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Medizin

19. Juli 2019 AML: Fehlen von NKG2D-Liganden ermöglicht Krebsstammzellen die Immunevasion

Leukämische Stammzellen können gegen die Immunzellen des Körpers Resistenzen entwickeln. Welche Mechanismen dahinterstecken und welche neuen Therapieansätze sich davon ableiten lassen, zeigen Forscher in der Fachzeitschrift Nature.
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Patienten, die wegen einer akuten myeloischen Leukämien (AML) behandelt werden, geht es nach der Behandlung mit Standardtherapien oft besser. Dennoch erleiden viele im Verlauf tödliche Rückfälle, die auf überlebende Unterpopulationen von Leukämiezellen zurückzuführen sind. Diese leukämischen Stammzellen sind nicht nur gegen Chemotherapien resistenter, die Krebsstammzellen sind auch in der Lage, der Vernichtung durch Immunzellen selektiv zu entgehen: Sie weisen zwar dieselben krebstypischen genetischen Mutationen auf wie andere Krebszellen desselben Patienten, leukämische Stammzellen verfügen aber darüber hinaus über weitere stammzellspezifische Mechanismen der Immunabwehr, die sie nutzen, um ihr Überleben zu sichern.

Immunflucht durch Enzym

So unterdrücken die Krebsstammzellen beispielsweise die Oberflächenexpression von Liganden des Gefahrendetektors NKG2D, um den natürlichen Killerzellen zu entkommen. Dieser spezifische Mechanismus der Immunflucht wird in den Krebsstammzellen durch die Bildung des Enzyms PARP1 vermittelt, wie die Forschenden berichten. Eine Behandlung mit PARP1-Inhibitoren kann zur erneuten Expression von NKG2D-Liganden auf Krebsstammzellen führen. Wie präklinische Versuche mit Mäusen zeigen, können Krebsstammzellen nach solchen Behandlungen durch Immunzellen eliminiert werden.
 
Natürliche Killerzellen (rot) greifen gewöhnliche Leukämiezellen (grün), aber nicht Leukämie-Stammzellen (blau) an. Dies weil letztere die Expression wichtiger Erkennungsmerkmale unterdrücken. © Universität Basel, Departement Biomedizin, Christoph Schürch
 

Quelle: Universität Basel

Literatur:

Anna M. Paczulla, Kathrin Rothfelder, Simon Raffel et al. Absence of NKG2D ligands defines leukaemia stem cells and mediates their immune evasion. Nature (17 July 2019)


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