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Medizin

21. März 2019 MOLIT Symposium: Personalisierte Medizin im Behandlungsalltag

Das erste Symposium von MOLIT (Institut für personalisierte Medizin) eröffnete einen neuen Dialog zur personalisierten Medizin im Behandlungsalltag und gelangte zu folgenden Kernergebnissen: Wissenschaftliche Forschungsergebnisse schneller zu Patienten bringen, stärkere Rückkopplung von Erfahrungen der Kliniken sowie der Patienten in die Forschung, über Grenzen der Fachdisziplinen hinaus gemeinsam daran arbeiten, den Kampf gegen den Krebs zu gewinnen.
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Mehr als 100 Medizin- und IT- Experten aus aller Welt haben sich vom 18. bis 20. März 2019 in Heilbronn über die Grenzen der jeweiligen Fachdisziplinen hinweg damit beschäftigt, wie der Kampf gegen den Krebs noch erfolgversprechender werden kann. Zwar kann Krebs heute bereits in vielen Fällen kontrolliert werden. Doch noch ist er die zweithäufigste Todesursache in Deutschland und die Krankheit, die den Menschen am meisten Angst macht. Schätzungen zufolge wirkt sich auch der demografische Wandel aus. Wegen der zu erwartenden Alterung unserer Gesellschaft wird die Zahl der Erkrankten von heute 500.000 pro Jahr bis zum Jahr 2030 auf etwa 600.000 ansteigen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

„Wir haben fachliche Exzellenz in Heilbronn versammelt, um ein Netzwerk zu knüpfen und den Austausch möglich zu machen. Eine Krankheit wie Krebs benötigt das geballte Wissen vieler Expertinnen und Experten“, sagt Prof. Dr. Christian Fegeler, Heilbronn. „Wir sind zwar heute schon in der Lage, viel Wissen zusammenzutragen. Doch viele Daten heißt nicht automatisch gute Information. Für die Digitalisierung im Gesundheitswesen müssen Spezialistinnen und Spezialisten mehr kooperieren. Dazu gehört auch, dass verschiedene technische Systeme interagieren.“

Individualisierung durch technische Neuerungen

Krebs ist eine äußerst individuelle Krankheit und die Chemotherapie ist nicht zwingend für alle Betroffenen die Therapieform der Wahl. „Die Charakterisierung tumorspezifischer Mutationen sagt uns immer häufiger den Nutzen einer Therapie voraus“, betont Prof. Dr. Uwe Martens, Heilbronn. „Schade ist, dass bislang zu wenig Betroffene in den Genuss modernster Behandlungsmethoden kommen. Man greift in der Medizin auf Standardtherapien zurück, weil es kostengünstiger ist.“ Die positive Nachricht: Zunehmend werden personalisierte Therapien gegen Krebs bezahlbar. Das liegt auch am Zusammenspiel von IT und Medizin. Technische Neuerungen erlauben Medizinern, eine Vielzahl von klinischen und patientengenerierten Daten zu analysieren und aufgrund dieser Analyse eine bessere, individuelle Diagnose zu stellen. Je effektiver diese Systeme werden, um so realistischer werden auch personalisierte Therapien für den einzelnen Patienten. „Die Fülle an komplexen molekularen Daten, die im Rahmen der onkologischen Präzisionsmedizin anfällt, ist ohne IT-Unterstützung inzwischen nicht mehr zu bewältigen“, sagt Martens.

Datenschutz

Auf die Chancen und auch auf die Verantwortung der personalisierten Medizin wies der Biochemiker und Nobelpreisträger Prof. Dr. Aaron Ciechanover, Technion-Israel Institute of Technology, in seinem Vortrag im Rahmen des MOLIT Symposiums hin: „Es ist von enormem Wert, dass genetische Informationen Ärzten und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich aber um die persönlichste Information, die wir als Menschen geben können und das stellt uns vor große moralische Herausforderungen.“

Quelle: MOLIT


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