Dienstag, 16. Juli 2019
Navigation öffnen

Infos für Patienten

29. Februar 2016 Vom Telemedizin-Netzwerk bis zur Ersthelfer-App: Medizintrends mit Zukunft

Die Deutschen werden immer älter. Chronische Leiden wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen künftig das Gesundheitssystem auf die Probe. Medizinforscher und Gesundheitsexperten aller Branchen arbeiten längst unter Hochdruck an neuen Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen. In die Karten spielen ihnen dabei die Digitalisierung und der Trend zur Vernetzung im Gesundheitswesen. Das zeigt auch der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“, verantwortet von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank. Drei Medizintrends, die das Gesundheitssystem fit für die Zukunft machen.

Trend Telemedizin: Leben retten aus der Ferne

Trend Telemedizin
Bildquelle: © Lukas Lehmann, Klinikum Oldenburg

Wer in einer ländlichen Region oder auf einer Insel wohnt, ist im Krankheitsfall oft lange unterwegs – weil die nächste Arztpraxis kilometerweit entfernt ist. Das wird sich dank Telemedizin in Zukunft ändern: Moderne Kommunikations- und Informationstechnologien holen ärztliches Know-how ins heimische Wohnzimmer. So wie das Telemedizin-Netzwerk des Klinikums Oldenburg und der IQmedworks GmbH. Vitaldaten des Erkrankten wie Blutdruck oder Herzfrequenz werden vor Ort elektronisch erfasst und durch Audio- und Videosequenzen ergänzt. Per Satellit oder Mobilfunk gehen alle Informationen an die Klinikärzte, die dem Patienten aus der Ferne weiterhelfen. Das Netzwerk-Projekt ist Bundessieger 2015 in der Wettbewerbskategorie Gesellschaft.

 
 

Zu Hause auskurieren unter Online-Kontrolle

Zu Hause auskurieren unter Online-Kontrolle
Bildquelle: © Uwe Lewandowski

Die Mehrheit der Ärzte steht der Telemedizin laut einer Umfrage des CGM Healthmonitor 2014 positiv gegenüber. Zahlreiche Studien belegen, dass Telemonitoring – die elektronische Fernüberwachung von zum Beispiel Blutzucker oder Blutdruck – Lebensqualität, Versorgung und Prognose von chronisch Erkrankten verbessert. Und es verkürzt Krankenhausaufenthalte. Kunstherzpatienten der Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde etwa können nach der Operation schnell wieder nach Hause, ohne auf Facharztbetreuung verzichten zu müssen. Während sie am heimischen Ergometer trainieren, überwachen Mediziner Blutdruck, Pulsrhythmus oder Herzfrequenz via Internet.

 
 

Trend intelligente Prothesen: Zupacken trotz Handicap

Intelligente Prothesen
Bildquelle: © Institut für Regeltechnik, Univ. Hannover

Einkaufen, Schnürsenkel binden, Zähne putzen: Wenn statt des eigenen Arms eine Prothese anpacken muss, sind tägliche Hürden vorprogrammiert. Intelligente Ersatzgliedmaßen unterstützen in Zukunft Menschen mit Handicap, ihren Alltag zu bewältigen und sich gewohnte Bewegungsabläufe zurückzuerobern. Wie die intelligenten Prothesen künftig funktionieren könnten, erforschen derzeit Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover.

 
 

Bewegungsmuster aus der Wolke

Bewegungsmuster aus der Wolke
Bildquelle: © Institut für Regeltechnik, Univ. Hannover

Ziel der Experten ist es, die technischen Helfer mit einer sonst nur vom Menschen bekannten Feinfühligkeit auszustatten. Das funktioniert so: Erkennt eine Prothese zum Beispiel eine ihr noch unbekannte Tätigkeit, sucht sie automatisch in der Cloud nach einem ähnlichen Muster und adaptiert es. Eine App speichert sämtliche Bewegungen. Die Idee hinter dem „Ausgezeichneten Ort“: Die Prothesen aller Anwender sollen im digitalen Netz voneinander lernen.

