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Medizin

19. Juli 2019 Muskelinvasiver Blasenkrebs: Bestimmung von Subtypen zur Vorhersage von Prognose und Therapieerfolg

Muskelinvasiver Blasenkrebs (MIBC) macht zwei Drittel der invasiven Urothelkarzinome aus, die Mehrheit der Patienten erleidet innerhalb von 5 Jahren ein Rezidiv. In dieser Untersuchung wurde gezeigt, dass sich mittels Anzahl und räumlicher Verteilung der stromalen Tumor-infiltrierenden Lymphozyten (sTIL) innerhalb des Tumormicroenvironments Stadien der Tumorentzündung, Subytpen und das Outcome vorhersagen lassen.
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Fachinformation
Die FAU-Forscher haben herausgefunden, dass der Therapieerfolg und das Überleben der Patienten mit MIBC (n=542) durch die Bestimmung der sTIL vorhergesagt werden können. Diese Lymphozyten werden dabei als einfacher morphologischer Parameter und als Biomarker eingesetzt: Ihre Menge und räumliche Verteilung innerhalb des Tumor-Immun-Milieus erlauben Prognosen über die Stadien der Tumorentzündung und Tumorsubtypen und helfen bei der Personalisierung der Patiententherapie. In weiteren Studien wollen die Forscher ihre Ergebnisse nun überprüfen und die Methode weiterentwickeln.

Eine hohe sTIL-Anzahl zeigte einen inflammatorischen Subtyp an mit 80% 5-Jahres-krankheitspezifischem Überleben. Das Fehlen von inflitrierenden Immunzellen identifizierte den Subtyp ohne Entzündung mit einer Überlebensrate < 25%.
Ein Immuzellen-entgehender Phänotyp mit hochregulierten Immuncheckpoints ist mit einem verkürzten Überleben assoziiert.

Innerhalb des Tumormicroenvironment sind zudem lymphoide Strukturen (TLS), welche die Antitimor-Aktivität mittels Immunzellen vermitteln.
Eine hohe TLS-Anzahl mit wenig Distanz zum Tumor korrelierte signifikant mit einem entzündlichen Phänotyp und besserem Überleben.
Entsprechend zeigten sich im nicht-entzündlichen und im Immun-vermeidenden Subtyp die geringsten TLS-Mengen, die weiteste Entfernung zum Tumor und das kürzeste Überleben. Hohe Inflammation korrelierte außerdem mit verstärkter Neoantigen- und Mutationslast. Patienten mit adjuvanter Chemotherapie zeigten eine gute Prognose bei hohen sTIL-Zahlen.

Die Autoren schlussfolgern, dass die Bestimmung der sTIL und Tumor-Subtypen für die Vorhersage des Therapieerfolgs herangezogen werden können. sTIL könnten auch in der Routine leicht quantifizert werden.

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Literatur:

Carolin Pfannstiel, Maximilian Burger, Wolfgang Otto et al. The Tumor Immune Microenvironment Drives a Prognostic Relevance That Correlates with Bladder Cancer Subtypes. Cancer Immunology Research


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