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Medizin

21. Mai 2019 Adjuvante Therapie beim resezierten Melanom im Stadium III: Deutliche Verlängerung des rezidivfreien Überlebens unter Pembrolizumab

Bei Patienten mit malignem Melanom im Stadium III können die Überlebenschancen nach der vollständigen Resektion durch eine adjuvante Therapie verbessert werden. Liegt eine Lymphknotenbeteiligung vor, ist jetzt auch der PD-1-Inhibtor Pembrolizumab als adjuvante Monotherapie zugelassen.
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Hohes Rezidivrisiko

Pembrolizumab (Keytruda®) hat sich schon lange als Monotherapie zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht resektablen oder metastasiertem Melanom bewährt. Aber auch wenn das Melanom im Stadium III reserziert werden konnte, bleibt das Rezidivrisiko relativ hoch, sodass eine adjuvante Therapie sinnvoll erscheint.

Pembrolizumab in der adjuvanten Therapie

Der jetzt mögliche Einsatz von Pembrolizumab auch in der adjuvanten Situation beruht auf den Daten der Phase-III-Studie Keynote-054, die Dr. Kai-Martin Thoms, Göttingen, vorstellte. Eingeschlossen waren 1.019 Patienten, bei denen ein Hoch-Risiko-Melanom im Stadium IIIA (Lymphknotenmetastase > 1mm) bis IIIC erfolgreich reserziert worden war. Die Teilnehmer erhielten über ein Jahr als adjuvante Monotherapie Pembrolizumab (200 mg alle 3 Wochen i.v.) oder Placebo. Dabei war der Anteil von Patienten mit Stadium IIIA (jeweils 15%) und positivem BRAF-Mutationsstatuts gleichmäßig zwischen beiden Gruppen verteilt.

44%ige Reduktion des Rezidiv- bzw. Sterberisikos

Nach einem Jahr lag das rezidivfreie Überleben (RFS) in der Pembrolizumab-Gruppe bei 76% vs. 61% in der Placebogruppe. Dies entsprach einer Reduktion des Rezidiv- bzw. Sterberisikos um 44% (HR 0,56, p<0,0001). Nach 18 Monaten waren in der Pembrolizumab-Gruppe immer noch 72% der Patienten am Leben, ohne dass ein Rezidiv aufgetreten war. In der Placebogruppe betrug dieser Anteil nur 54% (1). Der Nutzen der adjuvanten Pembrolizumab-Therapie war dabei unabhängig vom BRAF-Mutationsstatus, PD-L1-Status oder Krankheitsstadium, wie die vorab festgelegte Subgruppenanalyse gezeigt hat.

Gut hadhabbares Nebenwirkungsprofil

Da man in der adjuvanten Situation quasi gesunde Menschen behandelt und nicht mit dem Rücken zur Wand steht, kommt der guten Verträglichkeit und Lebensqualität unter der Therapie eine besondere Bedeutung zu, sagte Thoms. Pembrolizumab wurde von den meisten Patienten sehr gut toleriert. Die meisten Nebenwirkungen entsprachen Schweregrad 1 oder 2 und waren gut handhabbar.

Laufende Studie für Stadien IIB und IIC

Auch im Stadium IIB und IIC haben Melanom-Patienten nach Resektion noch eine relativ schlechte Prognose. In der Keynote-716-Studie wird zurzeit überprüft, ob auch diese Patienten von einer adjuvanten Monotherapie mit Pembrolizumab profitieren können.

Maria Weiß

Quelle: Satellitensymposium „Schlüsselentscheidung beim adjuvanten Melanom: Patienten und Therapiemanagement“, 3.05.2019, im Rahmen des 50. DDG-Kongresses, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Eggermont AMM et al. Adjuvant pembrolizumab versus placebo in resected stage III melanoma; N Engl J Med (2018); 378 (19): 1789-1801.


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