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Medizin

13. März 2019 Mammakarzinom: Therapieoptionen bei Patientinnen mit ungünstiger Prognose

Studienergebnisse, die auf dem diesjährigen San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vorgestellt wurden, zeigen, dass bestimmte Faktoren die Prognose von Patientinnen mit metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs in der klinischen Praxis negativ beeinflussen können. Während eine Studie dies für das Vorliegen von Lebermetastasen über verschiedene Therapielinien hinweg belegt, ergab die zweite einen solchen Effekt für Patientinnen mit Leber- oder ausschließlich nicht-ossären Metastasen unter einer Erstlinientherapie mit CDK4 & 6 Inhibitoren (1,2). Um die Situation der hiervon betroffenen Patientinnen zu verbessern, sollten Therapieoptionen gewählt werden, die sich beim Vorliegen solch prognostisch ungünstiger Faktoren* als effektiv erwiesen haben. In einer retrospektiven Subgruppenanalyse der Studien MONARCH 2 und 3 konnte dies für den kürzlich zugelassenen CDK4 & 6 Inhibitor Abemaciclib gezeigt werden (3).
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Die Einführung neuer Therapieoptionen in die Behandlung des Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen metastasierten Mammakarzinoms (mBC) hat in den letzten Jahren zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) beigetragen. Bei vielen Patientinnen liegen klinische Faktoren vor, die ihre Prognose deutlich verschlechtern. Eine auf dem SABCS vorgestellte retrospektive Studie mit Patientinnen aus der klinischen Praxis zeigte nun, dass das Vorliegen von Lebermetastasen hierzu maßgeblich beiträgt (1). Die Analyse basierte auf den Daten von 378 Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem mBC des US-amerikanischen Vektor Oncology Data Warehouse, die ab 2008 eine systemische Therapie erhielten. Ihr OS wurde ab Beginn jeder von 3 aufeinanderfolgenden Therapielinien erfasst, wobei nach dem Vorliegen oder der Abwesenheit von Lebermetastasen stratifiziert wurde.

Während das mediane OS bei Patientinnen mit Leberbefall in der ersten Therapielinie lediglich 23,9 Monate betrug, überlebten Patientinnen ohne Lebermetasen 35,2 Monate (HR: 1,93, p < 0,0001). Auch in der zweiten und dritten Therapielinie war das mediane OS der Patientinnen mit Lebermetastasen jeweils deutlich geringer (16,6 vs. 24,2 Monate, HR: 1,49, p=0,040 bzw. 11,5 vs. 17,4 Monate, HR: 1,54; p=0,060) (1).

Leberbefall auch unter CDK4 & 6 Inhibitoren prognostisch ungünstig*

Dass das Vorliegen von Lebermetastasen auch die Prognose von Patientinnen mit HR-positivem, HER2-negativem mBC unter einer Therapie mit CDK4 & 6 Inhibitoren verschlechtert, zeigte eine zweite Real-world-Analyse derselben Arbeitsgruppe (2). Sie umfasste 207 Patientinnen der Flatiron Health Database, die zwischen Januar 2011 und September 2017 diagnostiziert wurden und ab 2016 einen CDK4 & 6 Inhibitor in Kombination mit einer endokrinen Therapie in der Erstlinie erhielten. Hierbei zeigte die univariate Analyse, dass das Vorliegen von Lebermetastasen zu einem etwa doppelt so hohen Risiko für Progression oder Tod führte, als wenn kein Befall vorhanden war (HR: 2,04, 95% KI: 1,13 – 3,68). Gleiches galt für Patientinnen mit ausschließlich nicht-ossären Metastasen, im Vergleich zu Patientinnen, die nur Skelettmetastasen aufwiesen (HR: 2,23, 95% KI: 1,20 – 4,25) (2).

