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Medizin

25. Juli 2019 Behandlung des HR+/HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinoms: CDK4/6-Inhibition frühzeitig einsetzen und Chemotherapie aufsparen

Die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor ist neue Standardtherapie für Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem und HER2-negativem (HR+/HER2-) fortgeschrittenem Mammakarzinom. Gegenüber der alleinigen endokrinen Therapie zögert sie die Krankheitsprogression deutlich hinaus. Eine primäre Chemotherapie-Indikation bestehe bei diesen Patientinnen nur sehr selten, erläuterte Prof. Sherko Kümmel, Interdisziplinäres Brustkrebszentrum, Kliniken Essen-Mitte.
Keine zwingende Indikation für Chemotherapie

Aufgrund der konsistenten Datenlage, empfiehlt auch die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (A-GO) die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor für Patientinnen mit HR+/HER2- metastasiertem Mammakarzinom mit einem Doppel-Plus, betonte Kümmel. First-line im fortgeschrittenen bzw. metastasierten Stadium eingesetzt, profitierten die Patientinnen am deutlichsten – auch deshalb, weil sie dann noch einen guten Allgemeinzustand haben und maximal von der deutlich längeren progressionsfreien Zeit profitieren könnten. Die endokrin-basierte Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor wirke zudem schnell, so dass in der Regel auch bei ungünstigen Prognosekriterien keine zwingende Chemotherapie-Indikation bestehe.

Alle Subgruppen profitierten

Exemplarisch verwies Kümmel auf die Phase-III-Studiendaten zu Abemaciclib (Verzenios®). Der CDK4/6-Inhibitor wurde im Herbst 2018 zugelassen. In der MONARCH2-Studie (1) verlängerte Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) der post- und prä-/perimenopausalen Patientinnen von 9,3 Monaten unter Fulvestrant allein auf 16,4 Monate (HR 0,553; p<0,001). Patientinnen mit primärer und sekundärer endokriner Resistenz profitierten gleichermaßen (2). In der MONARCH3-Studie (3,4) bei post-menopausalen Patientinnen betrug das mediane PFS 28,2 Monate unter Abemaciclib + Anastrozol bzw. Letrozol vs. 14,8 Monate unter alleiniger Aromatasehemmer-Therapie (HR 0,54; p=0,000021).  

PFS-Kurven trennen sich frühzeitig

Alle Subgruppen profitierten, betonte Kümmel – jene mit ungünstigen prognostischen Faktoren, wie z.B. Lebermetastasierung, hoher Tumorlast oder negativem Progesteronrezeptor sogar besonders deutlich (5). Die PFS-Verlängerung bedeute Lebensqualität für die Patientinnen. Ein prognostischer Vorteil sei nicht auszuschließen, aber aufgrund von Folgetherapien und Cross-over in klinischen Studien nur schwer darstellbar. Die Chemotherapie sollte beim HR+/HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinom erst nach Ausschöpfen der endokrin-basierten Therapieoptionen eingesetzt werden.

Quelle: Pressegespräch ‚„Status quo der CDK4/6-Inhibitoren und die Rolle von Abemaciclib“ anlässlich des Senologiekongresses, 28.06.2019, Berlin, Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Sledge G et al., J Clin Oncol 2017, 35 (25): 2875-84.
(2) Grischke EM et al., ESMO-Kongress, Ok-tober 2018, München, #329P.
(3) Goetz M et al., J Clin Oncol 2017, 35 (32): 3638-46.
(4) Goetz MP et al., Cancer Res 2018, 78 (suppl 13): Abstract CT040.
(5) Di Leo A et al., NPJ Breast Cancer 2018 Dec 18, 4: 41.


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