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Zeitschrift online - Ausgabe 06-09
Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom: Sunitinib bevorzugte Erstlinientherapie für die Mehrzahl der Patienten

Wie bei keiner anderen Indikation standen für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms innerhalb kürzester Zeit mehrere neue, erstmals effektive Substanzen zur Verfügung. Inzwischen liegen die Daten für alle Erstlinientherapien vor, und eine Take-home-Message auf dem diesjährigen ASCO* lautete, dass unter Berücksichtigung von Überlebensdaten, Verträglichkeit und praktischer Handhabung Sunitinib die bevorzugte Erstlinientherapie für die meisten Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom bleibt.


Als erster Multi-Kinase-Inhibitor hatte Sunitinib (Sutent®) von der EMEA im Januar 2007 die Zulassung zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen und/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC) erhalten, nach zuvor bereits erteilter Zulassung zur Zweitlinientherapie. Die Zulassung zur Erstlinientherapie basiert auf der Phase-III-Studie von Motzer et al. mit 750 nicht vorbehandelten Patienten mit mRCC, in der sich bereits in der zweiten Interimsanalyse das progressionsfreie Überleben unter Sunitinib im Vergleich zu IFN-alpha mehr als verdoppelt hatte (11,0 vs. 5,1 Monate; p<0,001) (1). In der aktuellen Auswertung (2) betrug das mediane PFS 11,2 Monate versus 5,1 Monate im IFN-alpha-Arm (p<0,000001). Das Gesamtüberleben verlängerte sich von 21,8 unter IFN-alpha auf 26,4 Monate unter Sunitinib, allerdings verfehlte das Ergebnis knapp die statistische Signifikanz (p=0,051) (2). Auf dem ASCO 2009 wurden zwei Phase-III-Studien vorgestellt, die ebenfalls ein tendenziell verlängertes Gesamtüberleben unter Bevacizumab/IFN versus IFN zeigen konnten (3,4).

Therapiemanagement

Nebenwirkungen von Sunitinib sind überwiegend von Grad 1-2, reversibel und durch Dosisreduktion, Dosisunterbrechung oder symptomatische Therapie in der Regel gut beherrschbar. Häufigste Grad 3-4-Nebenwirkungen von Sunitinib (hier im Vergleich zu IFN-alpha) sind Diarrhoe (5% vs. 0%), Übelkeit und Erbrechen (4% vs. 1%), Hypertonie (8% vs. 1%) und Hand-Fuß-Syndrom (5% vs. 0%). Grad 3-4 Leukopenie, Neutropenie und Thrombozytopenie waren ebenfalls häufiger in der Sunitinib-Gruppe. Fatigue vom Grad 3-4 trat dagegen signifikant häufiger bei Patienten auf, die mit IFN-alpha behandelt wurden (12% vs. 7%). Prof. Lothar Bergmann, Frankfurt, wies auf das Therapiemanagement als sehr wichtigen Faktor in der Langzeittherapie mit Sunitinib hin. Alle Patienten würden zu Beginn der Therapie unter Nebenwirkungen leiden, die jedoch während der Therapie wieder nachlassen. Besonders wichtig, so Bergmann, ist das Nebenwirkungsmanagement deshalb während der ersten 2-3 Zyklen. Dieses beinhaltet u.a. die Aufklärung der Patienten über die möglichen Nebenwirkungen sowie eine intensive Unterstützung z.B. mit Begleitmedikation. Nur so könne gewährleistet sein, dass die für die Wirkung von Sunitinib entscheidende optimale Dosierung eingehalten wird – zumal es Hinweise darauf gibt, dass Patienten mit höheren Wirkspiegeln ein längeres progressionsfreies Überleben haben, betonte Bergmann. Auch würde durch eine längerfristige Behandlung die Rate an Komplettremissionen steigen. Zum Thema Therapiemanagement mit Sunitinib (Sutent®) bietet Pfizer eine Broschüre an (SUTENT Therapiemanagement), die unter www.pfizeroncology.de angefordert werden kann. as

Post-ASCO Pressegespräch: Neue Datenlage zur RCC-Therapie ASCO 2009: Experten diskutieren die Implikationen für den klinischen Alltag. Berlin, 1. Juli 2009; Pfizer
* „Highlights of the Day. Genitourinary Cancer“ P.N. Lara, ASCO 2009

1. Motzer RJ et al. Sunitinib versus interferon alfa in metastatic renal-cell carcinoma. N Engl J Med. 2007 Jan; 356(2):115-124
2. Figlin RA et al. Overall survival with sunitinib versus IFN-alpha as first-line treatment of mRCC. J Clin Oncol. 2008 May; 26(15SI):256s, Abstract 5024)
3. Rini et al. ASCO 2009 #LBA5019
4. Escudier et al. ASCO 2009 #5020

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Zuletzt geändert am: 14.09.2009

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