Donnerstag, 13. August 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

11. Dezember 2019 AlloSCT: Änderungen im Mikrobiom durch Antibiotika und Ernährung

Während einer allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT) wird das intestinale Mikrobiom vielfältigen störenden Einflüssen ausgesetzt. Eine geringe Vielfalt an Keimen in dieser Zeit ist mit einem erhöhten Risiko für eine Graft-versus-host disease (GVHD) und mit Mortalität assoziiert. Welchen Einfluss der Protein- und Fettgehalt der Nahrung sowie die Gabe bestimmter Antibiotika auf das Darmmikrobiom hat, wurde in einer auf dem ASH vorgestellten Studie untersucht.
Anzeige:
Umweltvariablen zu identifizieren, die das Darmmikrobiom beeinflussen, ist eine Strategie, um das Mikrobiom während der alloSCT möglichst gesund zu erhalten. Die Dynamik  dahinter zu verstehen, ist aufgrund der großen Dimension bei Mikroorganismen allerdings eine Herausforderung. Für diese Studie wurden Mikroorganismen in Cluster eingeteilt und in Datasets von 7.930 Fäkalproben von 1.076 Patienten zum Zeitpunkt der alloSCT per 16S rRNA deep-sequencing untersucht. Es erfolgte eine Einteilung in  10 verschiedene "Zustände" des Darmmikrobioms dieser Patienten, hinsichtlich mikrobieller Zusammensetzung und Keimdiversität.

Zum Beispiel ergab sich für Cluster 1 eine hohe Diversität mit Lachnospiraceae und anderen Clostridiales als am häufigsten vorkommende Keime. Die Cluster 9 und 10 dagegen zeichneten sich durch eine geringe Vielfalt aus und bestanden hauptsächlich aus Streptococcus und Enterococcus.

Auch der Einfluss der Ernährung wurde bei 242 Proben von 46 alloSCT-Patienten untersucht: eine erhöhte Proteinaufnahme (median 36 g) destabilisierte bei Cluster 1 die Zusammensetzung an Keimen, während eine erhöhte Fettaufnahme /median 34,5 g) sich dafür günstig zeigte.

Der Einfluss der häufigsten nicht-prophylaktischen Antibiotika wurde in 2.359 Proben von 385 alloSCT-Patienten (14 Tage vorher bis 7 Tage danach) untersucht. Cluster 1 wurde von Piperacillin-Tazobactam (pip-tazo) signifikant destabilisiert, während Cefepim und Meropenem auf Cluster 1 keinen stabilitätsändernden Effekt hatten. Pip-tazo erhöhte auch die Änderungswahrscheinlichkeit zu einem Streptococcus-dominierten Cluster 9, während die Gabe von Cefepim und Meropenem den Übergang zu einem  Enterococcus-dominierten Cluster 10 ermöglichte.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Gabe von Antibiotika und auch die Ernährung hinsichtlich Protein- und Fettgehalt abhängig von der ursprünglichen Zusammensetzung des Mikrobioms des Patienten zur Zeit der Transplantation die Zusammensetzung des Mikrobioms ändern.


(übers. v. ab)

Quelle: ASH 2019

Literatur:

Chi L. Nguyen et al. Antibiotic Exposures and Dietary Intakes Are Associated with Changes in Microbiota Compositions in Allogeneic Hematopoietic Stem Cell Transplant Patients, ASH 2019, #597
 


Das könnte Sie auch interessieren

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen.

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen hinlänglich verbreitet sind, finden Bier, Wein und...

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?
© Darren Baker / Fotolia.com

Eine seltene Krebsart bringt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte an ihre Grenzen. Dabei sind seltene Krebsarten gar nicht so selten wie die Bezeichnung vermuten lässt. Rund 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer solchen Krebserkrankung. Im aktuellen Monatsthema stellt das ONKO-Internetportal die wichtigsten seltenen Krebsarten, die damit verbundenen Herausforderungen bei der Therapie sowie Initiativen für betroffene Patienten vor.

Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main

Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main
© oneinchpunch / Fotolia.com

Körperliche Bewegung und Sport haben vielfältige positive Wirkungen, wenn sie begleitend zu einer Krebstherapie eingesetzt werden. Therapiebedingte Nebenwirkungen, das bei nahezu allen Patienten beobachteten Müdigkeits-Syndrom (Fatigue), sowie subjektive Belastungen der Therapie und der Erkrankung werden durch regelmäßige körperliche Bewegung wesentlich erleichtert. Dennoch gibt es derzeit noch keine flächendeckende Versorgungsstruktur für diese hoch...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"AlloSCT: Änderungen im Mikrobiom durch Antibiotika und Ernährung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden