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Medizin

11. September 2019 Lungenadenokarzinom: 2 Signalwege der Entstehung identifiziert

Das Lungenadenokarzinom ist bekannt für seine schlechte Prognose und laut National Cancer Institute mit etwa 4 von 10 Diagnosen die häufigste Form von Lungenkrebs. „Die Fähigkeit, den spezifischen Signalweg zu identifizieren, durch den das Lungenadenokarzinom eines Patienten entstanden ist, erhöht unsere Fähigkeit vorherzusagen, welche Patienten wahrscheinlich von einer bestimmten Behandlung profitieren werden. Zudem können wir so auch besser Alternativen für Patienten anbieten, deren Krebssubtyp wahrscheinlich nicht ansprechen würde“, sagt Dr. phil. lan Fields, Mayo Clinic. Die Ergebnisse wurden in Cancer Cell veröffentlicht.
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Entdeckung spezifischer Lungenkrebs-Signalwege kann zu gezielteren Behandlungen führen

Fields und sein Team haben die molekularen Merkmale von Lungenadenokarzinomen bei Mäusen untersucht und 2 Wege identifiziert, auf denen sich dieser Krebs entwickeln kann. Der erste Weg hängt von dem krebserregenden Gen ab, das als „Proteinkinase C iota (PKCι)“ bekannt ist. Der zweite Weg,  der Wnt/β-Catenin-Signalweg läuft den Erkenntnissen zufolge unabhängig von PKCι ab. Es wurde zudem festgestellt, dass sich Lungenadenokarzinome, die diesen 2 Signalwegen entstammen, in verschiedenen Regionen der Lunge und aus verschiedenen Ursprungszellen bilden.

Nach der Entdeckung dieser beiden Signalwege bei Mäusen überlegten Dr. Fields und seine Kollegen, wie sich ihre Entdeckung auf Menschen übertragen lässt. Zunächst verglichen sie die Signalwege des Mausmodells mit den 6 bekannten molekularen Subtypen dieser Krebsart beim Menschen. Die Wissenschaftler fanden eine Übereinstimmung: einen molekularen Marker, mit dem sie vorhersagen konnten, welche menschlichen Lungenadenokarzinomzellen dem PKCι-unabhängigen Signalweg entstammen, den sie bei Mäusen entdeckt hatten.

Um zu testen, ob die Tumoren, die den PKCι-abhängigen und -unabhängigen Signalwegen entstammen, auf bestimmte Krebstherapien ansprechen, führte das Team um Dr. Fields ein Experiment mit menschlichen Zellen und dem Mausmodell durch. Ihre Hypothese wurde bestätigt: Zwei Medikamente hatten eine unterschiedliche Wirkung auf die Adenokarzinom-Subtypen, und zwar in Abhängigkeit von ihrem zugrunde liegenden Signalweg. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Forscher vorhersagen können, wie diese Krebssubtypen auf gezielte Therapien reagieren werden.

In einem nächsten Schritt wird das Team untersuchen, ob PKCι-abhängige und unabhängige Lungenadenokarzinome bei menschlichen Patienten wirksam und spezifisch identifiziert werden können und ob experimentelle Arzneimittel das Wachstum von Lungenkrebs bei Patienten mit PKCι-abhängigem und -unabhängigem Signalweg vorhersehbar hemmen können.

Mögliche Übertragung auf andere Krebsarten

Da der PKCι-Signalweg auch für andere Krebsarten wichtig ist, sind die Forscher der Ansicht, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht nur in Bezug auf Lungenkrebs bedeutsam sind. Dieses Forschungsvorhaben baut auf der früheren Arbeit von Dr. Felder und dessen Kollegen auf, die die Verbindung zwischen PKCι und der Initiierung, Entwicklung und Verbreitung von Lungenkrebs als erstes entdeckt haben.

Quelle: Mayo Clinic


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