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Medizin

11. Juli 2019 Atezolizumab: Überlebensvorteil für Patientinnen mit PD-L1 IC-positivem mTNBC

Für Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem triple-negativen Mammakarzinom (mTNBC) und einer PD-L1-Expression auf tumorinfiltrierenden Immunzellen (IC) eröffnet sich eine neue Perspektive: In der Phase-III-Studie IMpassion130 war das Überleben mit einer Erstlinientherapie aus Atezolizumab und Chemotherapie (nab-Paclitaxel) deutlich länger als unter Chemotherapie alleine (1).
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In der IMpassion130-Studie wurden Atezolizumab (Tecentriq®) und Chemotherapie gegenüber Placebo und Chemotherapie untersucht. In beiden Studienarmen wiesen etwa 41% der Patientinnen eine PD-L1-Expression der IC (> 1% der Tumorfläche) auf. Diese Subgruppe profitierte mit einer im Median 7 Monate längeren Überlebenszeit von der Kombination aus Atezolizumab und Chemotherapie verglichen mit Chemotherapie alleine (25,0 vs. 18,0 Monate). Dies zeigte die auf dem diesjährigen ASCO-Kongress vorgestellte zweite Interimsanalyse von IMpassion130 (1).

„Erstmals sehen wir bei PD-L1 IC-positiven Patientinnen einen deutlichen Vorteil beim Gesamtüberleben mit einer hazard ratio von 0,71 unter der Therapie mit Atezolizumab“, betonte Prof. Dr. Nadia Harbeck, München. Die 2-Jahres-Gesamtüberlebensrate lag bei 51,0% gegenüber 37,5% im Chemotherapie-Arm. Das Progressionsrisiko reduzierte sich signifikant um 38% (PFS: 7,46 vs. 4,96 Monate; HR: 0,62; 95 %-KI: 0,49-0,78; p<0,0001).

Unter der Kombinationstherapie traten keine neuen Sicherheitsaspekte auf, schwere unerwünschte Ereignisse (UE) waren selten (2). Am häufigsten wurden Hautausschläge, Pneumonitis, Hypothyreose und Hepatitis beobachtet. Frühzeitig erkannt, sind diese UE laut Harbeck gut beherrschbar.

Basierend auf diesen Ergebnissen empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) die Erstlinientherapie mit Atezolizumab und nab-Paclitaxel mit einem „Plus“ – bereits vor der im Herbst 2019 erwarteten EU-Zulassung (3).

Die PD-L1-Expression auf CI stellt für Patientinnen mit mTNBC einen wichtigen Biomarker dar. Denn von der Therapie mit Atezolizumab und Chemotherapie profitieren insbesondere solche Patientinnen, deren Expression auf CI über 1% der Tumorfläche ausmacht. Wie Prof. Dr. Wilko Weichert aus München darlegte, ist unter den 3 derzeit verfügbaren Testsystemen nur das IC-Scoring relevant für die Analyse des Mammakarzinoms. „Gegebenenfalls sollte man daher nachfragen, womit die PD-L1-Expression getestet wurde“, empfahl der Pathologe.

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: Symposium der Roche Pharma AG: „Herausforderung: Patientin mit TNBC – der PD-L1 IC-Status als Weichensteller“ anlässlich der 39. DGS-Jahrestagung, 27.06.2019, Berlin

Literatur:

(1) Schmid P et al., ASCO 2019; J Clin Oncol 2019; 37: Abstract 1003
(2) Schneeweiss A et al. ASCO 2019; Abstract 1068
(3) AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfehlungen 2019. www.ago-online.de


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