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Medizin

13. August 2019 Arterielle Hypertonie: Medikation bei Melanom begünstigt Invasion

Von arterieller Hypertonie sind allein in Deutschland etwa 20-30 Millionen Menschen betroffen. Die Behandlung erfolgt üblicherweise mit dem Wirkstoff Losartan. Dr. Daniel Navin Olschewski, Münster, stellte sich in seiner Dissertation die Frage, ob die Einnahme von Medikamenten mit Losartanen die Fortbewegung von Melanomzellen begünstigt oder doch eine anti-tumoröse Wirkung aufweist. Für seine Ergebnisse erhielt er nun den Promotionspreis der Medizinischen Fakultät der Universität Münster.
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Fachinformation
Losartan karzinogen?

Losartan ist ein gängiges Therapiemittel für Bluthochdruckpatienten. Bei Bluthochdruck spielen viele Faktoren eine entscheidende Rolle: Das Peptidhormon Angiotensin II, kurz ATII, und der zugehörige Rezeptor Typ 1 (= AT1) führen zu einem Anstieg der Kalziumkonzentration und somit auch zu einer Kontraktion glatter Gefäßmuskelzellen – also auch von Blutgefäßen und somit zu Bluthochdruck. Wird dieser nicht behandelt, kann es zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen.  Hier setzen Losartane an: Sie unterdrücken die Wirkung von AT1 und haben derart eine Brems- und Hemmfunktion. Das Problem: Die durch ATII und AT1 erhöhte Kalziumkonzentration führt langfristig zu einer erhöhten Fortbewegung von Melanomzellen (MV3) – sie stimuliert Natrium-Wasserstoff-Austauscher, die die Fortbewegung der MV3-Zellen begünstigen. Daraus ergibt sich die Frage: Was passiert, wenn das den Bluthochdruck regulierende und Losartan enthaltende Mittel eingesetzt wird? Wie wirken sich Losartan und AT II auf MV3 aus?

Losartan begünstigt Adhäsion der Krebszellen

Der 28-Jährige konnte in seiner Doktorarbeit zeigen, dass Losartan die Migration humaner Melanomzellen verringert, während ATII und AT1 dagegen in MV3-Zellen nachgewiesen werden konnten. Zwar fördert Losartan nicht die Fortbewegung von MV3-Zellen, doch begünstigt es die Invasion und die Adhäsion der Krebszellen. Olschewskis Schlussfolgerung daraus: Die Verabreichung von AT1-Antagonisten, also hemmenden Substanzen, wie Sartanen, sollte bei Krebspatienten mit Bluthochdruck kritisch hinterfragt werden.

Promotionspreis der Universität Münster

Der gebürtige Wiesbadener studierte von 2011 bis 2018 Medizin an der Universität Münster. Anschließend verschlug es ihn ins Rheinland: Seit Oktober 2018 ist der Arzt in der Neurologie an der Uniklinik Köln angestellt. Seine Dissertation fertigte er in der Arbeitsgruppe von Prof. Christian Stock an und erhielt für die Studie den mit 2.500 Euro dotierten Promotionspreis seiner Alma Mater. Ihren Promotionspreis vergibt die Medizinische Fakultät unter den bestbenoteten Doktorarbeiten des abgelaufenen Semesters; unterstützt wird der Award von dem forschenden Pharmaunternehmen Pfizer.

Quelle: Universitätsklinikum Münster


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