Dienstag, 22. Oktober 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

13. August 2019 Arterielle Hypertonie: Medikation bei Melanom begünstigt Invasion

Von arterieller Hypertonie sind allein in Deutschland etwa 20-30 Millionen Menschen betroffen. Die Behandlung erfolgt üblicherweise mit dem Wirkstoff Losartan. Dr. Daniel Navin Olschewski, Münster, stellte sich in seiner Dissertation die Frage, ob die Einnahme von Medikamenten mit Losartanen die Fortbewegung von Melanomzellen begünstigt oder doch eine anti-tumoröse Wirkung aufweist. Für seine Ergebnisse erhielt er nun den Promotionspreis der Medizinischen Fakultät der Universität Münster.
Anzeige:
Losartan karzinogen?

Losartan ist ein gängiges Therapiemittel für Bluthochdruckpatienten. Bei Bluthochdruck spielen viele Faktoren eine entscheidende Rolle: Das Peptidhormon Angiotensin II, kurz ATII, und der zugehörige Rezeptor Typ 1 (= AT1) führen zu einem Anstieg der Kalziumkonzentration und somit auch zu einer Kontraktion glatter Gefäßmuskelzellen – also auch von Blutgefäßen und somit zu Bluthochdruck. Wird dieser nicht behandelt, kann es zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen.  Hier setzen Losartane an: Sie unterdrücken die Wirkung von AT1 und haben derart eine Brems- und Hemmfunktion. Das Problem: Die durch ATII und AT1 erhöhte Kalziumkonzentration führt langfristig zu einer erhöhten Fortbewegung von Melanomzellen (MV3) – sie stimuliert Natrium-Wasserstoff-Austauscher, die die Fortbewegung der MV3-Zellen begünstigen. Daraus ergibt sich die Frage: Was passiert, wenn das den Bluthochdruck regulierende und Losartan enthaltende Mittel eingesetzt wird? Wie wirken sich Losartan und AT II auf MV3 aus?

Losartan begünstigt Adhäsion der Krebszellen

Der 28-Jährige konnte in seiner Doktorarbeit zeigen, dass Losartan die Migration humaner Melanomzellen verringert, während ATII und AT1 dagegen in MV3-Zellen nachgewiesen werden konnten. Zwar fördert Losartan nicht die Fortbewegung von MV3-Zellen, doch begünstigt es die Invasion und die Adhäsion der Krebszellen. Olschewskis Schlussfolgerung daraus: Die Verabreichung von AT1-Antagonisten, also hemmenden Substanzen, wie Sartanen, sollte bei Krebspatienten mit Bluthochdruck kritisch hinterfragt werden.

Promotionspreis der Universität Münster

Der gebürtige Wiesbadener studierte von 2011 bis 2018 Medizin an der Universität Münster. Anschließend verschlug es ihn ins Rheinland: Seit Oktober 2018 ist der Arzt in der Neurologie an der Uniklinik Köln angestellt. Seine Dissertation fertigte er in der Arbeitsgruppe von Prof. Christian Stock an und erhielt für die Studie den mit 2.500 Euro dotierten Promotionspreis seiner Alma Mater. Ihren Promotionspreis vergibt die Medizinische Fakultät unter den bestbenoteten Doktorarbeiten des abgelaufenen Semesters; unterstützt wird der Award von dem forschenden Pharmaunternehmen Pfizer.

Quelle: Universitätsklinikum Münster


Das könnte Sie auch interessieren

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“
© Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

„Hut ab“ oder „Chapeau“ - das sagen Menschen, um Wertschätzung und Anerkennung vor der Leistung Anderer auszudrücken. Am 25. Juni 2016 bietet die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums an 40 Orten in Deutschland Mitbürgern die Möglichkeit, durch die Geste des „Hutziehens“ ein Zeichen der Solidarität mit an Krebs erkrankten Menschen zu setzen und das Engagement der ehrenamtlich...

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur Armutsfalle.

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Arterielle Hypertonie: Medikation bei Melanom begünstigt Invasion "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression