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01.10.2009
ECCO/ESMO 2009: Cetuximab setzt neue Standards bei der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

Mit dem monoklonalen EGFR-Antikörper Cetuximab sind in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte in der Therapie von Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (squamous cell carcinoma of the head and neck, SCCHN) erzielt worden. Seit November 2008 ist Cetuximab neben der Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren auch für die Erstlinientherapie von rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN zugelassen.


Basierend auf den zulassungsrelevanten Ergebnissen der Phase-IIIStudie EXTREMEa hat sich Cetuximab zur neuen Standardtherapie bei der Behandlung von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren entwickelt. Die besondere Bedeutung dieser Therapieoption wird durch die Aktualisierung der Leitlinie der ESMO für Kopf-Hals-Tumoren bestätigt. (1)

Auf dem diesjährigen gemeinsamen 15. Kongress der European Cancer Organisation (ECCO) und 34. Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) wurden im Rahmen des Symposiums „Erbitux – setting new standards in the management of SCCHN“ die bedeutende Stellung von Erbitux bei der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren und Ergebnisse aktueller Studien erörtert. Die Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses hat in den letzten Jahren zugenommen. Bei der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren ist das Ziel, eine hohe Effektivität und eine geringe Toxizität der Therapie zu erreichen. Diese Herausforderung bei der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren machte Professor Volker Budach, Universitätsklinikum Berlin, einleitend während des Symposiums deutlich.

Einen Überblick über die Entwicklung der Chemotherapie als Erstlinienbehandlung bei rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN gab Professor Joël Guigay, Institut Gustave Roussy, Paris, in seinem Vortrag. Bei Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren konnte bisher weder mit einer platinbasierten Chemotherapie noch mit einer platinbasierten Kombinationschemotherapie (Cisplatin oder Carboplatin plus 5-Fluorouracil [5-FU]) in der Erstlinienbehandlung eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens erreicht werden. Mit dem EGFRAntikörper Cetuximab wurde erstmals ein bedeutender Fortschritt in der Therapie des rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN erzielt: Die zulassungsrelevante, randomisierte Phase-III-Studie EXTREMEa ist seit 30 Jahren die erste Studie, die einen signifikanten Überlebensvorteil in dieser Indikation zeigt. Die Ergebnisse belegen, dass die Hinzunahme von Erbitux zu einer platinbasierten Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung das mediane Gesamtüberleben (10,1 Monate vs. 7,4 Monate; p =0,04) sowie das progressionsfreie Überleben (5,6 Monate vs. 3,3 Monate; p < 0,001) signifikant verlängert und die Ansprechrate annähernd verdoppelt (36 Prozent vs. 20 Prozent; p < 0,001). (2) Durch die höhere Ansprechrate kann zudem eine deutliche Symptomlinderung bei diesen Patienten erreicht werden. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Lebensqualität der Patienten durch die Hinzunahme von Erbitux zu einer platinbasierten Chemotherapie nicht beeinträchtigt wird. (3) In der Erstlinienbehandlung von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals- Tumoren ist Erbitux plus platinbasierte Chemotherapie der neue Therapiestandard. Dies wird auch in der aktuellen Leitlinie der ESMO bestätigt. In ihrer Leitlinie für die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren hat die ESMO Erbitux in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie einen Evidenz-Grad I (Evidenz-Grad I bis V, I = höchster Evidenz-Grad) und einen Empfehlungsgrad A (Empfehlungsgrad A bis D, Grad A = höchster Empfehlungsgrad) in dieser Indikation erteilt.1 Damit ist Erbitux plus platinbasierte Chemotherapie die einzige Therapieoption für die Behandlung von rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN, die diesen Empfehlungsgrad erreicht hat.

Ein weiteres Thema des Symposiums war der Einsatz von Erbitux für die Therapie von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren. Die randomisierte Phase-III-Studie von Bonner et al,4 die 2006 zur Zulassung von Erbitux in dieser Indikation geführt hatte, zeigte einen Fünf-Jahres-Überlebensvorteil von 10 Prozent gegenüber alleiniger Strahlentherapie (46 Prozent vs. 36 Prozent; p = 0,018) und eine Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens um 20 Monate bei Patienten, die Erbitux in Kombination mit Strahlentherapie erhalten hatten (49 Monate vs. 29 Monate; HR = 0,73; p = 0,02).5 Weiterhin wurden strahlentherapiebedingte Nebenwirkungen durch die Hinzunahme von Erbitux, im Gegensatz zur Kombination von Strahlen- mit Chemotherapie, nicht signifikant verstärkt. Die Compliance bei Patienten, die mit Erbitux in Kombination mit Strahlentherapie behandelt wurden, war im Vergleich zu einer Radiochemotherapie deutlich höher und erlaubte eine bessere Durchführbarkeit der Therapie. (4) Die ESMO hat in ihrer aktuellen Leitlinie Erbitux in Kombination mit Strahlentherapie bei der Behandlung von lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren den höchsten Evidenz-Grad (Evidenz-Grad I) und den Empfehlungsgrad A erteilt. (1) In seiner abschließenden Zusammenfassung machte Professor Marco Merlano, Klinikum Santa Croce e Carle, Cuneo, deutlich, dass durch die gute Wirksamkeit und das akzeptable Toxizitätsprofil der Kombinationstherapie mit Erbitux ein höherer therapeutischer Nutzen im Vergleich zu einer Radiochemotherapie in der Behandlung von lokal fortgeschrittenen SCCHN erreicht werden kann. Um die klinischen Ergebnisse bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren weiter zu verbessern, werden derzeit klinische Studien durchgeführt, die mögliche Kombinationen aus Chemo-, Strahlentherapie und Erbitux vergleichen.

a EXTREME: ErbituX in 1st-line Treatment of REcurrent or MEtastatic head and neck
cancer

Referenzen:
1. Licitra L, et al. Ann Oncol 2009; 20 (Suppl. 4): iv121–iv122.
2. Vermorken JB, et al. N Engl J Med 2008; 359: 1116 –27.
3. Vermorken JB, et al. ECCO 2007 (Abstract No. O#5501).
4. Bonner J, et al. NEJM 2006; 354: 567–78.
5. Bonner J, et al. ASTRO 2008.

Mehr Informationen über Darmkrebs, Kopf-Hals-Tumoren und nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome finden Sie auf www.globalcancernews.com.

Quelle: Merck Serono

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Zuletzt geändert am: 01.10.2009

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