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Medizin

07. August 2019 Polycythaemia vera: Reduktion des Thromboserisikos

Polycythaemia vera (PV) ist eine seltene, maligne Bluterkrankung, die zu den chronisch myeloproliferativen Neoplasien (MPN) zählt. Das Risiko für thromboembolische Komplikationen ist bei MPN erhöht und trägt maßgeblich zu Morbidität und Mortalität bei. Das wichtigste Therapieziel bei der Behandlung der PV ist daher die Reduktion des Thromboserisikos.
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Schwerwiegende Symptomatik

Die Polycythaemia vera ist durch die Hyperproliferation der 3 Zellreihen im Knochenmark gekennzeichnet; es kommt zu einer ausgeprägten Erythrozytose, Thrombozytose und Leukozytose. Bei den meisten Patienten mit PV kann eine Mutation im Gen der Januskinase 2 nachgewiesen werden.
Die Erkrankung zeichnet sich durch ein breites Spektrum an schwerwiegenden Symptomen aus, die sich mit fortschreitendem Krankheitsverlauf meist verschlimmern, wie beispielsweise Fatigue. Häufige Manifestationen sind Splenomegalie, Mikrozirkulationsstörungen und aquagener Juckreiz. Die Diagnose erfolgt anhand des Blutbildes, der klinischen Kriterien und des Nachweises der JAK2-Mutation.

Therapiemaßnahmen bei PV

Ca. 40% der Patienten weisen thromboembolische Komplikationen auf. In erster Linie soll das Risiko thromboembolischer Ereignisse und das Progressionsrisiko zur sekundären Myelofibrose und sekundären Akuten Myeloischen Leukämie verringert werden mit dem Ziel, die Lebenserwartung zu verlängern. Zudem zielt die Behandlung darauf ab, die belastenden Symptome inkl. Splenomegalie zu lindern, z.B. durch Reduktion der Aderlassfrequenz.
Die zytoreduktive Therapie sollte daher zur Vermeidung von Komplikationen frühzeitig erfolgen. Standardmedikament bei der Behandlung von Patienten mit PV nach einer Primärtherapie oder bei schlechter Compliance, Progression oder hohem Thromboserisiko ist Hydroxyurea (HU). In Bezug auf die Reduktion des Thromboserisikos ist die Wirksamkeit von HU jedoch limitiert. So weist einer von 4 PV-Patienten im Laufe der Erkrankung eine HU-Intoleranz oder -Resistenz auf.  Bei einer Resistenz gegenüber Hydroxyurea ist die Überlebenszeit im Vergleich zu Patienten ohne HU-Resistenz deutlich verkürzt, und das Mortalitätsrisiko bei einer HU-Resistenz ist um das 5,6-fache erhöht.

Ruxolitinib als Option bei HU-Resistenz oder -Intoleranz

Für diese PV-Patienten mit HU-Resistenz oder -Intoleranz ist der JAK1/2-Inhibitor Ruxolitinib (Jakavi®) eine Therapieoption. Die JAK2-Hemmung ermöglicht die Kontrolle der gesteigerten Hämatopoese, die für die Thromboembolien verantwortlich ist. Der JAK1/2-Inhibitor reduziert signifikant die Splenomegalie, die Symptomlast und verbessert auch die Lebensqualität signifikant. Daten der RESPONSE-Zulassungsstudie, in die Patienten des Ruxolitinib-Arms eingeschlossen waren, und aus dem spanischen Register GEMFIN mit Patienten, die die am besten verfügbare Therapie (BAT) erhalten hatten, ergaben eine signifikante Reduktion des Thromboserisikos und einen signifikanten Überlebensvorteil unter Ruxolitinib-Therapie für HU-r/i-PV-Patienten vs. BAT.

AH

Quelle: Post-EHA-Pressekonferenz „Myeloproliferative Neoplasien im Fokus – ein Update vom EHA“. Mannheim, 19.07.2019; Veranstalter: Novartis Oncology


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