04.02.2010 Honorarreform: 30.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in NRW bleiben benachteiligt
Das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung errechnete Umsatzplus für alle niedergelassenen Ärzte in Deutschland ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist – leider – die nach wie vor ungleiche Verteilung der zur Verfügung stehenden Honorare auf die einzelnen Regionen in Deutschland und die nicht zu leugnende Tatsache, dass die Reform auch viele Verlierer produziert hat. „Gerade die Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein-Westfalen müssen die Erfolgsmeldungen aus Berlin als zynisch empfinden“, betont Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).
Sein nordrheinischer Kollege Bernd Brautmeier (KVNO) listet die Probleme im größten deutschen Bundesland auf: „Wir haben die rote Laterne, unsere Haus- und Fachärzte haben nach der Honorarreform die niedrigsten Fallwerte pro Patient. Mit anderen Worten: Für die Behandlung eines Patienten werden in anderen Bundesländern bis zu 35 Prozent mehr gezahlt.“
Die Forderung der nordrhein-westfälischen Ärzte ist klar: Die Honorarreform ist kein Erfolg, so lang nicht Gerechtigkeit hergestellt wird. Brautmeier und Kriedel verweisen auf die Mechanismen des Gesundheitsfonds: „Jeder Versicherte zahlt den gleichen Beitrag, jede Krankenkasse bekommt gleiche Zuweisungen aus dem Fonds – dann müssen auch die Ärztinnen und Ärzte ein gleiches Honorar bekommen, egal ob sie ihren Patienten in Dresden, in Augsburg oder in Wuppertal behandeln.“