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Medizin

13. Juni 2019 KEYNOTE-048: Finale Analyse zu Mono- und Kombinationstherapie mit Pembrolizumab

Auf der Jahrestagung 2019 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurde die finale Analyse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie KEYNOTE-048 präsentiert. In dieser Studie wurde der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit einer Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des rezidivierenden oder metastasierenden Plattenepithelkarzinoms der Kopf-Hals-Region (HNSCC) untersucht. Erstmals werden Daten dieser Studie zum Gesamtüberleben (OS) unter Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie in Abhängigkeit von der PD-L1-Expression der Tumoren sowie aus dem Pembrolizumab-Monotherapiearm im Gesamtkollektiv und unabhängig vom PD-L1-Status des Tumors veröffentlicht.
Überlegenes OS in der Interimsanalyse

Die Interimsanalyse dieser Studie wurde bereits 2018 auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) präsentiert. Diese zeigte ein überlegenes OS unter Pembrolizumab (KEYTRUDA®)in Kombination mit Chemotherapie im Gesamtkollektiv sowie unter Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten, deren Tumoren PD-L1 mit einem kombinierten positiven Score (CPS) ≥ 20 und ≥1 exprimieren im Vergleich zu Patienten unter der aktuellen Standardtherapie (EXTREME-Schema).

Reduktion des Sterberisikos

Die aktuell präsentierten Daten der finalen Analyse zeigten, dass das Sterberisiko durch Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie (Carboplatin oder Cisplatin plus 5-Fluorouracil (5-FU)) bei Patienten, deren Tumoren PD-L1 mit einem CPS ≥ 20 exprimieren, um 40% reduziert werden konnte. Das Gesamtüberleben war unter der Pembrolizumab-Kombinationstherapie (Pembrolizumab + Chemotherapie) mit 14,7 Monaten (95%-KI: 10,3-19,3) signifikant länger als unter dem EXTREME-Schema (Cetuximab mit Carboplatin oder Cisplatin + 5-FU) mit 11,0 Monaten (95%-KI: 9,2-13,0) (HR=0,60; 95%-KI: 0,45-0,82 p=0,0004). Für den dualen primären Endpunkt, das progressionsfreie Überleben (PFS), wurde unter der Pembrolizumab-Kombinationstherapie für die Patientenpopulation mit CPS ≥ 20 im Vergleich zum EXTREME-Schema keine statistische Signifikanz erreicht (HR=0,73; 95%-KI: 0,55-0,97; p=0,0162).

OS signifikant länger

Neue Ergebnisse für die Population mit CPS ≥ 1 zeigten, dass das Sterberisiko um 35% reduziert wurde, wenn die Patienten Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten. Das OS war für diese Patienten signifikant länger (13,6 Monate (95%-KI: 10,7-15,5)) als unter dem EXTREME-Schema (10,4 Monate (95%‑KI: 9,1-11,7)) (HR=0,65; 95%‑KI: 0,53-0,80); p < 0,0001). Entsprechend der sequenziellen Teststrategie wurde in dieser Population nicht auf Überlegenheit bezüglich PFS getestet (HR=0,82; 95%‑KI: 0,67-1,00)).

Keine Unterschiede hinsichtlich des PFS

Die Daten zum OS unter der Pembrolizumab-Monotherapie im Gesamtkollektiv entsprachen denen der bereits vorgestellten Interimsanalyse, in der die Nichtunterlegenheit gezeigt wurde (HR=0,83; 95%-KI: 0,70-0,99); p=0,0199). Hier betrug das mediane OS für Patienten unter der Pembrolizumab-Monotherapie im Gesamtkollektiv 11,5 Monate (95%-KI: 10,3-13,4), verglichen mit 10,7 Monaten (95%-KI: 9,3-11,7) unter dem EXTREME-Schema. Hinsichtlich des PFS gab es keinen Unterschied zwischen der Pembrolizumab-Monotherapie und dem EXTREME-Schema (HR=1,34; 95%-KI: 1,13-1,59)).

FDA-Prüfung im beschleunigten Verfahren

Wie bereits gemeldet, prüft die US-Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) den neuen ergänzenden Zulassungsantrag für Pembrolizumab als Monotherapie oder in Kombination mit Platin und einer 5-FU-Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung von Patienten mit rezidivierendem oder metastasierendem HNSCC im beschleunigten Verfahren. Dies beruht auch auf den Daten der zweiten Interimsanalyse der KEYNOTE-048-Studie.

Quelle: MSD


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