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Medizin

27. Mai 2019 CLL: Ibrutinib erhält in DGHO-Leitlinie breite Empfehlung für alle Patienten

Die DGHO (Deutsche Gesellschaft für Hämatologie Medizinische Onkologie e.V.) hat ihre Leitlinie zur Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) dem aktuellen Stand des Wissens angepasst. Die wichtigsten Neuerungen: Eine umfassende genetische Diagnostik gehört jetzt für alle Patienten zum Standard. Und: Die Erstlinientherapie wurde neu geordnet. Dabei erhielt der Bruton-Tyrosin-Kinase-Inhibitor Ibrutinib (Imbruvica®) eine breite Empfehlung für alle Patienten.
Ibrutinib ist bereits seit einigen Jahren für die Erstlinientherapie der CLL zugelassen. Die 2018 publizierte ALLIANCE-Studie mit älteren CLL-Patienten untermauert dies (1). Ihr klares Ergebnis: In beiden Ibrutinib-Armen (Ibrutinib-Mono und Ibrutinib-Rituximab) zeigte sich ein im Vergleich zum Bendamustin-Rituximab deutlich verlängertes progressionsfreies Überleben. Dabei brachte die Hinzunahme von Rituximab zu Ibrutinib keinen zusätzlichen Vorteil, wie Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer vom Universitätsklinikum des Saarlandes hervorhob. Eine Subgruppenauswertung hinsichtlich des IGHV-Mutationsstatus zeigte zudem, dass „Ibrutinib bei Patienten mit mutiertem IGHV-Mutationsstatus sicher nicht unterlegen war“, so der Experte. Auch in der ALLIANCE-Studie wies Ibrutinib das bekannte günstige Nebenwirkungsprofil auf.

Diese und andere neue Daten haben zu einer Aktualisierung der Onkopedia-Leitlinie der DGHO geführt (2): Neu in der Diagnostik ist, dass nun bei allen Patienten – auch außerhalb von klinischen Studien – eine umfassende genetische Untersuchung inklusive chromosomaler Abberationen (besonders 17p-Deletion), TP53-Mutationsstatus und IGHV-Mutationsstatus als Standard empfohlen wird. Zudem wurde die Struktur der Erstlinientherapie überarbeitet. Neben dem Stadium und der Aktivität der CLL sind die Fitness des Patienten, der TP53/del(17p)-Status sowie, falls dieser nicht mutiert ist, der IGHV-Status für die Auswahl der Therapie relevant. Für alle Patienten mit Therapie-bedürftiger CLL wird Ibrutinib für die Erstlinientherapie empfohlen. In Abhängigkeit der genannten Parameter kommen weitere gleichwertige bzw. nur im Fall von Kontraindikationen einzusetzende Therapieoptionen infrage.




 

Anne Benckendorff

Quelle: Pressekonferenz „Imbruvica – Leitlinien-Update: CLL-Therapie im Wandel – Was bedeutet dies für den Praxisalltag?“, 22.05.2019, Frankfurt am Main; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Woyach JA et al. N Engl J Med 2018; 379: 2517-2528
(2) Onkopedia Leitlinie Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), Stand April 2019, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/chronische-lymphatische-leukaemie-cll/@@view/pdf/index.pdf, letzter Zugriff Mai 2019


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