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26. Januar 2012

SABCS: Axilladissektion und Teilbrustbestrahlung – Neue Erkenntnisse mit großer Praxisrelevanz

Ein Standard muss nicht immer ein Standard bleiben. Zwei große Studien haben Standards bzw. häufige Vorgehensweisen bei Brustkrebspatienten kritisch hinterfragt. So zeigt sich, dass die Axilladissektion bei 1 bis 2 Mikrometastasen im Sentinel nicht nötig ist und den Frauen dieser oftmals belastende Eingriff erspart werden kann (1). Andererseits wird die Teilbrustbestrahlung der Brust mit Brachytherapie seit Jahren immer häufiger durchgeführt, denn sie galt bisher immer als schonendes Verfahren. Demgegenüber stellt eine retrospektive Betrachtung nun heraus, dass die Ganzbrustbestrahlung bei älteren Frauen diesem angeblich schonenderen Verfahren doch überlegen ist: die Rate an Mastektomien ist wesentlich geringer, wird die ganze Brust bestrahlt (2). Die Experten in San Antonio zur Breast Cancer Conference gingen davon aus, dass diese Behandlungsweisen durchaus Praxisrelevanz haben und Umsetzung erfahren sollten.
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Die Operation der Axilla ist bisher die Standardoperation, die auch bei minimaler Belastung der Lymphregion oft durchgeführt wurde. Ob dies aber weiterhin der „Standard of Care“ bleiben sollte, ist nach den Ergebnissen der IBCSG 23-01-Studie fraglich. Insgesamt 931 Frauen der Untersuchung wiesen einen klinisch Lymphknoten-negativen Tumor auf, hatten aber Mikrometastasen im Sentinel oder anderen Lymphknoten. Bei den meisten dieser Frauen (85%) lagen 1 oder 2 positive Sentinel-Knoten vor. Die Metastasen der Betroffenen waren mit höchstens 2 mm ausgesprochen klein. Die Randomisierung erfolgte hinsichtlich keine (nAD) oder eine Axilladissektion (AD). Nach median 57 Monaten ließ sich ein 5-Jahres-krankheitsfreies Überleben (PFS) von 87,3% (AD) und 88,4% (nAD) feststellen. Ebenso war das 5-Jahres-Gesamtüberleben (OS) in beiden Gruppen nicht unterschiedlich (97,6% vs. 98%). Dr. Vivianna Galimberti, Mailand, Italien, äußerte abschließend: „Die minimale Beteiligung der Axillaknoten hat gegenüber zielgerichteten Therapien und Biomarkern ihre prognostische Bedeutung verloren. Daher könnte Frauen, die negative Lymphknoten aber einen minimal positiven Sentinel haben, zukünftig diese Operation erspart bleiben“. Bei Frauen, die eine Mikrometatasierung in ein oder zwei Knoten haben, könnte zukünftig eine zielgerichtete systemische Therapie genauso wirksam sein wie eine frühere Operation.

Teilbrustbestrahlung auf dem Prüfstand

Eine weitere Studie zeigte ebenfalls unerwartete Ergebnisse und bewies aber auch einmal mehr, wie wichtig es ist, dass die Entscheidungsfindung zur jeweiligen Therapie genau mit der Patientin zusammen abgewogen wird. Die präsentierte Untersuchung beschäftigte sich mit der mittlerweile häufig vorgenommen Teilbrustbestrahlung mittels Brachytherapie und ob sie Vorteile gegenüber einer konventionellen Ganzbrustbestrahlung bietet (2). Vom Jahr 2000 an stieg die Zahl der Teilbrustbestrahlung von 1% auf 13% im Jahr 2007. Es stellte sich bei der retrospektiven Analyse der Daten von 130.535 Frauen im Alter von über 66 Jahren heraus, dass die Teilbrustbestrahlung das Risiko einer späteren Mastektomie mehr als verdoppelt (p<0,001). Darüber hinaus kam es bei 9,6% der Frauen unter Brachytherapie gegenüber 5,7% im Vergleichsarm zu Hospitaleinweisungen, und auch die Infektionsrate war wesentlich höher. Ebenso waren andere Komplikationen wie Rippenfrakturen, Fettnekrosen und Brustschmerzen deutlich häufiger unter der Brachytherapie ausgeprägt. Allein eine Pneumonitis ereignete sich häufiger bei einer Bestrahlung der gesamten Brust. „Ich bin geradezu geschockt von den Ergebnissen. Allerdings zeigt es uns wieder einmal, dass wir genau hinsehen müssen, was wirklich für unsere Patientinnen gut ist“, kommentierte der Studienleiter Professor Benjamin Smith vom MD Anderson Cancer Center in Houston, USA.
br
Quellen:
(1) Galimberti V et al. SABCS 2011, Abstract S3-1
(2) Smith GL et al. SABCS 2011: Abstract S2-1
 
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