Donnerstag, 13. August 2020
Navigation öffnen

Infos für Patienten

Lungenkrebs gehört in die Hände von Experten:

18. September 2017 Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Patienten sollten soweit wie möglich in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum betreut werden.
Obwohl Lungenkrebs nach wie vor zu den tödlichsten Krebsarten zählt, haben Betroffene heutzutage deutlich höhere Überlebenschancen als noch vor fünf Jahren. „Moderne Diagnostik und individualisierte Therapien können sogar ein langfristiges Überleben ermöglichen“, sagt DGP-Präsident Professor Dr. med. Klaus Rabe. Dabei verbessere sich die Prognose für den Patienten, wenn er in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum von einem Pneumologen behandelt wird. „Während Onkologen Experten in der Krebsbehandlung sind, kennen Pneumologen das Organ schlicht besser – das hilft zum Beispiel bei der Diagnostik und wenn es darum geht Lage und Wachstumsfortschritt eines Tumors zu beurteilen.“ Auch wenn es im Krankheitsverlauf zu Komplikationen komme, wie etwa einer Blutung oder einer Lungenentzündung, könne der Pneumologe diese oft effizienter behandeln.

Tumor ist nicht gleich Tumor: Für die erfolgreiche Therapie ist es entscheidend zu wissen, welche genetische Mutation den Tumor befähigt zu wachsen und sich auszubreiten. In den letzten Jahren ist es Forschern gelungen, das genetische Profil des Lungenkrebses zu analysieren. Dabei haben sie die sogenannten Treibermutationen entdeckt – die Mutationen der Krebszelle, die das Tumorwachstum antreiben. Gegen diese Treiber gibt es Medikamente, die den Krebs zielgerichtet angreifen können. „Eine solche Therapie kommt nur für einen Teil der Patienten infrage, aber wenn sie Anwendung finden kann, haben Patienten bessere Überlebenschancen als mit einer alleinigen, klassischen Chemotherapie“, erklärt Rabe.

Ein weiterer Therapieansatz richtet sich gegen die Neubildung von Blutgefäßen, die den Tumor mit Sauerstoff versorgen. Ohne eine entsprechende Blutzufuhr kann der Tumor nicht über eine bestimmte Größe hinauswachsen. Erfolgversprechend ist auch die Immuntherapie: Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem gegen die Krebszellen aktivieren. „Die personalisierte Krebsmedizin ermöglicht den Betroffenen ein längeres Überleben bei deutlich höherer Lebensqualität. Es lohnt sich von daher, ein spezialisiertes Behandlungszentrum aufzusuchen“, sagt der DGP-Präsident.

Literatur:

Martin Reck, Klaus Rabe „Precision Diagnosis and Treatment for Advanced Non-Small-Cell Lung Cancer“, N Engl J Med 2017; 377:849–861; August 31 2017


Das könnte Sie auch interessieren

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten
©Frantab - stock.adobe.com

Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem haben laut DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) und Robert Koch-Institut ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19. Umso sinnvoller sind begleitende Maßnahmen zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems, die gleichzeitig das physische und psychische Wohlbefinden und damit die Lebensqualität erhöhen. Das Portal...

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: ergänzende, stärkende Angebote für Krebspatienten in Corona-Zeiten
©Frantab - stock.adobe.com

Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem haben laut DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie) und Robert Koch-Institut ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19. Umso sinnvoller sind begleitende Maßnahmen zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems, die gleichzeitig das physische und psychische Wohlbefinden und damit die Lebensqualität erhöhen. Das Portal...

Bewegung hilft bei der Krebstherapie

Bewegung hilft bei der Krebstherapie
© Witthaya / Fotolia.com

Dass Sport und eine Krebserkrankung sich nicht gegenseitig ausschließen, ist inzwischen bekannt. Erwiesenermaßen beugt Sport nicht nur vor, sondern hat auch therapeutische Wirkungen und verbessert die Lebensqualität. Doch wie sieht dies in der Praxis aus und welcher Sport empfiehlt sich in welchem Ausmaß bei welcher Therapie? Aktuell werden immer mehr Studien zu diesem Thema durchgeführt. Das Wohlbefinden des Patienten während und nach der Therapie steht...

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Am 26. August 2016 begeht die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) im Rahmen ihrer Bundestagung ihr 40-jähriges Jubiläum. Als einer der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeverbände Deutschlands leistet sie unverzichtbare Hilfe für Betroffene und beeinflusst aktiv politische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen. Dort tritt sie für die Bedürfnisse von Betroffenen ein – dass Patienten heute wesentlich mehr Recht auf Mitsprache...

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden