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20. Januar 2020 Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main

© oneinchpunch / Fotolia.com
Körperliche Bewegung und Sport haben vielfältige positive Wirkungen, wenn sie begleitend zu einer Krebstherapie eingesetzt werden. Therapiebedingte Nebenwirkungen, das bei nahezu allen Patienten beobachteten Müdigkeits-Syndrom (Fatigue), sowie subjektive Belastungen der Therapie und der Erkrankung werden durch regelmäßige körperliche Bewegung wesentlich erleichtert. Dennoch gibt es derzeit noch keine flächendeckende Versorgungsstruktur für diese hoch wirksame Unterstützungsmaßnahme.
Seit mehr als 10 Jahren initiiert Prof. Jäger interdisziplinäre Kooperationen mit medizinischen Einrichtungen, physiotherapeutischen Anbietern und Sportvereinen, um möglichst vielen Patienten den Zugang zu einer gut kontrollierten onkologischen Sport- und Bewegungstherapie zu ermöglichen. Mit den Mitteln des nun geförderten Projektes wird es möglich sein, den Ausbau des interdisziplinären Netzwerks in der Rhein-Main-Region voran zu bringen und individualisierte und qualitätsgesicherte Bewegungstherapie nahezu flächendeckend zur Verfügung zu stellen.

In mehr als 700 Studien konnte nachgewiesen werden, dass gezielte Sport- und Bewegungstherapie geeignet ist, die teilweise starken psychophysischen Einschränkungen während und nach einer Krebserkrankung zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. „Das Projekt soll durch den Aufbau von Netzwerken wohnortnahe Angebote für möglichst viele Patienten insbesondere in den ländlichen Regionen schaffen. Vor diesem Hintergrund ist die onkologische Bewegungstherapie auf einem vielversprechenden Weg in die onkologische Regelversorgung überführt zu werden“, betont Dr. med. Rafaela Korte, Geschäftsführerin am Krankenhaus Nordwest.

Schon heute bietet das Krankenhaus Nordwest onkologischen Patienten ein umfangreiches Beratungs- und Versorgungsangebot im Bereich der onkologischen Bewegungstherapie an. „Wir sehen, dass Patienten, die sich regelmäßig körperlich bewegen, insgesamt eine bessere körperliche und psychische Verfassung haben. Insbesondere das Müdigkeits-Syndrom, unter dem onkologischen Patienten häufig leiden, spielt bei sportlich aktiven Patienten kaum noch eine Rolle“, erläutert Prof. Jäger die Hintergründe des Projektes. „Bewegung und Training geben den Patienten ihr körperliches Selbstvertrauen zurück. Sie können selber dazu beitragen, Nebenwirkungen zu reduzieren und eine Verbesserung des körperlichen Allgemeinzustands zu erleben. Damit sind sie nicht mehr in der passiven Rolle der schicksalhaft empfundenen Krebserkrankung gefangen. Bewegung und Sport geben Patienten so die Möglichkeit, aktiv etwas für sich selbst zu tun.“

Synergien nutzen - Netzwerke aufbauen

Um möglichst viele onkologische Patienten während und nach ihrer Krebstherapie bewegungstherapeutisch beraten und betreuen zu können, sowie einen schnellen Transfer neuer Forschungsergebnisse in die interdisziplinäre Versorgung sicher zu stellen, wurde bereits 2017 das Institut für onkologische Sport- und Bewegungstherapie als sportwissenschaftlich-onkologische Schwerpunkteinrichtung am Krankenhaus Nordwest gegründet. Das Institut engagiert sich neben der direkten individualisierten Patientenbetreuung in den Bereichen Vernetzung und Forschung und ist verantwortlich gestaltend aktiv in Fachgesellschaften wie der NEBKO (nationale Expertengruppe für Bewegung und körperliche Aktivitäten in der Onkologie). Als regionales Koordinationszentrum (OnkoAktiv-Zentrum Rhein-Main) wird in Kooperation mit dem nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg das qualitätsgesicherte Netzwerk OnkoAktiv e.V. mit ambulanten Anbietern aus den Bereichen Bewegungstherapie, Physiotherapie und Gesundheitssport für die wohnortnahe Vermittlung und Betreuung für Krebspatienten aufgebaut. Die Arbeit des Instituts wird durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe unter der Projektleitung von Prof. Jäger und Dr. Graf für die nächsten 2 Jahre sichergestellt.

Im Rahmen des Projektes soll durch den Ausbau von Netzwerken und das Nutzen von Synergien die Sport- und Bewegungstherapie einem großen Patientenkreis möglichst wohnortnah zugänglich gemacht werden. Nach einer umfassenden Beratung am Krankenhaus Nordwest, können Patienten in den qualitätsgeprüften Kooperationseinrichtungen im Umkreis von ca. 100 Kilometern um Frankfurt ein spezifisches und individualisiertes Training umsetzen, wobei ein enger Informationsaustausch zwischen dem Kooperationszentrum, dem Kooperationspartner und den mitversorgenden Ärzten und den Patienten selbst bestehen. Aktuell besteht das Netzwerk unter der Koordination des Krankenhauses Nordwest aus 20 Einrichtungen. Gemeinsam mit dem organisierten Sport (Landessportbund Hessen, Deutscher Olympischer Sportbund) engagiert sich das Institut weiterhin für die Förderung qualitätsgesicherter Rehabilitationsmaßnahmen und Gesundheitssportangebote von Sportvereinen, sowie für Fortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Onkologische Sport- und Bewegungstherapie.  Darüber hinaus sollen weitere onkologische Einrichtungen sowie niedergelassene Ärzte im Rahmen des Projektes unterstützt werden, um auch ihren Patienten eine Beratung und eine Anleitung für ein adäquates Bewegungstherapieangebot im Netzwerk vermitteln zu können.

Krankenhaus Nordwest


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