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Zeitschrift online - Ausgabe 02-10
Standard of Care beim metastasierten Nierenzellkarzinom
29. Deutscher Krebskongress, Berlin, 24. bis 27. Februar 2010

Durch neue Erkenntnisse zum Pathomechanismus und durch die Entwicklung neuer Arzneimittel wie Tyrosinkinase- und mTOR-Hemmer hat sich die Prognose von Patienten mit Nierenzellkarzinom dramatisch verbessert.





Abb. 1: Die breite Evidenzbasis für den Einsatz von Sunitinib beim mRCC spiegelt sich in den Empfehlungen nationaler und internationaler Fachgesellschaften wider. Die Abbildung zeigt die die aktuellen Empfehlungen der European Society for Medial Oncology (ESMO).

Während vor der Ära der modernen Therapien das mediane progressionsfreie Überleben der Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom mit Best Supportive Care bei 2 bis 3 Monaten und mit Interferon alfa bei 3 bis 5 Monaten lag, erreicht man nun mit dem Multikinasehemmer Sunitinib (Sutent®) im Median 11 Monate. Das Gesamtüberleben stieg von 7 bis 9 Monaten mit Best Supportive Care auf 26,4 Monate mit Sunitinib-Behandlung. Wie Prof. M. Schmidinger, Wien, betonte, ist die Wahl der Erstlinientherapie richtungsweisend für den weiteren Behandlungsverlauf. Daher sollte, „gemäß dem etablierten onkologischen Prinzip“ die Entscheidung zu Gunsten des wirksamsten Medikaments getroffen werden. Sunitinib sei hier eine sehr attraktive Option. Bei Patienten mit schlechtem Risikoprofil hat sich der mTOR-Hemmer Temsirolimus (Torisel®) als wirksam erwiesen. Es ist die bislang einzige Substanz, die bei diesen Patienten eine Lebensverlängerung zeigen konnte.+
Diese Ergebnisse spiegeln sich auch in den aktuellen Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO) zur Behandlung des metastasiertem Nierenzellkarzinoms wieder: Bei Patienten mit niedrigem und mittlerem Risiko wird Sunitinib oder Bevacizumab/Interferon zur Erstlinientherapie empfohlen, bei Patienten mit hohem Risiko ist es Temsirolimus, Sunitinib steht hier als weitere Option zur Verfügung.
Wie Priv.-Doz. Dr. Edwin Herrmann von der Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Münster berichtete, schlägt auch die European Association of Urology (EAU) für mRCC-Patienten mit niedrigem oder mittlerem Risiko Sunitinib oder Bevacizumab plus Interferon alfa als Erstlinientherapie vor, für Patienten mit hohem Risiko steht ebenfalls Temsirolimus an erster Stelle. „Die Qual der Wahl ist ein Segen“, sagte Herrmann, denn die Überlebenschancen der Patienten werden umso höher, je mehr aktive Substanzen zur Therapie zur Verfügung stehen.
Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Pressekonferenz „Standard of Care beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC): Evidenz, Leitlinien und klinischer Alltag 2010“, 26.02.2010. Pfizer Oncology

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Zuletzt geändert am: 24.03.2010

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