30.06.2010 Cabazitaxel nach Priority Review von FDA zugelassen für Behandlung des metastasierten hormonrefraktären Prostatakarzinoms
Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat für Cabazitaxel in Kombination mit Prednison zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem hormonrefraktären (kastrationsresistenten) Prostatakrebs, die zuvor ein Docetaxel-haltiges Therapieregime erhalten haben, die Marktzulassung erteilt.
Cabazitaxel, ein Mikrotubuli-Inhibitor, in Kombination mit Prednison wurde ausgehend von den Ergebnissen der klinischen Phase-3-Studie TROPIC zugelassen. In die TROPIC-Studie wurden 755 Patienten mit mHRPC eingeschlossen, die zuvor mit einem Docetaxel-haltigen Regime behandelt wurden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass eine Kombination aus Cabazitaxel und Prednison bei Patienten mit mHRPC das Todesfallrisiko statistisch signifikant um 30% reduzierte [HR = 0,70 (95% KI: 0,59-0,83); p < 0,0001], verglichen mit einem aktivem Chemotherapieregime aus Mitoxantron und Prednison in Standarddosen. Die vom Prüfarzt mittels der RECIST-Kriterien (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors) beurteilten Tumoransprechraten betrugen 14,4% bzw. 4,4% für Patienten, die mit Cabazitaxel bzw. Mitoxantron behandelt wurden (p = 0,0005). In keinem Arm wurde eine Komplettremission beobachtet.
„Das ist wahrlich eine wichtige Nachricht für alle Prostatakrebspatienten, da es hier um eine bisher nicht gelöste medizinische Herausforderung geht. Mit der Zulassung von Jevtana steht Ärzten jetzt eine neue Behandlungsoption für Patienten mit Prostatakrebs im fortgeschritten Stadium zur Verfügung, für die es bisher nur wenig Möglichkeiten gab“, so Dr. Oliver Sartor, Leiter der klinischen Prüfung für die TROPIC-Studie in Nordamerika, Piltz Professor für Krebsforschung an der Tulane Medical School in New Orleans. „Jevtana in Kombination mit Prednison ist das einzige von der FDA zugelassene Behandlungsregime, welches das Gesamtüberleben von Patienten, die zuvor mit einer Docetaxel-basierten Chemotherapie behandelt wurden, deutlich verbessert.“
In der TROPIC-Studie waren die häufigsten (≥ 10 %) Nebenwirkungen (Grad 1-4) Neutropenie, Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Durchfall, Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Asthenie, Bauchschmerzen, Hämaturie, Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit, periphere Neuropathie, Fieber, Atemnot, Geschmacksstörung, Husten, Gelenkschmerzen und Haarausfall.
Bei Patienten, die Cabazitaxel erhalten hatten, traten Neutropenie, Leukopenie, Anämie, febrile Neutropenie, Durchfall, Erschöpfung und Asthenie als häufigste (≥ 5%) Nebenwirkungen (Grad 3-4) auf. Die häufigsten zum Behandlungsabbruch führenden Nebenwirkungen in der Cabazitaxel-Gruppe waren Neutropenie und Nierenversagen. Behandlungsabbrüche aufgrund unerwünschter Arzneimittelwirkungen traten bei 18 % der mit Cabazitaxel und 8 % der mit Mitoxantron behandelten Patienten auf. Nicht durch eine Krankheitsprogression bedingte Todesfälle wurden bei 18 (5 %) der mit Cabazitaxel und 3 (unter 1%) der mit Mitoxantron behandelten Patienten innerhalb von 30 Tagen nach der letzten Dosis des Prüfmedikaments berichtet. Die häufigsten tödlichen Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Cabazitaxel behandelt wurden, waren Infektionen (n=5) und Nierenversagen (n=4). Ein Todesfall war durch Austrocknung und eine Störung des Elektrolythaushalts aufgrund von Durchfall bedingt.