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Medizin

30. Mai 2020 Mammakarzinom: Kein Überlebensvorteil durch lokoregionale Therapie

Etwa 6% der neu diagnostizierten Brustkrebspatientinnen weisen eine Erkrankung im Stadium IV sowie einen intakten Primärtumor (IPT) auf. Es wird vermutet, dass eine lokoregionale Therapie (LRT) die Überlebenschancen verbessert, randomisierte Studien kamen jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen. Eine Phase-III-Studie untersuchte nun den Nutzen einer LRT bei Patientinnen mit IPT nach einer ersten systemischen Therapie.

 
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In die Studie eingeschlossen wurden 256 Patientinnen im Stadium IV ohne Progression während der 4-8 Monate dauernden optimalen systemischen Therapie (OST). Sie wurden randomisiert für eine LRT (n=125) bzw. keine LRT (n=131). Primärer Studienendpunkt war das Gesamtüberleben (OS), sekundärer Endpunkt die lokoregionale Krankheitskontrolle. Es gab keine signifikanten Unterschiede bezüglich der 3-Jahres-OS-Rate (68,4% OST + LRT vs. 67,9% OST (HR=1,09; 90%-KI: 0,80-1,49; p=0,63) oder bezüglich des progressionsfreien Überlebens (p=0,40). Die gesundheitsbezogene Lebensqualität ((Health Related Quality of Life, HRQoL) war im OST + LRT-Arm 18 Monate nach der Randomisierung signifikant schlechter als im OST-Arm allein.

Schlussfolgerung

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine frühe lokale Therapie die Überlebenschancen von Patientinnen mit de novo metastasiertem Mammakarzinom und einem IPT nicht verbessert. Obwohl das Risiko einer lokalen Krankheitsprogression ohne LRT 2,5-fach erhöht war, verbesserte die LRT eines IPT die HRQoL nicht.

(übers. von ah)

Quelle: ASCO 2020 Virtual Meeting

Literatur:

Khan SA et al. A randomized phase III trial of systemic therapy plus early local therapy versus systemic therapy alone in women with de novo stage IV breast cancer: A trial of the ECOG-ACRIN Research Group (E2108). ASCO 2020 Virtual Meeting, Abstr LBA2
https://meetinglibrary.asco.org/record/186884/abstract


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