Jetzt wurde es von unabhängiger Seite bestätigt: Die Arzteinkommen sind seit 1990 um rund 50 Prozent zurückgegangen. So das Ergebnis des jüngsten DIW-Gehaltsreport. Die Honorarreform des Jahres 2009 hat daran zumindest in Nordrhein-Westfalen nichts geändert. Den Ärztinnen und Ärzten im Rheinland hat die letzte Honorarreform vielmehr zusätzliche Verluste beschert. Das Honorar für die Regel-Behandlung kranker Menschen sank innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 14 Prozent bei den Hausärzten und um 22 Prozent bei den Fachärzten. „Anstatt den allgemeinen Abwärtstrend beim Arzteinkommen zu bremsen, hat die Honorarreform zuminderst in Nordrhein die Situation noch verschlechtert“, so Dr. Peter Potthoff, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein.
Im Rheinland bekommt ein Hausarzt nur noch 31,28 Euro für die Regelversorgung eines Patienten, das sind 14 Prozent weniger als im ersten Quartal 2009; ein Frauenarzt gerade mal 13,37 Euro oder 19,4 Prozent weniger. „Für dieses Geld sollen kranke Patientinnen und Patienten ein ganzes Quartal behandelt werden“, kommentiert Bernd Brautmeier, Vorstand der KV Nordrhein. „Das ist für die Praxen kaum noch machbar“, so Brautmeier weiter. In Westfalen-Lippe gäbe es vergleichbare Probleme.
Der KV-Vorstand hat das Landesgesundheitsministerium bereits um Unterstützung gebeten, um gemeinsam die Benachteiligung Nordrhein-Westfalens zu beenden.