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Medizin

23. April 2019 Gebärmutterhalskrebs: Deutliche Senkung der Inzidenz-Raten durch Prävention möglich

Gebärmutterhalskrebs könnte schon am Ende dieses Jahrhunderts in den meisten Ländern der Welt unter eine mögliche Eliminierungsschwelle fallen. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Modellierungsstudie in der Fachzeitschrift Lancet Oncology (1). Durch eines der Präventionsszenarien mit der größten Auswirkung könnten in den nächsten 50 Jahren zwischen 12,5 und 13,4 Millionen Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden. Notwendig hierfür sind eine globale Impfquote mit einem nonavalenten Impfstoff gegen HPV von 80 bis 100% ab 2020 sowie ein 2-maliges HPV-basiertes Gebärmutterhalskrebs-Screening bei 70% aller Frauen im Alter von 35 und 45 Jahren (1).
Durch eine ausgedehnte Erhöhung der weltweiten Impfquoten in Kombination mit einem 2-maligen Screening ab 2020 könnte die Anzahl der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs in den meisten Ländern der Welt auf einen Wert von unter 4 pro 100.000 Frauen pro Jahr fallen – eine mögliche Eliminierungsschwelle für die Erkrankung. Durch die Impfung mit dem nonavalenten Impfstoff könnten in diesem Rechenmodell in den nächsten 50 Jahren 6,7 bis 7,7 Millionen Erkrankungen verhindert werden (1). Dies entspräche einer Reduktion um 15-17%. Die hohen Impfquoten entfalten dabei erst im letzten Jahrzehnt des Untersuchungszeitraums ihre größte Wirkung. Ein früherer Effekt, mit zusätzlichen 5,7-5,8 Millionen verhinderten Fällen, ließe sich durch die Kombination der Impfung mit einem Screening-Programm erreichen (1).

Ohne Gegenmaßnahmen starke Anstiegsgefahr

Ohne Änderungen in den bisherigen Screening-Maßnahmen und bei gleichbleibender weltweiter Impfabdeckung gegen HPV könnte sich die Zahl der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs weltweit von 600.000 im Jahr 2020 auf 1,3 Millionen im Jahr 2069 mehr als verdoppeln (1). Die Gründe hierfür sind unter anderem eine wachsende und alternde Bevölkerung sowie Veränderungen der zugrunde liegenden Risikofaktoren in der Bevölkerung. HPV ist neben Gebärmutterhalskrebs zudem für weitere Krebserkrankungen bei Männern und Frauen verantwortlich. Allein in Deutschland erkranken pro Jahr etwa 7.850 Frauen und Männer an bestimmten HPV-bedingten Krebserkrankungen (2).

Über die Studie

Die Studie war eine statistische Trendanalyse- und Modellierungsstudie. Trends in der globalen Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen wurden mittels qualitativ hochwertiger Krebs-Registerdaten statistisch analysiert. Die Daten stammten aus der von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) veröffentlichten Serie Cancer Incidence in Five Continents. Anschließend wurde mit der umfassend validierten Simulationsplattform Policy1-Cervix eine dynamische, multikohortenmodellierte Analyse der Auswirkungen potentieller Scale-up-Szenarien für die Gebärmutterhalskrebs-Prävention durchgeführt, um zukünftige Inzidenz-Raten und die Krankheitslast des Gebärmutterhalskrebses abschätzen zu können (1).

Quelle: MSD

Literatur:

(1) Simms KT et al. Impact of scaled up human papillomavirus vaccination and cervical screening and the potential for global elimination of cervical cancer in 181 countries, 2020–99: A modelling study. The Lancet Oncology 2019.
(2) Robert Koch-Institut. Kurz & Knapp: Faktenblätter zum Impfen; HPV-Impfung.; 2019 (abgerufen am 19.03.2019). Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Faktenblaetter/HPV.pdf?__blob=publicationFile.


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