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Medizin

14. März 2019 Brustkrebs: Stresshormone fördern Metastasierung

Seit Langem wird angenommen, dass Stress zum Krebswachstum beiträgt. Nun wurden molekulare Mechanismen aufgedeckt, die Brustkrebs-Metastasen mit erhöhten Stresshormonen verbinden (1). Synthetische Derivate von Stresshormonen, die häufig als entzündungshemmende Mittel in der Krebstherapie eingesetzt werden, können die Wirksamkeit der Chemotherapie verringern. Diese Ergebnisse basieren auf Modellen menschlichen Ursprungs in Mäusen und könnten sich auf die Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs auswirken.
Ein großes Hindernis bei der Behandlung von metastasierendem Brustkrebs ist das Phänomen der Tumorheterogenität, denn im Verlauf der Erkrankung wird der Tumor vielfältiger und die wachsenden Unterschiede zwischen den einzelnen Krebszellen können zu einem unzureichenden Therapieerfolg führen.

Da die zu Grunde liegenden Mechanismen dieses Phänomens unklar waren, untersuchte die Forschungsgruppe von Prof. Mohamed Bentires-Alj vom Departement Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel triple-negative Brustkrebs (TNB)-Zellen. Diese Krebsart metastasiert häufig, ist resistent gegen Standardtherapien und bietet für die Patientinnen weniger Behandlungsmöglichkeiten.

Stress beschleunigt Metastasenbildung

Um die Heterogenität zwischen Tumoren und Metastasen zu untersuchen, wurde die Aktivität von Genen in einem Maus-Krebsmodell gemessen. Es zeigte sich, dass Metastasen eine erhöhte Aktivität bei den Glukokortikoid-Rezeptoren (GR) verzeichnen, die Stresshormone wie etwa Cortisol binden.

Mäuse mit Metastasen hatten höhere Konzentrationen von Stresshormonen als Mäuse ohne Metastasen. Die Studie zeigt, dass erhöhte Stresshormonlevel die GR aktivieren, was zu einer verstärkten Kolonisierung und Heterogenität der Krebszellen – und letztlich zu einer verkürzten Lebensdauer – führt.

Reduzierte Wirkung der Chemotherapie

Die GR binden auch synthetische Derivate von Cortisol wie etwa Dexamethason, das oft eingesetzt wird, um die Nebenwirkungen der Chemotherapie zu lindern. Die Forschungsgruppe zeigte, dass Dexamethason die Wirksamkeit von Paclitaxel beeinträchtigen kann.

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei der Verschreibung von Glukokortikoid-Hormonen an Patientinnen mit Brustkrebs Vorsicht geboten ist. Die Studie macht auch deutlich, dass die Blockierung der GR von Vorteil sein kann und zur Entwicklung neuer Therapien für die Bekämpfung der Metastasierung von Brustkrebs führen könnte.

„Die Tumorheterogenität ist ein großes Hindernis bei der Behandlung. Die Bedeutung von Stressmanagement kann nicht überbetont werden – insbesondere bei Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs“, sagt Bentires-Alj. „Moderates Bewegungstraining und Entspannungstechniken sind nachweislich mit einer verbesserten Lebensqualität und Lebenserwartung der Patientinnen verbunden.“

Quelle: Universität Basel

Literatur:

(1) Obradović MMS, Hamelin B, Manevski N et al.
Glucocorticoids promote breast cancer metastasis.
Nature 2019; doi:10.1038/s41586-019-1019-4


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