 
 

Trend digitale Assistenten: Medical Apps beflügeln Ersthelfer

Medical Apps
Bildquelle: © Mobile-Retter

Mobile Applikationen im Gesundheitsbereich boomen und können im Notfall Leben retten. So wie die prämierte App „Mobile Retter“, entwickelt von Notfallmediziner Dr. med. Ralf Stroop: Freiwillige, die Erfahrungen in Erster Hilfe haben, zum Beispiel Ärzte, Krankenschwestern oder Sanitäter, können sich registrieren lassen. Geht in ihrer Nähe ein Notruf über 112 ein, werden sie über ihr Smartphone geortet, alarmiert und zum Unfallort gelotst. Das spart kostbare Zeit. Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde.

 
 

Virtuelles Lexikon als Diagnosehelfer

Virtuelles Lexikon
Bildquelle: © medx GmbH, Fabian Schröder

Immer weniger Hausärzte müssen immer mehr Patienten betreuen. Oft bleiben den Medizinern nur ein paar Minuten, um die richtige Diagnose zu stellen. Virtuelle Assistenten wie medx/DX helfen ihnen künftig dabei, seltene und besonders schwere Erkrankungen so früh wie möglich zu erkennen: Die Software liefert in kürzester Zeit eigene Diagnosevermutungen und empfiehlt, was zusätzlich abgeklärt werden sollte.

 
 

3-D-Druck revolutioniert Medizinmodelle

3-D-Druck
Bildquelle: © HumanX

Moderne 3-D-Druckverfahren eröffnen auch Ärzten ganz neue Möglichkeiten. Das zeigt das Projekt HumanX, von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank ebenfalls als „Ausgezeichneter Ort“ gewürdigt. Im 3-D-Druck entstehen anatomische Modelle, die Organe oder Knochen mit Muskel- und Hautgewebe originalgetreu abbilden. Die 3-D-Modelle, die auf Computer- oder Magnetresonanztomografie basieren, helfen zum Beispiel bei der OP-Planung. Oder bei der Medizinerausbildung.

 
 

Mehr über den Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ und die Siegerprojekte erfahren Sie unter www.ausgezeichnete-orte.de.

http://www.ausgezeichnete-orte.de


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg

Filmstar unterstützt Patienten mit seltener Blutkrankheit in Regensburg
© UKR / Marion Schweiger

Der mehrfach preisgekrönte Schauspieler Adnan Maral, bekannt aus „Türkisch für Anfänger“, setzt sich als Schirmherr der Interessengemeinschaft „Sichelzellanämie“ für Patienten mit einer in Deutschland seltenen Bluterkrankung ein. Am vergangen Samstag war er auf dem „Patiententreffen Sichelzellerkrankungen“ in Regensburg vor Ort. Veranstalter war die Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und...

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“
© Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

„Hut ab“ oder „Chapeau“ - das sagen Menschen, um Wertschätzung und Anerkennung vor der Leistung Anderer auszudrücken. Am 25. Juni 2016 bietet die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums an 40 Orten in Deutschland Mitbürgern die Möglichkeit, durch die Geste des „Hutziehens“ ein Zeichen der Solidarität mit an Krebs erkrankten Menschen zu setzen und das Engagement der ehrenamtlich...

Rudern gegen Krebs

Rudern gegen Krebs
© Universitätsklinikum Ulm

Die dritte Benefiz-Regatta Rudern gegen Krebs auf der Donau unter der Schirmherrschaft des Ulmer Oberbürgermeisters Gunter Czisch startet am Sonntag, 26. Juni 2016. Initiator und Veranstalter ist die Stiftung Leben mit Krebs in bewährter Kooperation mit der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und dem Ulmer Ruderclub Donau e. V.. Bereits am 21. April starten die Patientinnen und Patienten offiziell mit dem Vorbereitungstraining für die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vom Telemedizin-Netzwerk bis zur Ersthelfer-App: Medizintrends mit Zukunft"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich