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Medizin

17. April 2019 NSCLC: Optionen nach Versagen der Platin-basierten Therapie

Patienten mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), bei denen es nach Platin-basierter Therapie zu einem Progress gekommen ist, können in der Folge von der Therapie mit der Kombination mit dem Anti-VEGF-Antikörper Ramucirumab + Docetaxel profitieren – und zwar unabhängig von der Geschwindigkeit der Tumorprogression oder einer vorherigen Immuntherapie.
Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren stellen in der Therapie des NSCLC einen wichtigen Baustein dar. Daten aus dem Versorgungsalltag sprechen dafür, dass die Kombination Ramucirumab (Cyramza®) + Docetaxel auch nach einer Immunvortherapie wirksam ist (1). In der Real-world-Analyse wurden die Daten von 98 NSCLC-Patienten ausgewertet, die eine Platin-basierte Erst- oder Zweitlinientherapie und nach Progress Ramucirumab + Docetaxel erhalten hatten. Stratifiziert wurde zwischen Patienten, die in der ersten oder zweiten Linie zusätzlich mit einer Immuntherapie oder aber einer anderen Therapie behandelt wurden. Die am häufigsten eingesetzte Immuntherapie war mit 62% Nivolomab (1). Die Auswertung ergab, dass Patienten mit vorangegangener Immuntherapie in allen untersuchten Wirksamkeitsparametern vergleichbare Ergebnisse wie Patienten ohne eine solche Behandlung erzielten. Da anzunehmen ist, dass die Immuntherapie zukünftig häufiger eingesetzt werden wird, festigen diese Ergebnisse aus dem Versorgungsalltag den Stellenwert von Ramucirumab/Docetaxel in der Folgetherapie, betonte Prof. Dr. Wolfgang Schütte, Halle (Saale).

Patienten mit aggressivem NSCLC, das unter oder nach Platin-haltiger Erstlinientherapie bereits innerhalb von 12 Wochen fortgeschritten ist, haben eine schlechte Prognose. Ramucirumab/Docetaxel ist bei diesen Patienten offensichtlich ebenso wirksam wie bei Patienten, bei denen die Krankheit langsamer fortschreitet. Dies zeigten die Ergebnisse einer retrospektiven Real-world-Analyse mit 172 NSCLC-Patienten, bei denen es unter einer Platin-basierten Erst- oder Zweitlinientherapie zum Progress gekommen war (2). Patienten mit raschem Progress schnitten im medianen progressionsfreien Überleben (PFS) ähnlich gut ab wie Patienten mit langsamerem Fortschreiten der Erkrankung (3,0 vs. 3,6 Monate, HR=0,94, 95%- KI: 0,6568-1,3476) (2). Das mediane Gesamtüberleben (OS) war bei den Patienten mit aggressiveren Tumoren hingegen kürzer (13,2 vs. 21,6 Monate) (2). „Dies ist in der Regel auch bei anderen Studien zur Zweit- und Drittlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC der Fall“, erklärte Schütte.

 

Dr. Kirsten Westphal

Quelle: Pressegespräch „Status Quo der NSCLC-Therapie: Die Rolle von Ramucirumab in der Zweitlinie“ im Rahmen der DGP-Jahrestagung, 13.03.2019, München; Veranstalter: Lilly Oncology

Literatur:

(1) Clarke J et al. 19th World Congress on Lung Cancer, Toronto 2018; Abstract P3.01-19.
(2) Batus M et al. 19th World Congress on Lung Cancer, Toronto 2018; Abstract P2.01-12.


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