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04.02.2010
ASCO-GI: Signifikante Überlebensverlängerung durch Erbitux plus FOLFIRI bei mCRC-Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren

Der monoklonale EGFR-Antikörper Cetuximab verlängert signifikant das Gesamtüberleben in der Erstlinientherapie bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) vom KRAS-Wildtyp in Kombination mit Standardchemotherapie (FOLFIRI). Das belegen neue Daten der Phase-III-Studie CRYSTALa, die während des diesjährigen Gastrointestinal Cancers Symposiums der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GI) in Orlando präsentiert wurden. Darüber hinaus zeigt die aktuelle Analyse dieser Studie, dass Mutationen im BRAF-Gen keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Erbitux in dieser Indikation haben. Damit bleibt KRAS der einzige validierte prädiktive Biomarker in der individualisierten Therapie des mCRC mit Erbitux. (1)


Im erweiterten Follow-Up der randomisierten Phase-III-Studie CRYSTAL konnte gezeigt werden, dass die Hinzunahme von Erbitux zur Standardchemotherapie FOLFIRI in der Erstlinienbehandlung von mCRC-Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren das Gesamtüberleben signifikant verlängert im Vergleich zu alleiniger Standardchemotherapie (23,5 Monate vs. 20,0 Monate; HR 0,796; p = 0,0093). Damit konnte erstmals durch einen Inhibitor des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR) eine Überlebensverlängerung in dieser Indikation erreicht werden. „Das Gesamtüberleben ist ein besonders wichtiger Parameter in der Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms. Daher ist dieses Ergebnis, das bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren erreicht wurde, besonders beachtlich“, erklärte Professor Claus-Henning Köhne, Leiter der Klinik für Onkologie und Hämatologie, Oldenburg, der die Ergebnisse einer Metaanalyse der CRYSTAL- und OPUSb-Studie vorstellte. Gezeigt werden konnte weiterhin, dass sich im Erbitux-Arm das Risiko für eine Tumorprogression um 30,4 Prozent (HR 0,696; p = 0,0012) reduzierte und die Chance auf ein Ansprechen im Vergleich zum Kontroll-Arm annähernd doppelt so hoch war (57,3 Prozent vs. 39,7 Prozent; Odds Ratio [OR] 2,0693; p < 0,0001). Bei Patienten mit KRAS/BRAF-Wildtyp-Tumoren (n = 566) verbesserte die Hinzunahme von Erbitux zur Standardchemotherapie die Ansprechrate signifikant (61,0 Prozent vs. 42,6 Prozent; p < 0,0001) und verlängerte signifikant das progressionsfreie Überleben (10,9 Monate vs. 8,8 Monate; p = 0,0016). (2)

Erstmals wurden auch Ergebnisse der CRYSTAL-Studie zur Rolle des BRAFMutationsstatus auf die Wirksamkeit von Erbitux präsentiert – eine der ersten BRAF-Analysen aus einer randomisierten Studie. Die retrospektive Auswertung zeigt, dass mCRC-Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren unabhängig vom BRAF-Mutationsstatus von einer Erbitux-Therapie profitieren können. (2) „Die Analyse gibt Hinweise darauf, dass BRAF kein prädiktiver Marker für die Wirksamkeit von Erbitux ist und bestätigt damit die Bedeutung von KRAS als derzeit einzigen prädiktiven Biomarker für die Therapie mit Erbitux“, kommentierte Professor Köhne die Daten.


Metaanalyse der CRYSTAL- und OPUS-Studie

Ziel der Metaanalyse war es, das Gesamtüberleben, das progressionsfreie Überleben und die Ansprechrate in der kombinierten Patientenpopulation mit KRAS-Wildtyp-Tumoren aus der CRYSTAL- und OPUS-Studie auszuwerten (n = 845). Die Analyse zeigte für diese zusammengefasste Patientenpopulation eine Reduktion des Mortalitätsrisikos um 19 Prozent (HR 0,81; p = 0,0062) bei Patienten, die Erbitux in Kombination mit Standardchemotherapie erhalten hatten, im Vergleich zu Patienten im Kontroll-Arm. Außerdem verringerte die Hinzunahme von Erbitux zur Standardchemotherapie das Progressionsrisiko um 34 Prozent, verglichen mit Patienten, die eine alleinige Chemotherapie erhalten hatten (HR 0,66; p < 0,0001). Gleichzeitig konnte die Chance auf ein Ansprechen durch die Hinzunahme von Erbitux annähernd verdoppelt werden (57,3 Prozent vs. 38,5 Prozent; OR 2,16; p < 0,0001). (3)

Ergebnisse des Follow-Up der OPUS-Studie

Weiterhin wurden die Ergebnisse des Follow-Up der OPUS-Studie vorgestellt, die zeigen, dass die Hinzunahme von Erbitux zur Standardchemotherapie FOLFOX (4) das Progressionsrisiko bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren signifikant um 43,3 Prozent reduziert (HR 0,567; p = 0,0064) und die Chance auf ein Ansprechen annähernd verdoppelt (57,3 Prozent vs. 34,0 Prozent; OR 2,5512; p = 0,0027). Unter Erbitux plus FOLFOX4 lag das Gesamtüberleben bei 22,8 Monaten verglichen mit 18,5 Monaten im Kontroll-Arm (HR 0,855; p = 0,3854). (4)

Mehr als 370.000 Personen erkranken in Europa jedes Jahr an Darmkrebs, damit ist das kolorektale Karzinom für 13 Prozent aller Krebserkrankungen und 200.000 Todesfälle verantwortlich. (5) Bei etwa 25 Prozent der Patienten wird die Erkrankung erst im metastasierten Stadium diagnostiziert. (6) Die Fünf-Jahres-Überlebensraten liegen für Patienten mit mCRC bei nur fünf Prozent. (7)
a CRYSTAL: Cetuximab combined with iRinotecan in first line therapY for metaSTatic colorectAL cancer
b OPUS: OxaliPlatin and cetUximab in firSt-line treatment of mCRC

Referenzen:
1. Van Cutsem E, Tejpar S. Targ Oncol 2008;3:223–225.
2. Van Cutsem E, et al. ASCO GI Congress 2010. Abstract No: 281.
3. Koehne C, et al. ASCO GI Congress 2010. Abstract No: 406.
4. Bokemeyer C, et al. ASCO GI Congress 2010. Abstract No: 428.
5. Parkin DM, et al. CA Cancer J Clin 2005;55:72–108.
6. Cunningham D, et al. Eur J Cancer 1993;29A(15):2077–2079.
7. Macdonald JS. CA Cancer J Clin 1999;49(4):202–219.

Quelle: Merck Serono

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Zuletzt geändert am: 04.02.2010

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