Samstag, 6. Juni 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

11. September 2019 CLL: Ibrutinib-Monotherapie breit einsetzbare Option für die Erstlinie

Die Therapieoptionen für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) haben sich in den letzten Jahren durch die Einführung effektiver oraler zielgerichteter Therapien erweitert. Deshalb spielt die Risikostratifizierung von CLL-Patienten für die Therapieentscheidung eine wichtige Rolle, denn nicht alle benötigen sofort eine Behandlung, wie Paolo Ghia, Mailand, Italien, beim EHA betonte.
Anzeige:
Vor Beginn einer Therapie empfehlen die Guidelines des International Workshop on Chronic Lymphocytic Leukemia (iwCLL) (1) immer die Testung auf del(13q), del(11q), del(17p) und add(12) in peripheren Blutlymphozyten sowie die Bestimmung des TP53- und IGHV-Mutationsstatus. Bei einer Live-Abstimmung gaben 70% der Zuhörer an, in der klinischen Praxis routinemäßig sowohl auf eine 17p-Deletion als auch TP53-Mutation zu testen, 25% testen nur auf del(17p). 68% stimmten im Live-Voting dafür, vor jeder Therapielinie auf del(17p) und/oder TP53-Mutation zu testen, 17% tun dies vor der ersten Therapie und 14% bei der Diagnose. Den IGHV-Mutationsstatus testen 31% routinemäßig bei Diagnose, 23% vor der ersten, 16% vor jeder Therapielinie. 27% gaben an, keinen Zugang zu dem Test zu haben. Laut Ghia sind TP53-Aberrationen und der IGHV-Status jedoch relevante prognostische und prädiktive Biomarker für die Therapieentscheidung.

Carol Moreno, Barcelona, Spanien, stellte Frontline-Behandlungsoptionen für CLL-Patienten vor: Die NCCN-Guidelines (2) empfehlen als Erstlinientherapie für CLL-Patienten mit 17p-Deletion/TP53-Mutation als bevorzugte Regime entweder eine Ibrutinib-Monotherapie oder die Kombination Venetoclax + Obinutuzumab. Für CLL-Patienten ohne del(17p)/TP53-Mutation, die jünger als 65 Jahre sind und keine signifikanten Komorbiditäten aufweisen, wird ebenfalls eine Ibrutinib-Monotherapie empfohlen. Für Patienten mit signifikanten Komorbiditäten, die keine Purin-Analoga bekommen können, für Patienten ≥ 65 Jahre und für jüngere mit signifikanten Komorbiditäten wird neben der Ibrutinib-Monotherapie auch die Kombination Venetoclax + Obinutuzumab empfohlen. Der BTK-Inhibitor Ibrutinib (Imbruvica®) ist in der Erstlinie als Monotherapie für erwachsene CLL-Patienten zugelassen. In der Phase-III-Studie RESONATE-2 wurde bei therapienaiven CLL/SLL-Patienten ≥ 65 Jahre Ibrutinib gegen Chlorambucil getestet. Nach einem medianen Follow-up von 5 Jahren war das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im Ibrutinib-Arm noch nicht erreicht und betrug 15 Monate in der Chlorambucil-Gruppe (HR=0,146; 95%-KI: 0,0098-0,218) (3). 70% der mit Ibrutinib behandelten Patienten waren nach median 60 Monaten noch progressionsfrei vs. 12% der mit Chlorambucil behandelten Patienten. Ibrutinib führte im Vergleich zu Chlorambucil auch zu einem verbesserten Überleben (OS: 83% vs. 68%; HR=0,450; 95%-KI: 0,266-0,761). In der Alliance A041202-Studie erhielten zuvor unbehandelte CLL-Patienten ≥ 65 Jahre oder mit Komorbiditäten entweder Ibrutinib, Ibrutinib+Rituximab (IR) oder Bendamustin+Rituximab (BR). Es zeigte sich, dass Ibrutinib und IR das PFS signifikant verlängerten im Vergleich zu BR. Die Hinzunahme von Rituximab zu Ibrutinib verbessert das PFS jedoch nicht (4, 5).

UM

Quelle: Satellitensymposium „Providing clarity around treatment decision-making in CLL”, EHA, 13.06.2019, Amsterdam; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Hallek et al. Blood 2018; 131: 2745-60.
(2) NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology, Version 5; update May 2019.
(3) Tedeschi A et al. EHA 2019, Abstract S107.
(4) Woyach et al. ASH 2018, Abstract 6.
(5) Woyach et al. N Engl J Med 2018; 379: 2517-28.

 


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Wissen schafft Mut

Brustkrebs: Wissen schafft Mut
© drubig-photo / Fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Damit ist das Mammakarzinom mit 65.500 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Tumor bei Frauen. Die Diagnose wirft Fragen auf: Welche Therapie ist die richtige? Wo bekomme ich Hilfe? Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Krebspatienten bei ihrem Kampf gegen die Erkrankung. Sie bietet allen Betroffenen eine kostenfreie telefonische Beratung an und hält allgemeinverständliche...

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Jenny Sturm / fotolia.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
© Petry

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren der Welt. Einige Virentypen können Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebsarten verursachen. Wissenschaftler kooperieren jetzt in einer neuen Studie, um ein HPV-Typ-spezifisches Modell für den Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen zu entwickeln. Dazu werden klinische Daten aus großen populationsbasierten Studien der Frauenklinik Wolfsburg in Zusammenarbeit mit einer...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CLL: Ibrutinib-Monotherapie breit einsetzbare Option für die Erstlinie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden