträge des Autors Wolfgang Herrndorf, verfasst nach der Diagnose eines unheilbaren Hirntumors: Menschen in schwierigen Lebensphasen finden seit Jahrhunderten Entlastung im Schreiben. Die Texte handeln von der persönlichen Auseinandersetzung der Erzählenden mit Schicksal oder Krankheit und möchten andere daran teilhaben lassen. „Durch das Schreiben haben Patienten eine wertvolle Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle zu sortieren und auszudrücken – vielleicht zunächst nur für sich selbst, oder adressiert an einen bestimmten oder offenen Leserkreis“, erklärt Prof. Dr. med. Elke Jäger, Chefärztin der Klinik für Onkologie und Hämatologie sowie Leiterin des Zentrums für Palliativmedizin am Krankenhaus Nordwest das Programm. „Mich motiviert die Idee eines begleiteten Angebotes, durch das Patienten das Schreiben mit verschiedener Zielsetzung lernen und darüber üben können, neue Perspektiven für sich zu entwickeln.“

Neugier genügt

Im Rahmen eines offenen Workshops unter der Leitung von Dr. med. Katja Walesch können sich Patienten ungezwungen dem Thema des Kreativen Schreibens in der Gruppe nähern. Zum Einstieg eines Treffens gibt es einen einstimmenden Schreibimpuls zum „Aufwärmen“. Anschließend folgt eine Anregung, die tiefer ins Schreiben führt. „Dabei geht es nicht um Richtig oder Falsch, sondern um den Menschen mit seinen individuellen Empfindungen und Gedanken“, beschreibt Dr. Walesch die Situation in den Workshops.  „Schreiben unterstützt die Kraft der Sprache und hilft, Ängste, Hoffnungen und Wünsche bewusst wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen.“ Sowohl das Lesen von beruhigender, erhellender und aufbauender Literatur als auch das Gestalten eigener Texte wird hierbei wechselseitig wirksam. Die Erfahrung des ko-kreativen Umgangs mit Sprache und der damit verbundenen Bewusstheit der eigenen Handlungsfähigkeit, weckt wichtige Ressourcen zur Bewältigung der Krankheit bei den Teilnehmern.

Das Angebot ist nicht als psychotherapeutische Intervention zu verstehen, sondern als Unterstützung für Betroffene, die neue Lebenssituation beschreibbar zu machen und ein wirksames Gestaltungsmittel dafür zu finden.

Krankenhaus Nordwest - Hospital zum Heiligen Geist


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