Wirksamkeit von Abemaciclib (Verzenios®) bei ungünstigen Prognosefaktoren

Die auf dem SABCS vorgestellten Daten sprechen dafür, bei der Therapie von Patientinnen mit solchen prognostisch ungünstigen Faktoren*, Optionen zu berücksichtigen, die sich hier als wirksam erwiesen haben. Dies konnte beispielweise für den im Oktober 2018 in der EU zugelassenen CDK4 & 6 Inhibitor Abemaciclib gezeigt werden. Er ist indiziert zur Behandlung von Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, wobei er in Kombination mit Fulvestrant oder einem Aromatasehemmer als initiale endokrine Therapie oder nach vorangegangener endokriner Therapie eingesetzt werden kann (4). Basis der Zulassung von Abemaciclib in der Erst- und Zweitlinie waren die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien MONARCH 2 und MONARCH 3 (5-7). Wie eine explorativ gepoolte Subgruppenanalyse beider Studien mit mehr als 1.000 Patientinnen ergab, profitierten insbesondere Patientinnen mit prognostisch ungünstigen klinischen Charakteristika* von der Zugabe von Abemaciclib zur endokrinen Therapie. So verbesserte Abemaciclib bei Patientinnen mit Lebermetastasen, negativem Progesteronrezeptorstatus oder aggressiven, hochgradigen Tumoren das progressionsfreie Überleben auf Hazard-Ratio-Werte von 0,4-0,5 und erhöhte die Gesamtansprechrate typischerweise um mehr als 30% (3).

Abemaciclib ist der dritte in der EU zugelassene CDK4 & 6 Inhibitor. Abemaciclib kann aufgrund seines Toxizitätsprofils kontinuierlich gegeben werden** (4,8,9). Bezüglich der Nebenwirkungen steht hier die Diarrhö im Vordergrund, die meist vom Grad 1 und 2 ist und zu Beginn auftritt und mit der Zeit zurückgeht. Sie kann gut mit rezeptfreien Medikamenten kontrolliert werden (4).

* In prospektiven und retrospektiven Subgruppenanalysen zu den Zulassungsstudien MONARCH 2 und 3 wurden folgende Krankheitsmerkmale als prognostisch ungünstige Faktoren identifiziert: Lebermetastasen, PgR-, hohes Tumorgrading oder kurzes TFI (< 36 Monate) (3).
** Die empfohlene Dosis beträgt 150 mg 2x tgl. Verzenios® und sollte kontinuierlich eingenommen werden, sofern keine Krankheitsprogression oder inakzeptable Toxizität auftritt. Bestimmte Nebenwirkungen können eine Dosisunterbrechung und/oder -reduktion erforderlich machen. Weitere Informationen entnehmen Sie der Fachinformation (Stand 11/2018).

 

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Saverno K. et al. Outcome among breast cancer patients with characteristics that confer a less favorable prognosis, SABCS 2018, San Antonio 4-8 Dec., Abstract P2-08-66.
(2) Saverno K et al. Influence of prognostic factors on outcomes among metastatic breast cancer patients with CDK4&6 inhibitors in routine clinical practice, SABCS 2018, San Antonio 4-8 Dec., Abstract P2-08-38.
(3) Di Leo A et al. Prognostic characteristics in hormone receptor-positive advanced breast cancer and characterization of abemaciclib efficacy. NPJ Breast Cancer. 2018 Dec 18; 4: 41.
(4) Fachinformation Verzenios®, Stand November 2018.
(5) Sledge G et al. MONARCH 2: Abemaciclib in Combination With Fulvestrant in Women With HR+/HER2- Advanced Breast Cancer Who Had Progressed While Re-ceiving Endocrine Therapy. J Clin Oncol. 2017; 35 (25): 2875-2884.
(6) Goetz M et al. MONARCH 3: Abemaciclib As Initial Therapy for Advanced Breast Cancer. J Clin Oncol. 2017; 35 (32): 3638-3646.
(7) Goetz MP et al. MONARCH 3: Abemaciclib as initial therapy for patients with HR+, HER2- advanced breast cancer - Results from the preplanned final PFS analysis. Cancer Res 2018; 78 (suppl 13): Abstract CT040.
(8) Fachinformation Ibrance®, Stand November 2018.
(9) Fachinformation Kisqali®, Stand Dezember 2018.


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