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Zeitschrift online - Ausgabe 05-10
ASCO 2010
Ovarialkarzinom: GOG-218-Studie – Erhaltungstherapie mit Bevacizumab verlängert progressionsfreies Überleben
Eine Erhaltungstherapie mit dem VEGF-Antikörper Bevacizumab (Avastin®) verlängerte in einer Phase-III-Studie der GOG signifikant die Zeit bis zur Krankheitsprogression um 3,8 Monate bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom und Tumorrest nach zytoreduktiver Operation. Damit konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass die Hemmung der Angiogenese eine klinische Wirkung bei dieser schwer zu behandelnden Tumorerkrankung hat und Bevacizumab somit eine neue Option in der Erstlinientherapie darstellt, sagte der Studienleiter Robert A. Burger.
Abb.1: GOG-0218: Investigator-assessed PFS
In die internationale Studie GOG-0218 waren 1873 Frauen mit neu diagnostiziertem Ovarialkarzinom (Stadium III und IV), Tubenkarzinom und primärem Peritonealkarzinom eingeschlossen. Innerhalb von 1-12 Wochen nach zytoreduktiver Operation, wurden die Patientinnen in 3 Gruppen randomisiert. Sie erhielten
1. Standardchemotherapie (Paclitaxel + Carboplatin) und Placebo und anschließend Placebo.
2. Standardchemotherapie mit Bevacizumab gefolgt von Placebo und
3. Standardchemotherapie mit Bevacizumab gefolgt von einer bis zu 10-monatigen Bevacizumab-Erhaltungstherapie.
Patientinnen im 3. Studienarm lebten signifikant länger progressionsfrei (im Median 14,1 Monate) im Vergleich zur alleinigen Standardchemotherapie (im Median 10,3 Monate) (p<0,0001).
Patientinnen, die Paclitaxel/Carboplatin in Kombination mit Bevacizumab erhalten hatten, lebten 11,2 Monate ohne Krankheitsprogression. Der Unterschied im progressionsfreien Überleben war im Vergleich zur Gruppe, die nur eine Chemotherapie erhalten hatten, nicht signifikant (p=0,08).
Bevacizumab-assoziierte Nebenwirkungen waren akzeptabel und ähnlich wie in früheren Studien beschrieben. Die Rate an gastrointestinalen Perforationen war niedriger als in den publizierten Studien beim rezidivierten Ovarialkarzinom.
Im Gesamtüberleben konnte bisher kein Unterschied zwischen den Studienarmen nachgewiesen werden, hier muss die Auswertung nach einer längeren Nachbeobachungszeit abgewartet werden.
Die Ergebnisse der GOG-0218-Studie werfen auch einige wichtige Fragen auf:
- Würde eine alleinige Erhaltungstherapie mit Bevacizumab ausreichen?
- Welche Korrelation besteht zwischen progressionsfreiem Überleben und Gesamtüberleben in Studien mit Angiogeneseinhibitoren?
- Profitieren alle Patientinnen von der Therapie oder gibt es Kollektive, die einen höheren Benefit von der Therapie haben?
Prof. Dr. med. Barbara Schmalfeldt, Frauenklinik der Technischen Universität München:
Weiteren Aufschluss hierzu werden die Ergebnisse der ICON 7/ AGO OVAR 11 Studie geben, in der die Addition von Bevacizumab simultan zur Chemotherapie und anschließend als Erhaltungstherapie gegenüber der alleinigen Kombinationschemotherapie untersucht wurde bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom. Die Ergebnisse werden im Herbst erwartet.
Abstract LBA 1: Burger et al. Phase III trial of bevacizumab (BEV) in the primary treatment of advanced epithelial ovarian cancer (EOC), primary peritoneal cancer (PPC) or Fallopian tube cancer (FTC): A Gynecologic Oncology Group study. ASCO 2010
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Zuletzt geändert am: 15.07.2010
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