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Medizin

05. Juni 2020 Onkologie VirtuOS: Therapie des rezidivierten Ovarialkarzinoms – ausgewählte ASCO-Highlights

Unter Moderation von Prof. Dr. Hans-Joachim Lück, Hannover, wurden im Rahmen des von der Firma Roche virtuell veranstalteten Onkologie VirtuOS Meetings die wichtigsten Präsentationen auf dem diesjährigen ASCO zur Therapie des rezidivierten Ovarialkarzinoms noch einmal im Nachgang präsentiert und diskutiert. So zeigten zwei Studien einen Vorteil im Gesamtüberleben (OS) durch eine zytoreduktive Therapie und eine weitere Studie einen klaren Vorteil durch eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Olaparib bei Patientinnen mit einer BRCA-Mutation.
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Benefit durch zytoreduktive Therapie

Nachdem die GOG213-Studie keinen OS-Vorteil für eine zytoreduktive Therapie beim rezidivierten Ovarialkarzinom zeigen konnte, wurden in diesem Jahr zwei positive Studien vorgestellt. Robert L. Coleman diskutierte die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien. In der finalen Analyse der AGO DESKTOP III/ENGOT-ov20-Studie wurde zum ersten Mal ein bedeutsamer Überlebensbenefit beim Ovarialkarzinom gezeigt (1). Patientinnen mit erstem Rezidiv und Platin-freiem Intervall von mind. 6 Monaten und Selektion via positivem AGO-Score hatten ein signifikant verbessertes OS, PFS und Zeit bis zur nachfolgenden Therapie mit einer akzeptablen Morbidität und sollte daher allen in Frage kommenden Patientinnen angeboten werden. Wie Coleman hervorhob, war der Benefit nur bei Patientinnen mit kompletter Resektion zu beobachten, daher wies er darauf hin, dass die Patientinnen im Vorfeld sorgfältig ausgewählt werden und dann an ein Zentrum mit hoher Expertise verwiesen werden sollten.  

In der SOC1/SGOG-OV2-Studie wurde ebenfalls eine sekundäre zytoreduktive Operation bei einem späteren Rezidiv eines Ovarialkarzinoms getestet (2). Das mediane PFS lag hier bei 17,4 Monaten im OP + Chemotherapie-Arm vs. 11,9 Monaten im Arm ohne OP (HR=0,58; 95%-KI: 0,45-0,74; p<0,001). Die mediane Zeit bis zum Beginn einer nachfolgenden Therapie betrug 18,1 Monate im OP-Arm vs. 13,6 Monate im Arm mit Chemotherapie allein (HR=0,59; 95%-KI: 0,46-0,76). Die Daten für das OS waren noch nicht reif. Wie Dr. Rongyu Zang, Shanghai, China – Erstautor der Studie – anmerkte, würde sich aber ein positiver Trend abzeichnen.

Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitor führt zu OS-Vorteil

Zu guter Letzt wurden noch die Ergebnisse einer weiteren Phase-III-Studie zum rezidivierten Ovarialkarzinom vorgestellt, die SOLO2/ENGOT-ov21 (3). In dieser Studie war eine Olaparib-Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit Platin-sensitivem rezidivierten Ovarialkarzinom und BRCA-Mutation untersucht worden. Eine frühere Analyse zeigte konnte bereits zeigen, dass eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor bei diesen Patientinnen im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des PFS um 13,6 Monate führt (HR=0,30). Nach einem medianen Follow-up von 65 Monaten in beiden Behandlungsarmen konnte nun ein OS-Benefit mit einer HR von 0,74 im Olaparib-Arm verglichen mit Placebo gesehen werden (95%-KI: 0,54-1,00). Dr. Andrés Poveda, der Erstautor der Studie, resümierte, dass die Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor daher zu einer beispiellosen Verbesserung des medianen OS von 12,9 Monaten im Vergleich zu Placebo führte.

sk

Quelle: Onkologie VirtuOS, 01.-03.06.2020; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) du Bois A et al. J Clin Oncol 38: 2020 (suppl; abstr 6000)
(2) Zang R et al. J Clin Oncol 38: 2020 (suppl; abstr 6001)
(3) Poveda A et al. J Clin Oncol 38: 2020 (suppl; abstr 6002)


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