Dienstag, 16. Juli 2019
Navigation öffnen

Infos für Patienten

08. Dezember 2015 Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit vorbehandeltem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) teil, die einen bestimmten genetischen Defekt haben. Die zweite Studie in Phase III richtet sich an Patienten mit vorbehandeltem fortgeschrittenen Magen- oder Speiseröhrenkrebs (Magenkarzinom/Ösophaguskarzinom). Dabei wird untersucht, inwieweit der neue Checkpoint-Hemmer einen Überlebensvorteil bringt. Die ersten vielversprechenden Daten von solchen Patienten wurden auf dem diesjährigen Onkologie-Kongress American Society of Clinical Oncology (ASCO) in den USA diskutiert.

Alle Zellen unseres Körpers werden durch eine Reihe von Immunkontrollpunkten reguliert. Tumoren missbrauchen diese Immunkontrollpunkte oder auch Checkpoints, um die gegen sie gerichtete Immunabwehr außer Kraft zu setzen. Dieses Problem können sogenannte Checkpoint-Hemmer lösen - neue Medikamente, die das Immunsystem wieder in die Lage versetzen, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Diese Medikamente werden jetzt im Krankenhaus Nordwest gegen Krebs im Magen-Darm-Trakt getestet.

Bei Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs, die einen bestimmten genetischen Defekt in den Gen-Reparaturproteinen (sogenannte Mikrosatelliteninstabilität oder Defizienz im Missmatch-Repair) haben, wirkt die Standard-Chemotherapie normalerweise kaum und die Behandlungschancen sind meistens ungünstig. Die neue Studie schließt diese Patienten ein, wenn sie schon mit mindestens zwei verschiedenen Chemotherapie-Protokollen vorbehandelt worden sind, oder wenn die Chemotherapie aufgrund inakzeptabler Nebenwirkungen abgebrochen werden musste. Die in diese Studie einzuschließenden Patienten werden den neuen Wirkstoff anstatt weiterer Chemotherapie erhalten. Die zweite Studie richtet sich an Patienten mit Magen- oder Speiseröhrenkrebs, bei denen unter Behandlung der Tumor weiter wächst (Progress). Bei diesen Patienten soll der neue Wirkstoff mit standardmäßig gegebenen Zytostatika (Chemothe-rapie) verglichen werden.

"Die kürzlich auf medizinischen Kongressen vorgestellten ersten Daten zu den sogenannten Checkpoint-Hemmern deuten auf einen Durchbruch in der Therapie dieser Patientengruppe hin", so Prof. Dr. med. Salah-Eddin Al-Batran, Ärztlicher Direktor des Instituts für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest. "Allerdings ist es noch erforderlich, dass diese Medikamente in größeren Studien untersucht werden."

Prof. Dr. med. Elke Jäger, Chefärztin der Klinik für Onkologie und Hämatologie betonte, dass dieser neue Therapieansatz die Rate an Tumorrückbildungen und die Überlebenszeiten der Betroffenen dramatisch verbessern könne. Ein Einsatz der Immuntherapie anstelle der klassischen Chemotherapie würde außerdem die Lebensqualität der Patienten erhalten: "Insgesamt rechnen wir damit, dass die Einführung der Checkpoint-Hemmer zumindest bei einem Teil der Patienten die Prognose deutlich verbessern wird".

Interessierte Patienten wenden sich bitte an das Sekretariat am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF)  069/7601 - 4420.

Über das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF)

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) der Krankenhaus Nordwest GmbH ist Teil des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen Frankfurt (UCT) und wurde zum Ausbau und zur Förderung der klinischen Forschung gegründet.

Ziel des IKF ist es, die Behandlungsergebnisse von Patienten mit Tumorerkrankungen zu verbessern, indem neue Behandlungsansätze in klinischen Studien konsequent fortentwickelt werden. Für die erfolgreiche Bewältigung dieser verantwortungsvollen Aufgaben verfügt das IKF über ein Netzwerk von mehr als 180 kooperierenden medizinischen Einrichtungen in Deutschland und engagiert sich in diversen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Arbeitsgruppen. Besonders hervorzuheben ist hier die sogenannte FLOT Studiengruppe, welche (unter Leitung des IKF) erfolgreich neue, wirksamere Therapiestandards zur Behandlung von Patienten mit sogenannten gastrointestinalen Tumoren entwickeln konnte. Auch aktuell werden hier weltweit erstmals neue vielversprechende, multimodale Therapiekonzepte erprobt.

Das IKF kann vieljährige Erfahrungen in der Durchführung klinischer Studien nachweisen. Im Schnitt werden 50-60 onkologische Studien der verschiedenen Entitäten und Phasen durchgeführt. Die Betreuung von Patienten in klinischen Studien erfolgt durch ein hochqualifiziertes Team aus Studien- und Projektleiter, Prüfärzten und speziell ausgebildeten Krankenschwestern auf der institutseigenen Phase I Station unter Einhaltung strenger nationaler und internationaler ethischer, rechtlicher und wissenschaftlicher Richtlinien.

Detailliertere Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite http://www.ikf-nordwest.de/.

http://www.krankenhaus-nordwest.de


Das könnte Sie auch interessieren

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht nur medizinische, sondern auch gravierende soziale...

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein. Der...

Fortschritte durch hoch spezialisierte Medikamente

Analysenroboter, Hochleistungs-Computer, modernste Labore, Kreativität und enorme Forschungsgelder - es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit ein neues Medikament auf den Markt kommen kann. Die Suche nach neuen Wirkstoffen setzt bei der Krankheit an: Gibt es bestimmte Botenstoffe, Enzyme oder Hormone, die zum Beispiel bei einem bestimmten Tumor das Krebswachstum antreiben? Oder spielen bestimmte Strukturen auf der Zelloberfläche eine Rolle, sogenannte Rezeptoren,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich